Bürgermeister Jürgen Buhl und Holger Fischer informierten über Fördermöglichkeiten aus dem ELR-Programm (von links).
Bürgermeister Jürgen Buhl und Holger Fischer informierten über Fördermöglichkeiten aus dem ELR-Programm (von links). (Foto: Winfried Rimmele)
Winfried Rimmele

Bürgermeister Jürgen Buhl und Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro aus Freiburg haben zur Informationsveranstaltung über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) in Seitingen-Oberflacht elf Bürger begrüßt. Buhl schuldete das überschaubare Interesse der Hitze, die auch das Gemeindezentrum zu einem Glutofen verwandelte. Eingangs ging Buhl auf die Wohnsituation in der Gemeinde ein, in der das Bauland knapp sei.

Der Gemeinderat hatte den Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Lehrhalde“ beschlossen. Allerdings gäbe es hinsichtlich Lärmschutz zum in der Nähe liegenden Gewerbegebiet „Brühl“ Probleme. Im Baugebiet „Schießmauer“ gibt es keine Bauplätze mehr. Die Verwaltung stellt sich somit einige Fragen: „Was kommt nach Lehrhalde und Schießmauer? Sollen die Ortskerne ausbluten und die Gemeinde ein unattraktiver Standort werden?“ Mit dieser Informationsveranstaltung zur Innenentwicklung solle dem entgegengewirkt werden. Buhl betonte, dass die Gemeinde mit der Innenentwicklung einen langen Atem in einem Zeitraum zwischen fünf und zehn Jahren aufbringen müsse. Aber es werde sich lohnen, war Buhl überzeugt.

Holger Fischer zeigte die Voraussetzungen auf, die für einen Antrag auf Fördergelder aus dem Fördertopf ELR notwendig seien. Voraussetzung für die Förderung im Bereich Umnutzung sei, dass das Gebäude bislang nicht für Wohnzwecke genutzt wurde (Scheune, Ökonomiegebäude) und das Gebäude im Wesentlichen erhalten bleibe. Die Wiedernutzung von leerstehenden, ehemaligen Wohngebäuden falle unter grundlegende Modernisierung. Bei Neubauten seien Mietwohnungen nicht förderfähig. Der Abbruch von mehr als die Hälfte des Gebäudes werde als Neubau/Baulückenschluss eingestuft. Grundlegende Modernisierung beinhalte neben der Dämmung von Außenfassade und Dach auch die Modernisierung der sanitären Verhältnisse und der Elektrik des Gebäudes sowie eine energiebewusste Erneuerung der Heizung unter Verwendung von erneuerbaren Energien.

Die Höhe der Förderung betrage bei einer Umnutzung eines Leerstandes für Wohnzwecke 30 Prozent der Aufwendungen bis zu maximal 50 000 Euro; bei grundlegender Modernisierung sowie bei ortsbildgerechter Baulückenschließung jeweils 30 Prozent bis zu maximal 20 000 Euro. Das Gebäude sollte bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts errichtet worden sein und im historischen Ortsbereich liegen. Fischer gab auch die Fristen zur Antragstellung bekannt. Bis zum 30. September müsse der Antrag gestellt sein. Ein Bescheid über Annahme oder Ablehnung erfolge Ende Februar/Anfang März des folgenden Jahres. Ein Baubeginn vor Erhalt des Bescheides mache eine Förderung zunichte.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen