Klare Visionen für das Europa der Zukunft

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 Europa-Abgeordneter Andreas Schwab spricht bei der Bezirkstagung der Senioren-Union in Rottweil.
Europa-Abgeordneter Andreas Schwab spricht bei der Bezirkstagung der Senioren-Union in Rottweil. (Foto: Seniorenunion Rottweil)

Kein Blatt vor den Mund genommen hat der südbadische Europa-Abgeordnete Andreas Schwab (CDU) bei der jüngsten Bezirkstagung der Senioren-Union in Rottweil. In der Rottweiler Bildungsakademie zeichnete der 45-Jährige, der in Rottweil geboren und aufgewachsen ist, ein klares Bild von seinen Zukunftswünschen und Hoffnungen für Europa.

„Europa muss weltpolitikfähig werden. Und in dieser turbulenten, so unübersichtlich gewordenen Welt erwarten die Menschen von uns, dass wir in einer stabilen Europäischen Union Lösungen herbeiführen“, sagte Schwab. Er drängte darauf, dass endlich gehandelt werde und forderte zudem eine gemeinsame und gerechte europäische Asylpolitik. Dazu gehöre auch „schnelles, zügiges Entscheiden und Abschieben, wo kein Asylgrund vorliegt.“

Keine „Pulverfässer“ mehr

Energisch und mit ganzer Überzeugungskraft beschrieb Schwab seine Vision eines gemeinsamen Vorgehens. Die Vorgabe laute dabei, „dass wir in einer Welt sind, in der das Recht die Macht hat und nicht umgekehrt.“ Dies gelte für ihn auch beim Verhältnis zu Russland: „Wir dürfen nicht zulassen, dass der Kerngedanke der freien Weltordnung, der Demokratie und der Selbstbestimmung in Frage gestellt wird.“

Vor dem Hintergrund des staats- und völkerrechtlichen Verständnisses als Grundlage seines Denkens und Handelns, beleuchtete der Jurist auch die konkrete Politik, die für jeden sicht- und spürbar werden müsse: „Wir wollen auch keine Pulverfässer mehr in unserer Nachbarschaft.“

Und, ganz aktuell, mit Bezug auf die Präsentation der beiden im russischen Fernsehen präsentierten sogenannten Englandtouristen sagte Schwab: „Was uns da geboten“ werde, sei „intellektuell zu dürftig, als dass wir uns damit auch nur beschäftigen müssen. Wir lassen uns nicht an der Nase herumführen“, fügte Schwab hinzu.

Großes Interesse vor der Wahl

Für absolut nötig hält er es, seriös miteinander umzugehen. Und so gelte in allen Bereichen, mit Wahrheit und Klarheit und mit Verstand und Ratio Politik zu betreiben. „Aber ganz sicher auch mit Gefühl und mit Herz und in der Freude darüber, dass wir in Europa seit Jahrzehnten im Frieden leben“, bekräftigte Andreas Schwab einen Beitrag eines Diskussionsteilnehmers der sehr gut besuchten Veranstaltung.

Denn wenn selbst in einem großen Tagungsraum wegen des Andrangs noch Stühle und Tische herbeigebracht werden müssen, dann zeigt dies nicht nur dem gastgebenden SU-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Glowalla und seinem Tuttlinger Kollegen Roland Ströbele sowie dem Bezirksvorsitzenden Eberhard Niethammer, wie groß das Interesse an der Zukunft von Europa ist. Ganz besonders aktuell, ein halbes Jahr vor der nächsten Europawahl.

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