Im September liegt Deißlingen in Schottland

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 Beim Baumstammwerfen ist auch die Technik wichtig.
Beim Baumstammwerfen ist auch die Technik wichtig. (Foto: Utz Esser)
sbo und Jasmin Cools

Zwei neue spannende Spiele, Speed-Folk vom Feinsten und ein verschärfter Wettkampf zwischen den Teams – die Deißlinger Highland-Games gehen in die dritte Runde. 16 Teams kämpfen um den Sieg.

Vor drei Jahren war es noch eine „Schnapsidee“ im wahrsten Sinne des Wortes, mittlerweile ist es ein Event, auf das nicht nur die Deißlinger hinfiebern. Am Samstag, 7. September, wird das Gelände „Auf Fürsten“ (am Ortseingang von Lauffen kommend) den schottischen Highlands gleich gemacht. Ab 11 Uhr wird man Männer in kariertem Zwirn, mit einprägsamen Kopfbedeckungen und starken Armen auf dem Gelände trainieren sehen, denn die Disziplinen, in denen sich die 16 teilnehmenden Teams messen, sind anspruchsvoll. Sie verlangen nicht nur körperliche, sondern auch geistige Fitness, Disziplin und absoluten Siegeswillen.

Doch vor dem Wettkampf steht die Tradition. Um 13 Uhr ziehen die Teams unter Dudelsack-Klängen feierlich auf das Festgelände ein, umjubelt von Fans und Schaulustigen. Mehr als 100 Musiker der Musikvereine Deilingen und Deißlingen sowie der Caverhill Guardians begleiten die Kämpfer.

Vergangenes Jahr fanden deutlich mehr als 1000 Besucher den Weg zum Deißlinger Sportgelände, wo starke Männer in der sengenden Sonne Baumstämme trugen, Traktorreifen umwarfen und gemeinsam am Tau zogen. Aber den Besuchern wird nicht nur Sport und Spannung geboten. Die Organisatoren der Gruppen „Skrös“ und „Glutsbrüder“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Gemeinde mit Veranstaltungen lebendig zu halten, richten im Festzelt wieder einen Pub samt geschmackvollem Teppichboden und uriger Einrichtung ein, in dem es nicht nur Edel-Whisky, sondern auch Fish und Chips, Burger, Cider und weitere Spezialitäten von der Insel geben wird. Als Neuheit gibt es für Genießer handgerollte Zigarren. So lassen sich die Spiele gut verfolgen.

Von den 16 Teams treten einige zum wiederholten Mal an, etwa aus VS-Schwenningen und Bösingen-Herrenzimmern, aber es gibt auch ein paar neue Gesichter, wie André Ernst, einer der Organisatoren, verrät.

Neu ist, dass zwei Teams im direkten Wettbewerb gegeneinander antreten, anstatt nach und nach die einzelnen Stationen zu durchlaufen. Damit sei man einer Anregung aus dem Publikum gefolgt, meint Ernst. Am Ende siegt trotzdem nach wie vor derjenige mit den meisten Punkten aus sechs Spielen.

Und die haben es wieder in sich. Eines ist das bewährte Wagenrad-Tauziehen, bei dem es darum geht, das auf einem Podest stehende Rad mithilfe eines Seils auf seine Seite zu ziehen. Obligatorisch ist das Baumstammwerfen – auch eine Frage der richtigen Technik, wie André Ernst meint. Die Muskeln spielen lassen dürfen die Männer beim Traktorreifen-Tragen, das 2018 erstmals stattfand. Übrigens seien auch Frauen eingeladen, an den Highland-Games teilzunehmen, so Ernst. Bei einem 106 Kilogramm schweren Reifen dürfte das jedoch schwer fallen.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch „Splashing into the mud“, wo die Gegner mithilfe von Strohsäcken von den rutschigen Baumstämmen ins Wasserbecken befördert werden müssen. Dieser Wettkampf ist ein eigenständiger, an dessen Ende der verbleibende Highlander gekürt wird.

Das Manövrieren von Wassereimern durch einen Parcours wurde in diesem Jahr ebenso gestrichen wie das „Rugele“-Schleppen, also das Tragen zweier Baumstammstücke. Stattdessen heißt es diesmal: Strohsackwerfen. Dabei muss ein Strohballen mit einer Mistgabel aufgenommen und dann über ein Hindernis geworfen werden.

Für Spaß sorgen soll auch der neue „Bungee-Run“. Dabei wird ein Gummi-Seil um den Teilnehmer geschnürt. Dieser muss auf einer rutschigen Spülmittel-Fläche „Guinness“-Dosen einsammeln, die zur Belohnung dann geleert werden dürfen. Die Siegerehrung ist für 19.30 Uhr eingeplant.

Für die kleinen Schottland-Fans gibt es Miniatur-Highland-Games, beispielsweise mit Rasenmähtraktorziehen, Kinderschminken und Hüpfburg. Der Eintritt bleibt am Morgen und Mittag frei. „Wir wollen das Event als Spaßprojekt ohne Profitgedanken erhalten“, meint André Ernst.

Erst mit Beginn des Abendprogramms werde dann ein Eintrittspreis von fünf Euro fällig. Den Start machen André Ernst und Volker Basler um 20 Uhr als Folk-off-Project mit ruhigem Singer-Songwriter-Programm. Ab 21.30 Uhr gibt es Speed-Folk mit der bekannten Freiburger Band Restless Feet. Wer starke Männer in Kilts und knallharte Wettkämpfe sehen sowie schottische Spezialitäten kosten möchte, der sollte also am 7. September bei den Deißlinger Highland-Games vorbeischauen.

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