Simon Schneider

Für 35 Sänger ist das vergangene Wochenende ganz im Zeichen der Musik gestanden. Bei einem vom Gesangverein Eintracht Rietheim ins Leben gerufenen Chor-Workshop haben sie gemeinsam mit dem erfahrenen Chorleiter Dirk Werner über drei Tage hinweg viele Erfahrungen und Eindrücke gesammelt. Das Ergebnis präsentierten sie bei einem Abschlusskonzert in der Rietheimer Kirche.

Die Verbindung zum Musikexperten Dirk Werner aus Konstanz ist für den Gesangverein aus Rietheim kein Zufall. „Dirk Werner hat vor 25 Jahren unseren Jugendchor geleitet, in dem ich auch mitgewirkt habe. Der Kontakt zu ihm ist durch die Musik nie abgebrochen. Deshalb hat es uns gefreut, dass wir ihn für diesen Workshop gewinnen konnten“, erläuterte Tobias Bacher vom Vorstandsteam. Für den Gesangverein Rietheim sei es ein Anliegen gewesen, allen Mitgliedern, die nicht mehr im Jugendchor singen möchten, aber auch noch nicht wirklich den Weg in den Gemischten Chor fanden, mit diesem Angebot eine Plattform zu schaffen.

Das ist dem Gesangverein gelungen. Insgesamt 35 Sänger beteiligten sich bei diesem dreitägigen Workshop, davon acht Gesangvereinsmitglieder. Die anderen Teilnehmer kamen aus der Region. Für alle stand von Freitag bis Sonntag der Gesang und das gemeinsame Proben unter der Leitung von Dirk Werner im Mittelpunkt. Der Sänger und Pianist konzentrierte sich vor allem auf die Popsongs.

„Bei der Songauswahl habe ich in erster Linie Wert daraufgelegt, dass die Leute die Lieder kennen oder zumindest das Gefühl haben, diese zu kennen“, schilderte Werner. Obwohl die popmusikalische Sprache englisch ist, studierte er bewusst auch deutsche Nummern ein. Werners Vergangenheit mit dem örtlichen Jugendchor ist auch für ihn eine spezielle Situation und beeinflusste außerdem seine Songauswahl. „Da ich als Student den Rietheimer Jugendchor geleitet habe, ist es natürlich auch für mich etwas Besonderes. Das hat auch die Repertoire-Auswahl beeinflusst“, sagte er. Mit „Top of the World“ und „Eleanor Rigby“ integrierte er zwei Songs, die er damals im Jugendchor Rietheim „erfolgreich auf die Bühne“ gebracht habe.

„Lasse reden“ von den Ärzten ist dagegen einer der deutschen Nummern, die er mit seinen Schützlingen einstudierte. Während der Probe für dieses und weitere Lieder geht Werner, der meist am Klavier die Stücke begleitete, häufiger dazwischen, stoppte, gab Tipps, optimierte und feilte an der gesanglichen Ausführung – sowohl bei den männlichen als auch weiblichen Stimmen.

Vermitteln möchte der erfahrene Chorleiter vor allem eins: „Die Sänger sollen sich von den Noten lösen. Wir werden unseren Auftritt aufgrund der beschränkten Zeit zwar mit Hilfe der Noten meistern, aber solange jemand an den Noten klebt, steht er sich selbst und der Musik im Weg“, weiß der Konstanzer. Wichtig ist für ihn auch: „Wir erzählen eine Geschichte, egal ob als Solist oder als Chor“, ergänzte er. Die größte Herausforderung an dem Workshop liege an der Geschwindigkeit der Probe und an der großen Menge an Noten und Texten, die er innerhalb der drei Tage zu vermitteln möchte. „In Details kann ich mich hier nicht verzetteln“, scherzte er.

Tobias Bacher zog am Ende des Workshops ein positives Fazit: „Er hat hier einen super Job gemacht. Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Alle Teilnehmer haben super mitgezogen. Das Arbeitstempo war natürlich deutlich höher als in unseren normalen Proben“, beobachtete Bacher, der selbst mitgesungen hatte. Für uns als Verein war es wichtig, dass wir die Leute zum Singen bringen. Wir wollten zeigen, dass ein ganzes Wochenende voller Gesang großen Spaß machen kann, weil man den Erfolg spürt“, betonte er.

Lob erhielten die Sänger vom Musikexperten: „Es ist ein sehr motivierter Haufen und alle sind mit Spaß dabei. Das hängt natürlich auch mit mir zusammen, denn ein neuer Workshopleiter bringt neue Methoden mit sich. Die Probenzeit ist schnell vergangen und es hat niemand dabei auf die Uhr geschaut, was ein sehr gutes Zeichen ist“, freute sich Dirk Werner.

Eine Wiederholung eines solchen Workshops, der auf den vergangenen Proben aufbaut, können sich beide Seiten sehr gut vorstellen.

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