Im Stück „Zapp-Zarapp“ hängt im Wirtshaus das Bild der „alten Hexe“ direkt hinter dem Stammtisch. Was das wohl für die Stammgäst
Im Stück „Zapp-Zarapp“ hängt im Wirtshaus das Bild der „alten Hexe“ direkt hinter dem Stammtisch. Was das wohl für die Stammgäste bedeutet?
Simon Schneider

Mit der Komödie „Zapp-Zarapp“ hat der Turnerbund (TB) Weilheim bei seinem Publikum am Freitag und Samstag bei der Jahresfeier voll ins Schwarze getroffen.

Nachdem der TB-Vorsitzende Achim Grüner mehr als 250 Gäste in der vollbesetzten Jahnhalle im Ortsteil Weilheim begrüßte, führten nach monatelangem Proben zehn Mitglieder der TB-Kulturabteilung das Stück „Zapp-Zarapp“ auf.

Und dabei wurde eins schnell klar: Umbauarbeiten kosten Geld. Das wissen auch Wirt Sepp (Christoph Müller) und seine Frau Lies (Marina Schmid), die für die Renovierung ihres Gasthauses „Zur goldenen Sau“ dringend Geld benötigen. Der Haussegen der beiden hängt deshalb nahezu im Dauertief. Das merkt auch der selbsternannte „Frauenversteher“ und Stammgast Erwin (Felix Klemm) und der Bäckermeister Rudi (Markus Dreher), der von seiner Frau Uschi (Birgit Stiefel) genervt ist und häufig in das Gasthaus flüchtet. Geld für die Renovierung besitzt Braumeister Hans Felgenhauer (Winfried Müller), der aber rückt das Geld nicht raus. Er und Wirt Sepp haben die gleiche Urgroßmutter, der einst sowohl Brauerei und Wirtshaus gehörte. Die „alte Hexe“ hängt als großes Bild mitten im Gasthaus.

Mal das Bild, mal die echte Urgroßmutter

Die Verantwortlichen tauschten in mehreren Szenen das Bild gegen die „echte“ Urgroßmutter Ahne (Iris Raible) aus. Ganz verhext bringt sie auf ihre Art alles in Ordnung: Um den Haussegen zwischen Sepp und Lies geradezubiegen, wachen sie am nächsten Morgen im Körper des anderen auf. Und die beiden wollen es verheimlichen – der Spaß beginnt.

Sepp merkt, dass Stricken gar nicht so einfach ist, die weiblichen Tage doch tatsächlich Bauchschmerzen auslösen. Lies hingegen hat begriffen, dass Gicht im großen Zeh keine Ausrede für das faule Rumsitzen ist und das Rauchen von Zigarren abscheulich schmeckt. Auch ungeahnte Wahrheiten kommen ans Licht. Im Körper von Lies erfährt Sepp, dass seine Frau vom Braumeister heimlich Liebespost erhält. Und eins weiß er auch: Auf einen Damenstammtisch mit Hilde (Martina Grüner) und Babsi (Jeanette Hipp) hat er so viel Lust, „wie eine Sau am Singen“, stellt er fest. Den ekligen Eierlikör bekommt er dort nur mit Mühe und Not geschluckt.

Die Verwechslungskomödie in drei Akten beinhaltet haufenweise Lacher. Die schauspielerische Leistung der Laiendarsteller ist beeindruckend. Mehrfach applaudierte das Publikum. Erst als Sepp und Lies im falschen Körper merken, dass sie den anderen zu Unrecht beschimpft haben, verwandelt die Urgroßmutter sie zurück.

Die Uroma kuriert sogar Verletzungspech im Fußballverein

Andere Sorgen hat dagegen Vereinsvorstand Otto (Achim Grüner). Denn: Grundvoraussetzung für die Renovierung ist, dass seine Fußballmannschaft in die Bezirksklasse aufsteigt, da dann mehr Leute in das Gasthaus kommen. Ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel verletzt sich sein Top-Torjäger. Die Mannschaft gewinnt. Ausgerechnet Kurt, der zu Unrecht von Otto als unbrauchbaren Fußballer vorverurteilte Sohn des Bäckermeisters, schoss das Siegtor.

Der Umbau scheint trotz des Aufstiegs nicht zu klappen, der Braumeister stemmt sich dagegen. Zum Glück weiß die Urgroßmutter Abhilfe, denn wer mag schon ein Bier, das nach saurer Milch schmeckt? Niemand, schon gar nicht der Braumeister! Somit rückt die „alte Hexe“ nicht nur den Haussegen gerade, sondern sorgt auch mit viel Magie für die Renovierung: Hex, hex! Oder wie in Weilheim mehrfach zu hören war: „Zapp-Zarapp!“

Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten. Mit einem minutenlangen Applaus dankten sie den Darstellern und den beiden Regisseure Jutta Ackermann und Sabine Kupferschmid. Eine Tombola mit vielen Gewinnern rundete die Jahresfeier des TB Weilheims ab.

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