Die Kirchengemeinde in Rietheim wird vielleicht bald einen neuen Pfarrer bekommen.
Die Kirchengemeinde in Rietheim wird vielleicht bald einen neuen Pfarrer bekommen. (Foto: Archiv)

Nach vier Jahren wird Pfarrerin Silke Bartel die evangelische Kirchengemeinde Rietheim verlassen und Mitte Oktober nach Reutlingen wechseln. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagt die 43-Jährige, dass sie sich über die Zusage für die neue Stelle gefreut habe. Das Angebot sei zu gut gewesen, um es abzulehnen. Gleichzeitig tue es der Pfarrerin auch leid, Rietheim zu verlassen. In den vier Jahren habe sie vieles lieb gewonnen.

Bevor Pfarrerin Bartel nach Rietheim gekommen ist, war sie zehn Jahre lang in Frankreich tätig. Die Landeskirche vermittelte ihr dann die Stelle in Rietheim. Die Kirchengemeinde in Reutlingen, zu der sie im Herbst wechseln wird, habe jemanden mit kreativen Ideen gesucht, berichtet Pfarrerin Bartel. Und das liege ihr, sagt sie und zählt weitere Gründe für den Wechsel auf: „Ich bin eine Stunde näher bei meinen Eltern. Die Kirchengemeinde in Reutlingen ist städtisch und größer.“

Pfarrerin Bartel hofft, dass sich bald ein Nachfolger findet. Am Sonntag, 14. Oktober, ab 16 Uhr wird es einen Abschiedsgottesdienst geben. Pfarrerin Bartel sagt: „Mir ist es wichtig, mich ordentlich zu verabschieden.“

Pfarrer Johannes Wischmeyer, Bezirkspressebeauftragter für den evangelischen Kirchenbezirk Tuttlingen, tut es leid, dass Pfarrerin Bartel die Kirchengemeinde Rietheim verlässt. „Wir haben gut zusammen- gearbeitet“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichwohl habe er Verständnis für ihre Entscheidung, denn seine Kollegin habe viele kreative Ideen, und er könne nachvollziehen, wenn sie einmal ein anderes Betätigungsfeld ausüben möchte.

Die Vorbereitungen für die Stellenausschreibung laufen. Trotz großer Strukturreform in Tuttlingen bleibt, laut Pfarrer Wischmeyer, die Stelle erhalten. „Ziel ist, die Stelle wieder zu besetzen“, sagt er und betont, dass die „Kirchengemeinde keine Einbußen“ hinnehmen müsse, wenn möglicherweise Pfarrerin Bartels Stelle zunächst längere Zeit frei ist. „Insgesamt sind wir personell noch gut aufgestellt. Die Arbeit wird auf viele Schultern verteilt“, informiert er.

Pfarrerin Bartel ist nicht die einzige, die die Region verlässt. Der Tuttlinger Pfarrer Jens Junginger wurde in einem Gottesdienst Ende Juli verabschiedet (wir berichteten). Er tritt im September eine neue Stelle in Sindelfingen an. Der ständige Wechsel ist laut Wischmeyer eine „zufällige Konstellation“. In letzter Zeit hätten die Stellen zeitig nachbesetzt werden können. Nach dem Tod von Wurmlingens Pfarrer Andreas Wagner wird ab 1. September Frauke Winter als Pfarrerin zur Anstellung die freie Stelle übernehmen (wir berichteten).

Er hofft, dass schnell ein Nachfolger für Pfarrerin Bartel gefunden wird. Ganz einfach werde es nicht, denn Tuttlingen liege im Randgebiet der Württembergischen Landeskirche oder manche Pfarrer seien familiär an den Großraum Stuttgart gebunden, sagt Pfarrer Wischmeyer.

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