Musikverein Rietheim-Weilheim entführt Zuhörer nach Agrabah

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 Dirigent Oliver Helbich war nach dem Konzert sehr zufrieden mit seinen Musikern.
Dirigent Oliver Helbich war nach dem Konzert sehr zufrieden mit seinen Musikern. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Flott, abwechslungsreich und mit der richtigen Liedauswahl, wie mit der Filmmusik „Aladdin“, hat der Musikverein Rietheim-Weilheim bei seinem Frühjahrskonzert die vollbesetzte Jahnhalle begeistert. Das 80-köpfige Gosheimer Orchester knüpfte daran nahtlos an.

Mit roten und leuchtenden Schirmen rund um die Bühne und dem Titel „Te Deum Prelude“ hieß am vergangenen Samstag zunächst das Jugendorchester, bestehend aus Nachwuchsmusikern zwischen zehn und 16 Jahren aus Rietheim-Weilheim, Wurmlingen und Seitingen-Oberflacht, die Zuhörer in der Jahnhalle willkommen. Bereits deren Auftakt unter der Leitung von Oliver Helbich ließ auf ein verheißungsvolles Konzert schließen.

Und genau das bekamen die Besucher auch vom Hauptorchester auf die Ohren. Schon bei „In all its Glory“ zahlte sich das rund viermonatige Proben voll aus. Die einzelnen Register harmonierten – zusammen wie auch allein. Das Stück bot viel Abwechslung. Helbich suchte es bewusst aus: „Es zählt zu den interessantesten Wettbewerbsstücken in der Kategorie Vier Oberstufe.“ Dem Applaus des Publikums zu deuten, bestanden die rund 35 Musiker des Hauptorchesters diesen Wettbewerb mit Bravour.

Register perfekt in Szene gesetzt

Und es wurde noch besser, denn der Höhepunkt folgte wenige Minuten später mit dem bekannten Stück „Aladdin“ aus dem gleichnamigen Musical. Die Musiker begeisterten die Rietheim-Weilheimer von den ersten Tönen der Bassklarinetten, Bariton und dem E-Bass an und entführten sie in die Zauberwelt nach Agrabah. Die weltbekannte Liebesgeschichte aus „Aladdin“ war spürbar zu hören. Helbich gelang es dabei die einzelnen Register perfekt in Szene zu setzen – ein Gänsehautmoment in der Jahnhalle, der bis zum letzten gefühlvollen Klang der Wind Chimes, das vergleichbar mit einem Windspiel ist, anhielt. Das Musical selbst wird aktuell in Stuttgart aufgeführt. Die Aktualität sei auch der Grund gewesen, warum der musikalische Leiter diese Nummer in das Konzertprogramm integrierte. „Die Filmmusik, die wir gespielt haben, ist vom damaligen Zeichentrickfilm“, ergänzte Helbich.

Der Musikverein landete mit „Simon and Garfunkel“, in der das Hauptorchester sehr viel Leidenschaft steckte, einen weiteren Volltreffer. Erneut wechselten sich langsame, gefühlvolle und dominierende Teile ab. Viel Beifall von der vollbesetzten Jahnhalle machte den Konzertmarsch „Euphoria“ als Zugabe unumgänglich.

Nicht nur die Zuhörer, sondern auch der Dirigent selbst zeigte sich überzeugt vom Konzert seiner Musiker: „Ich war heute sehr zufrieden. Wir haben mit dem Programm erst im Januar angefangen zu proben und jetzt konnten wir ein tolles Konzert präsentieren, dass uns sehr viel Spaß gemacht hat“, resümierte Oliver Helbich glücklich und zufrieden nach dem Konzert.

Abschluss mit einem Flashmob

Dem Namen als „Doppelkonzert“, wie der Musikverein den Samstagabend bezeichnete, wurden die Programmplaner nach einem Umbau in mehrerlei Hinsicht gerecht. Denn mehr als doppelt so viele Musiker vom Musikverein Gosheim knüpften an den stimmungsvollen Abend mitbestimmenden Tönen wie mit „National Emblem“ oder „Ouvertüre zu Candide“ an.

Die größte Überraschung hoben sich die beiden Musikvereine zum Schluss auf. Verpackt in einem Flashmob formten sie mit der Polka „Böhmische Liebe“, den Abschluss in der Jahnhalle.

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