Unterwäschehersteller Hermko plant Erweiterungsbau
Die Firmenfläche soll mit dem 1,2 Millionen Euro teuren Projekt verdoppelt werden
Schwäbische Zeitung

Mit dem Spatenstich am Mittwoch hat für den Rietheim-Weilheimer Unterwäschehersteller Hermko der Bau eines weiteren Firmengebäudes begonnen. Der Erweiterungsbau soll so groß werden wie die bisherigen Flächen. Das Familienunternehmen rechnet mit eineinhalb Jahren Bauzeit.

Denise Koch von der Geschäftsführung präsentierte anhand eines Modells die Pläne des Unternehmens: Der Anbau soll direkt an die Südseite des bestehenden Gebäudes angrenzen. Geplant ist, auf drei Etagen mehr Platz für die Produktion, Lagermöglichkeiten, den Versand sowie für Büro- und Sozialräume zu schaffen. Rund 1,2 Millionen Euro soll der Neubau kosten.

Nach dem symbolischen Spatenstich sagte Bürgermeister Jochen Arno, er freue sich, wenn sich Unternehmen entwickeln und dadurch Arbeitsplätze gesichert würden. Immerhin stammt die Hälfte der rund 50 Mitarbeiter aus Rietheim-Weilheim. „Hermko ist uns nah. Hermko liegt uns auf der Haut“, fügte er hinzu und spielte auf die Produkte des Unterwäscheherstellers an. Außerdem ging der Bürgermeister kurz auf die 60-jährige Firmengeschichte von Hermko ein.

Hermann Koch, daher der Name Hermko, hat den Betrieb 1958 gegründet und damals „klein angefangen“, sagte Arno. Anfang und Mitte der 1960er-Jahre folgten zwei Fabrikanbauten. Die Töchter seien dann in das Geschäft eingestiegen, und in den Jahren der Wirtschaftskrise begann Hermko mit dem Onlinehandel.

Die wirtschaftlichen Schwankungen gingen nicht spurlos an dem Unterwäschehersteller vorbei, aber: „Der Fortschritt der Digitalisierung hat uns geholfen“, erklärte Denise Koch, wie die Firma wieder in ruhigeres Fahrwasser gekommen ist.

Vetrieb über Internet ist Hauptgeschäft

Das Hauptgeschäft von Hermko läuft mittlerweile über das Internet. Nur noch wenige gewerbliche Kunden würden beliefert. „Früher haben wir auftragsbezogen gearbeitet“, fügte sie hinzu. Das Verhältnis von Onlinehandel zu Endkunde schätzt Koch auf 80 zu 20 Prozent. Noch vor acht Jahren sei dies genau umgekehrt gewesen. Nicht nur die Mitarbeiter mussten sich auf den neuen Vertrieb einstellen, sondern auch die Firma. „Wir müssen Unmengen an Ware vorrätig halten“, sagte Denise Koch von der Geschäftsführung. Angesicht von 4000 unterschiedlicher Artikelvarianten kommt da einiges zusammen. Zweimal täglich werden Pakete abgeholt – rund 1000 am Tag, an einem Spitzentag bis zu 3000.

Um den Anforderungen gerecht zu werden, ist der Neubau für Hermko unverzichtbar. Und, sagt Denise Koch: „Wir wollen peu á peu Personal aufstocken.“

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