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Forsteinrichter Tom Drabinski, Rietheim-Weilheims Bürgermeister Jochen Arno und Revierleiter Andreas Fink (von links) schauen sich den Gemeindewald an. (Foto: Winfried Rimmele)
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Im Abstand von zehn Jahren beschließt der Gemeinderat Rietheim-Weilheim das „Forsteinrichtungswerk“, den Betriebsplan für den Gemeindewald. Dies wird immer mit einer Waldbegehung verbunden, bei der bestimmte Waldbilder und Arbeiten vor Ort veranschaulicht werden. Dazu haben sich Bürgermeister Jochen Arno und einige Mitglieder des Gemeinderates sowie Waldbesitzer und Jäger nun ein Bild gemacht.

An drei Stationen erklärten der Forsteinrichter Tom Drabinski, Karl-Heinz Schäfer vom Forstamt Tuttlingen und Forstrevierleiter Andreas Fink den Zustand des Gemeindewaldes sowie die weitere Planung zur Nachhaltigkeit, Bestandspflege sowie Verjüngung des Waldes. An der ersten Station begutachteten der Bürgermeister und die Gemeinderäte einen recht homogenen Bestand, bewachsen mit Fichten, die über 60 Jahre alt seien.

Dabrinski und Schäfer empfahlen, im Lauf der Jahre eine gute Durchmischung von Tanne und Buche anzustreben. „Die Fichte ist in der Aufzucht zwar unkomplizierter als die Tanne. Sie erbringt auch mehr Gewinn im Verkauf, doch sie ist weitaus anfälliger für den Borkenkäfer und die Rotfäule als die Tanne“, erklärte dazu Fink. Bei der nächsten Station ging es um ein Waldbiotop auf einer Fläche von rund 14 Hektar, bei dem es sich um einen Nichtwirtschaftswald handele, der stillgelegt wurde.

Dann stellten der Forsteinrichter und der Revierförster die Zahlen vor: Demnach empfahlen sie einen Hiebsatz von jährlich 6,7 Erntefestmetern pro Hektar Fläche. Auf 34,1 Hektar soll Jungbestandspflege betrieben werden und auf 14,7 Hektar soll der Bestand verjüngt werden. Insgesamt sei der Rietheim-Weilheimer Wald in einem guten Zustand, hieß es. Den Tannenanteil von neun Prozent will man aber sukzessive erhöhen, da dieser Baum mehr Stabilität in den Wald bringt durch seine Pfahlwurzeln und auch mit dem Klimawandel besser zurechtkomme als die Fichte.

Im Anschluss stellte Andreas Fink den Vollzug neuen Forstplan vor. Demnach sollen im 275 Hektar großen Gemeindewald in den kommenden zehn Jahren rund 18 385 Erntefestmeter geschlagen werden. Ein Schwerpunkt der Sitzung war das Anlegen eines Ökokontos für die Gemeinde. Fink stellte die geplanten Ausgleichsflächen vor, auf denen Ökopunkte regeneriert werden können.

Diese Ökopunkte können bei Erschließung eines Baugebietes als Ausgleichsmaßnahmen herangezogen werden. Auch der Wert der Ökopunkte könne auf einem Ökokonto gutgeschrieben werden, sodass für die Zukunft für Eingriffe in Natur und Landschaft Ausgleiche geschaffen werden können. Das Ökokonto könne nach den Maßnahmen auf über eine Million Punkte anwachsen.

Des Weiteren beschloss der Gemeinderat, den Preis für einem Festmeter Brennholz von 58 Euro auf 60 Euro zu erhöhen. Somit liege der Preis weiterhin unter dem von der Forstbehörde vorgeschlagenen Wert von 62 Euro pro Festmeter.

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