Dritte Sporthalle: Die Argumente sind ausgetauscht

Lesedauer: 6 Min
Diskutieren am Montagabend über die dritte Sporthalle in Rietheim-Weilheim (von links): Werner Häring, ralf Kupferschmid, Saskia
Diskutieren am Montagabend über die dritte Sporthalle in Rietheim-Weilheim (von links): Werner Häring, ralf Kupferschmid, Saskia Hipp und Werner Martin. Rechts steht Moderator Christian Gerards (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Es ist zurückgeblickt, informiert und diskutiert worden – einen echten Mehrwehrt hatte die Bürger-Informationsveranstaltung mitsamt Podiumsdiskussion am Montagabend zum möglichen Interessensbekundungsverfahren für eine dritte Sporthalle in Rietheim-Weilheim aber kaum.

Die Gemeinde hatte sich mit den Befürwortern und Gegnern für diese Veranstaltung entschieden. Der Grund: Am 22. Juli soll mit einem Bürgerentscheid beschlossen werden, ob die Gemeinde das Interessensbekundungsverfahren zur Suche eines Investors für den Neubau der Sporthalle durchführen soll.

Zu der Infoveranstaltung fanden am Montagabend mehr als 300 Interessierte den Weg in die Rietheimer Gemeindehalle, die damit nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt war. Hauptsächlich waren es Vertreter der Befürworter und Gegner, die bereits vor der Veranstaltung genau wussten, wo sie ihr Kreuz machen werden. Denn: Unentschlossene Bürger meldeten sich jedenfalls in der Fragerunde nicht zu Wort.

Abmangel: 80 000 Euro

Rietheim-Weilheims Bürgermeister Jochen Arno erinnerte daran, dass vor mehr als 17 Jahren eine wettkampfgerechte Sporthalle von den sporttreibenden Vereinen angedacht war. Seither sei eine mögliche neue Sporthalle das Dauerthema in der Doppelgemeinde. Ihn erreichten mehrere Fragen, die er beantwortete. Demnach koste der Neubau rund fünf Millionen Euro. Die neue Halle belaste den Haushalt im Jahr rund 80 000 Euro. Rund 200 000 Euro an Miet- und Instandhaltungskosten stehen laut Arno prognostizierte Einnahmen aus der Vermietung der Halle in Höhe von rund 120 000 Euro gegenüber.

Wie hoch die Mietkosten für diese dritte Halle allerdings genau sein werden, könne vor der Ausschreibung des Interessensbekundungsverfahren nicht beantwortet werden. Er sehe jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen, die Halle umzusetzen und machte sich in der Infoveranstaltung dafür stark.

Architekt Dieter Deichsel vom Stuttgarter Büro PlanForward stellte den Entwurf der Sporthallenplanung vor, ehe Rechtsanwalt Kai-Uwe Schenek von der Kanzlei Iuscomm das Interessensbekundungsverfahren erläuterte.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Gränzbote-Redaktionsleiter Christian Gerards moderiert wurde, beteiligten sich von der Initiative für Vernunft (Gegner) Werner Häring und Ralf Kupferschmid. Die Befürworter waren durch Saskia Hipp, Abteilungsleiterin der HSG Rietheim-Weilheim und Werner martin, Vorsitzender des Fördervereins Neue Sporthalle. Komplettiert wurde die Diskussionsrunde von Arno und Rietheim.Weilheims Kämmerer Jochen Karl.

Laut Arno kämen zusammengerechnet auf den TB Weilheim und den TSV Rietheim jeweils rund 30 000 Euro an jährlichen Nutzungskosten für die Sporthalle zu. Auf die Frage von Gerards, ob sich die Vereine diese Summe leisten könnten, betonte Saskia Hipp: „Dass wir die Halle nicht für lau bekommen, war von Anfang an klar. Die Vereine sind in der Lage, dies zu stemmen.“ Laut Arno soll die Halle nicht nur für den Handballsport zur Verfügung stehen, sondern für sämtliche Sportangebote, wie den Senioren- oder Gesundheitssport und für andere Veranstaltungen. Kupferschmid gab zu bedenken, dass dies in den zwei bestehenden Hallen bereits möglich sei. Überhaupt stößt den Gegnern vor allem die jährlichen Kosten für die dritte Halle negativ auf.

Die Halle wird ohne mobile Ausstattung geplant. Daher kam die Frage auf, wie die Sportgeräte und weitere Ausstattung in die Halle gelangen. „Das lässt sich einteilen. Man muss nicht ständig wechseln“, antwortete Arno. Hipp ergänzte, dass das meiste Equipment über die Stammvereine geregelt werde und nur die großen Geräte wie Reck und Barren über die Gemeinde zur Verfügung gestellt würden.

35 000 Kilometer unterwegs

Hipp gab zu bedenken, dass die Eltern und Trainer insgesamt viele Kilometer fahren würden, um ihre Kinder zur Kreissporthalle nach Tuttlingen zu fahren – hochgerechnet insgesamt rund 35 000 Kilometer pro Jahr. Das würde mit der neune Halle zu einem Großteil wegfallen. Häring gaben zu verstehen, dass die Kinder sogar in den ortsansässigen Kindergarten und die Grundschule mit dem Auto gefahren werden würden und bremsten damit das Argument von Hipp aus.

Die Wortbeträge der Zuhörer ließen durchblicken, dass viele ihre Meinung schon gebildet haben und genau wissen, wo sie ihr Kreuz am 22. Juli machen. Insgesamt wurde bei der Podiumsdiskussion deutlich, dass die Argumente für und wider die neue Sporthalle längst ausgetauscht sind. Alle Beteiligten hegen die Hoffnung, dass viele zum Bürgerentscheid gehen, damit ein deutliches Votum zu Buche steht.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen