Rudy Heinz hat seine Ausbildung beim Mechatronik-Spezialisten Marquardt im September 2016 begonnen.
Rudy Heinz hat seine Ausbildung beim Mechatronik-Spezialisten Marquardt im September 2016 begonnen. (Foto: Marquardt)

Von 87 Auszubildenden als Industrieelektriker in ganz Baden-Württemberg ist er der beste: Rudy Heinz, 19 Jahre alt, aus Rottweil und beim Mechatronik-Spezialisten Marquardt in Rietheim-Weilheim beschäftigt. Die Auszeichnung sei für ihn richtiges Erfolgsgefühl, sagt er. Den Moment, als er davon erfahren hat, wird er wohl so schnell nicht vergessen.

Eines Tages – die Abschlussprüfungen vom Juli waren schon längst vorbei – kam der junge Mann von der Arbeit nach Hause, öffnete den Briefkasten und entdeckte zwei Briefe von der IHK. Im ersten sei von einer Bestenehrung die Rede gewesen, im zweiten dann von der Landesbestenehrung. So richtig glauben konnte es der 19-Jährige zunächst nicht, auch wenn er nach der Abschlussprüfung ein gutes Bauchgefühl gehabt habe, wie er berichtet. „Ich habe erst einmal die Adresse und den Namen überprüft“, erzählt der junge Mann rückblickend.

Beide Angaben stimmten. Dann erst realisierte Heinz seinen Erfolg: „Ich war ganz schön überrascht. Zu Beginn der Ausbildung hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich einmal landesbester Azubi bin.“ Von 100 Punkten insgesamt erreichte er 94. Die Auszeichnung zeige ihm, was man mit Ehrgeiz und dem richtigen Umfeld erreichen könne. „Im Endeffekt kann ich mich darüber sehr glücklich schätzen“, sagt er. Groß gefeiert habe er nicht, gibt sich Heinz ganz bescheiden. Am 23. November findet die Landesbestenehrung in Konstanz statt.

Rudy Heinz hat als Landesbester seine Ausbildung abgeschlossen
Eigentlich wollte Rudy Heinz kein Industrieelektriker werden, doch in seinem damaligen Wunschberuf war keine Ausbildungsstelle mehr frei. Er ließ sich auf das Alternativangebot ein. Seine Entlohnung - landesbester Azubi!

Im Juli standen die Abschlussprüfungen in der Ausbildungswerkstatt bei Marquardt an. An zwei Tagen stellte Heinz sein Wissen und Können unter Beweis, führte Messungen durch, erweiterte einen Schaltplan, nahm diesen Aufbau in Betrieb und beantwortete Fragen zu verschiedenen Themenfeldern. Nach Abschluss der Prüfungen erhielt er einen unbefristeten Vertrag und arbeitet seither im Bereich Betriebsmittelbau. Zu seinen Aufgaben zählt, Messschränke aufzubauen, mit deren Hilfe Produkte geprüft werden. Heinz macht der Beruf Spaß, er sei abwechslungsreich. „Das allerbeste ist, wenn man das Resultat sieht und alles funktioniert“, berichtet der junge Mann, den Elektrotechnik schon immer interessiert habe.

Seine beruflichen Pläne sahen zunächst anders aus: Im September 2016 hat der junge Mann seine Ausbildung bei Marquardt in Rietheim-Weilheim begonnen. Eigentlich wollte Heinz den Beruf des Mechatronikers erlernen, doch es waren keine Plätze mehr frei. Er habe dann das Angebot angenommen, als Industrieelektriker mit Fachrichtung Betriebstechnik eine Ausbildung zu machen.

Im Nachhinein ist er froh darüber. „Ich habe den richtigen Beruf gewählt. Ich bin zufrieden. Und der Beruf gefällt mir sogar besser als der des Mechatronikers“, sagt der 19-Jährige, der in seiner Freizeit gerne Klavier spielt, sich mit Freunden trifft und Fahrrad fährt. Denn während seiner zweijährigen Ausbildung hat er beide Bereiche, den mechanischen und elektrischen, kennengelernt und bereits fünf Monate im Betriebsmittelbau gearbeitet – eben dort, wo er nun auch tätig ist. Seine beruflichen Pläne sehen vor, bei Marquardt zu bleiben.

Infokasten:

Nach Informationen der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg haben im Landkreis Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar dieses Jahr insgesamt sieben Leute ihre Ausbildung als Industrieelektriker abgeschlossen, in ganz Baden-Württemberg waren es 87. Der Beruf sei eher unbekannt, aber sehr gefragt. Bei Marquardt arbeiten derzeit drei Industrieelektriker, zwei sind in Ausbildung. Es gibt noch Ausbildungsplätze für das Jahr 2019.

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