Start für ambulante Seniorenbetreuung in Renquishausen

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Bruder Otto sorgt beim ersten Treffen der Betreuungsgruppe mit einem Lied für lockere Stimmung.
Bruder Otto sorgt beim ersten Treffen der Betreuungsgruppe mit einem Lied für lockere Stimmung. (Foto: Priebe)
Schwäbische Zeitung

Zum ersten Mal hat sich am Dienstagnachmittag die Betreuungsgruppe für ältere Menschen im Renquishauser Bürgerhaus getroffen. Das Angebot soll für pflegebedürftige Menschen auf dem Heuberg ein Zeitvertreib sein, für die pflegenden Angehörigen gleichzeitig eine Entlastung.

Bruder Otto hat seine Ukulele herausgeholt. Auf der kleinen Gitarre spielt er die „Vogelhochzeit“ und spätestens beim „Fideralala“ stimmen die Senioren mit ein. Die Stimmung bei diesem ersten Treffen der Betreuungsgruppe ist heiter. Und jeder Stuhl ist besetzt. „Ausgelegt ist die Gruppe auf zehn Gäste, heute starten wir mit elf“, sagt Johann Stehle, Inhaber des gleichnamigen Pflegedienstes aus Renquishausen und Organisator der Veranstaltung. „Wir sind überwältigt von der Nachfrage.“ Das zeige, wie groß der Bedarf nach solchen Angeboten sei.

Die Gemeinde war auf Stehle zugekommen mit der Bitte, ein ambulantes Betreuungsangebot für Senioren in Renquishausen einzurichten. Das Angebot richtet sich vorrangig an ältere hilfsbedürftige Menschen aus den Heuberggemeinden, die ihre Zeit trotz Einschränkungen in Gesellschaft verbringen möchten. Daher nimmt auch Hubert Kopp das Angebot wahr. „Nach zwei Schlaganfällen brauche ich eben Hilfe“, sagt der ehemalige Bürgermeister von Kolbingen und Renquishausen.

Grundsätzlich seien aber auch leichter eingeschränkte Menschen willkommen, die ihre Zeit nicht alleine verbringen möchten, sagt Stehle.

Denn während die Angehörigen oft wenig Zeit hätten, durch die Arbeit zum Beispiel, hätten die meisten älteren Menschen viel Zeit und seien manchmal auch einsam. „Unser Ziel ist es, diese Zeit mit Inhalt zu füllen und Gesellschaft und Gemeinschaft zu bieten“, sagt der Pflegedienstleiter. Gleichzeitig ist das Angebot eine sogenannte Entlastungsleistung für die Angehörigen. „Sie können in der Zeit beispielsweise Einkäufe erledigen oder einfach nur eine Auszeit nehmen.“

Den Beginn des Treffens bildet ein Impuls, den beim ersten Mal Bruder Otto gegeben hat. Nachdenklich ist die Veranstaltung aber nicht. Der Austausch untereinander soll gefördert werden. Und so kommen auch alte Bekannte wieder zueinander. „Einige Frauen aus Kolbingen haben sich Jahrzehnte nicht gesehen und haben sich hier wiedergetroffen, so findet Begegnung wieder statt“, erzählt Stehle. Welche Aktivitäten angeboten werden sollen, werde sich in den kommenden Treffen entwickeln. „Möglich wäre beispielsweise Mobilitätstraining oder Sitzgymnastik“, zählt Stehle auf. Aber auch Backen oder gemeinsames Singen sind geplant. Im Frühjahr soll es einen Ausflug geben. „Für uns ist dieses Angebot aber auch neu, wir wollen es mit den Gästen entwickeln.“

Möglicherweise könnte das Angebot auch noch auf weitere Nachmittage ausgeweitet werden, das will Stehle je nach Nachfrage nicht ausschließen. Zwar sei die Gruppe auf etwa zehn Personen ausgelegt, „wir werden aber niemanden abweisen“, sagt er. Und nicht nur Gäste sind Stehle willkommen, auch ehrenamtliche Helfer werden gesucht. „Auf Dauer braucht es sicher das ehrenamtliche Engagement der Bürger, davon lebt diese Gruppe.“

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