Renquishauser Forst ist in katastrophalem Zustand

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Revierleiter Thomas Andreas referiert über die Situation des Waldes in Renquishausen.
Revierleiter Thomas Andreas referiert über die Situation des Waldes in Renquishausen. (Foto: Wolfgang Müller)
wm

Nicht gerade großes Interesse ist der Bürgerversammlung im Gasthaus „Rössle“ beschieden gewesen. Nur 34 Zuhörer waren anwesend.

Die Situation im Forst sei katastrophal, sagte Revierleiter Thomas Andreas bei seinen Ausführungen. Zwar habe der diesjährige Schneebruch die Gemeinde nicht so hart getroffen wie Böttingen, Bubsheim und Mahlstetten, doch die anhaltende Trockenheit der letzten zwei Jahre habe dem Forst nicht gut getan. Dies zeigte sich insbesondere durch den hohen Borkenkäferbefall in den Fichtenbeständen, die den größten Teil des Forstes ausmachten. Auch komme die Fichte nicht mit der anhaltenden Trockenheit zurecht. Hier seien jetzt die Waldbesitzer gefragt, die Bestände auf andere Baumarten umzustellen. Auch die Douglasie und die Rotbuche seien stark gefährdet.

Auf die Frage, welche Baumarten gepflanzt werden sollten, konnte Andreas keine konkrete Antwort geben. Die Versuche mit den entsprechenden Baumarten seien erst angelaufen, eine Alternative seien allerdings Kirsche und Eiche. Auch mediterrane Baumarten, die gut mit dem Klimawandel zurechtkommen, seien im Gespräch. Kurz berichtete er noch über das Forstergebniss in diesem Jahr. Es war vorgesehen, 1900 Festmeter einzuschlagen, doch der Schneebruch habe diese Planung überholt. Infolge Schneebruchs mussten 1800 Festmeter und Borkenkäferbefall 1000 Festmeter eingeschlagen werden. Der Holzpreis sei deshalb auf 35 Euro gefallen, was einem Kapitalverlust von 45 000 Euro entspreche. Trotzdem konnte beim Holzverkauf in diesem Jahr ein Überschuss von ungefähr 30 000 Euro erwirtschaftet werden. Im nächsten Jahr sei allerdings mit einem negativen Ergebnis zu rechnen. Die Entscheidungen über die Zukunft des Waldes werde allerdings erst in 50 Jahren so langsam zum Tragen kommen, Forstwirtschaft sei langwierig.

Bürgermeister Zinsmayer berichtete über die aktuelle Situation im Baugebiet Zinen I: Alle 28 Bauplätze sind verkauft. Da bereits wieder Anfragen nach Bauplätzen eingegangen sind, wird eine Vorplanung angestoßen, um das Neubaugebiet um vier Bauplätze zu erweitern. Für das Gewerbegebiet Reckholder II erläuterte Zinsmayer die vorgesehene Straßenführung. Der Bauplatz sei verkauft. Und wenn die Firma baue, würden 88 Arbeitsplätze geschaffen.

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