Zwei private Schnelltest-Zentren im Kreis Rottweil wegen Hygienemängel geschlossen

 Im Kreis Rottweil hat die Behörde zwei private Schnelltest-Zentren geschlossen.
Im Kreis Rottweil hat die Behörde zwei private Schnelltest-Zentren geschlossen. (Foto: Symbol: Marijan Murat / dpa)
Schwäbische Zeitung
sbo

Der private Testzentrumbetreiber, der zur Stölting-Gruppe aus Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) gehört, hat im Kreis Rottweil offensichtlich kein glückliches Händchen mit dem Betrieb von zwei Einrichtungen. Sowohl das Corona-Schnell-Testzentrum in Sulz-Glatt wie auch das in Rottweil auf der Saline sind von den Behörden geschlossen worden. Auch die Teststation im Trossinger Schwabenpark, die ebenfalls von der Stölting-Gruppe betrieben wird, hatte Kritik auf sich gezogen – hier allerdings hauptsächlich wegen nicht eingehaltener Terminvereinbarungen (wir haben berichtet).

In Glatt wurde die Teststation bereits am Tag der Eröffnung, am vergangenen Donnerstag, wieder geschlossen. Bei der Einrichtung in Rottweil wurde am Dienstag der Betrieb untersagt. Gründe sind unter anderem Mängel im Umgang mit dem Hygienekonzept und der Hinweis, PCR-Tests machen zu können. Damit wiederum, so Heinz-Joachim Adam, der Leiter des Gesundheitsamts, sei der Betreiber zu weit gegangen. Das Unternehmen aus Gelsenkirchen hat indes nicht nur in Glatt und Rottweil Probleme von den Behörden bekommen.

Auch die Stadt Bühl in Baden hat sich in diesen Tagen entschlossen, ein von der Stölting-Gruppe organisiertes Schnelltestzentrum zu schließen, den Vertrag zu kündigen und einen anderen Betreiber mit der Aufgabe zu betrauen.

Wann in Sulz und Rottweil die beiden stillgelegten Zentren wieder ihre Arbeit aufnehmen, ist noch nicht klar. In Glatt sei der Bedarf vorhanden, vor allem wegen der Gastronomie, darauf verweist Frank Börnard, der bei der Stadtverwaltung Sulz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Erst am Dienstag habe es ein Treffen mit dem Unternehmen, dem betreuenden Arzt, der Stadtverwaltung und dem Gesundheitsamt gegeben. Bemängelt worden sei unter anderem, so Gesundheitsamtschef Adam im Gespräch mit einer Zeitung, die Nichteinhaltung von Hygienevorschriften. So hätten die Mitarbeiter zuweilen keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, die Abstände seien nicht eingehalten, die Materialien nicht vorschriftsmäßig aufbewahrt worden, auch sei der Umgang mit den Proben nicht einwandfrei gewesen.

Hinzu komme, dass die Produkte zur Testung in Baden-Württemberg (noch) nicht zugelassen seien – in Nordrhein-Westfalen hingegen schon.

Adam erwartet, dass der Betreiber die Mängel abstellt, sich zurückmeldet und das Gesundheitsamt im Einvernehmen mit der Ortspolizeibehörde dann sein Einverständnis zum Betrieb gibt.

Losgelöst von den Fällen der geschlossenen Testzentren im Kreis Rottweil erklärte der für Süddeutschland zuständige Geschäftsführer der Stölting-Gruppe am Mittwochvormittag in einem Gespräch mit einer Zeitung: „Die Qualität vor Ort ist immer nur eine Momentaufnahme.“ Eine Kassiererin im Supermarkt kassiere auch mal falsch ab und so sei es eben auch mit den Mitarbeitern in den Teststationen. Auch diesen würden eben mal Fehler unterlaufen.

Er sei jedoch überzeugt, dass die meisten Betreiber von Testzentren in Deutschland ihre Arbeit richtig und ordentlich machten. „Da zähle ich auch uns dazu“, so Christian Schnürle. Ihm sei es wichtig, dass die Bürger vom Schwarz-Weiß-Denken wegkommen würden. Derzeit urteilten die Leute oft: „Das sind entweder Betrüger oder Ärzte.“ Diese Erwartungshaltung müsse zurückgeschraubt werden. Denn: „Wo man hobelt, fallen halt auch Späne.“

Mit drei bis vier Mitarbeitern pro Teststation – und das Unternehmen ist mit seinen 500 Anlaufpunkten laut Schnürle der größte Testzentrenbetreiber in Deutschland – sei die Kontrolle des Personals indes gar nicht so einfach. „Das ist ein Riesen-Apparat“, betonte der Geschäftsführer.

In Süddeutschland habe man ein externes Kontrollunternehmen beauftragt, das die Zentren – vor allem nach massiven Beschwerden – prüfe und Berichte abliefere.

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