Von Tonfischlein bis zu Körben aus Glas

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Die Gartenstecker mit den Fischen aus Ton hatten es den Besuchern besonders angetan.
Die Gartenstecker mit den Fischen aus Ton hatten es den Besuchern besonders angetan. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

Galeristin Heide Streitberger und ihre Mitarbeiterinnen haben am Wochenende zu einem Frühlingsfest mit Kunsthandwerkermarkt eingeladen. Rund um die „Galerie im Altbau“ und im Café Waltraut war an beiden Tagen reges Leben. Dazu gab es vom Grillrad Würste für den kleinen Hunger, das Café bot Kuchen und Torten mit Kaffee an.

Weder Verkäufer noch Besucher ließen sich vom durchwachsenen Wetter abhalten. „Bei schönem Frühlingswetter wären bestimmt einige Besucher mehr gekommen, aber auch so freut es mich, dass so viele Kunstinteressierte den Weg zu uns gefunden haben“, sagte Hauptorganisatorin Heide Streitberger. Sie selbst besucht fast ausnahmslos alle Kunsthandwerkermärkte in der Region. Hier entdeckt sie manche Rarität von frei schaffenden Künstlern. Auch bei Hobbykünstlern wurde Streitberger oft fündig. Dass bei diesen Anlässen sofort Kontakte geknüpft wurden, ist selbstverständlich.

Deshalb war es nicht verwunderlich, dass der Kunsthandwerkermarkt mit Deko für Haus und Garten aus Ton, Holz, Glas, Filz, Metall und vielem mehr bestückt war. Besondere Anziehungspunkte waren die Stelen aus Ton, Holz, Porzellan und Glas. Und manches Tonfischlein oder bunte Vöglein wechselte den Besitzer.

Die Künstler stellten sich den vielen Fragen der Besucher und gaben Auskunft über ihre Arbeit. So fertigt das Glaskünstler-Ehepaar Kiefer aus Meßstetten zauberhafte Glasunikate wie Schalen, Teller, Vasen, ja sogar Körbe. In den letzten Jahren haben sich die Glaskünstler intensiv mit der Wiederverwertung von Glas beschäftigt. Skulpturen, Objekte, handgewickelte Glasperlen – fast alles entsteht inzwischen aus recyceltem Glas. So entstand aus fünf Pikkoloflaschen eine wunderschöne Schale mittels speziellen Heizofen.

Mit einfachen Techniken, bei denen immer noch das Feingefühl der Hände als wichtigstes Werkzeug zählt, kann man sich eine ganz eigene Papierwelt erschaffen. Jutta Höss stellt Projekte ihrer Papierkunst, vorwiegend Schreibbücher in Verbindung von alten Stoffen, aus, die sehr gut zu den Tonarbeiten von Silvia Jung und Adelheid Imhof passen. Eine Erdbeertorte mit frisch gefilzten Erdbeeren lockt vor allem Filzbegeisterte an. Daneben strahlten Wichtel um die Wette mit gefilzten Windlichtern und einem Berg von gefilzten Steinen von Christina Ziegler. Große und kleine Kugeln, Fische und viele weitere Gartenstecker fertigt Gerlinde Müller-Rees in Rauchbrandtechnik aus Ton. Nistkästen, Insektenhotels und alles für die Vögel waren im Durchgang zur Passage zu bewundern, und mancher Vogelliebhaber freute sich über seinen Kauf.

Auserlesene Öle wie Leindotteröl, Raps-, Senf-, Hanföl, selbst gepresst und aus eigenem Anbau, konnte man am Stand der Waldhof-Ölmanufaktur probieren und kaufen. Daneben gab es bunte tunesische Handarbeit mit gewobenen Tischdecken und handbemalten Tonarbeiten. Mit seinen Holzstelen mit geschnitzten Minidörfern, oder großen Bodenvasen aus dem Holz von Mammutbäumen bot das Ehepaar Pfaff eine ganz seltene Holzkunst-Besonderheit an. Hermann Eckerlin hat sich einem ganz anderen Kunsthandwerk verschrieben: Er fertigt Schmuck aus Tafelsilber. Mit ein bisschen Phantasie entsteht auch aus einer metallenen Badewanne ein rustikaler Sessel mit weichem Polster.

Ein besonderer Anziehungspunkt war „Frauenpower“ von Bärbel Stöhr-Polaczek. Ihre spezielle Darstellung von Weiblichkeit mit den bunten, erotischen und prallen „Nanas“ fand allgemeine Bewunderung.

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