TV Aldingen feiert mit neuen Ideen

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Der Festausschuss zum Jubiläumsjahr: Birte Haller, Volkhard Fischer, Rolf Mauch, Björn Flaig, Martin Jetter, Karin Korb und Pete
Der Festausschuss zum Jubiläumsjahr: Birte Haller, Volkhard Fischer, Rolf Mauch, Björn Flaig, Martin Jetter, Karin Korb und Peter Gnann (v.l.) (Foto: Regina Braungart)
Redaktionsleiterin

Sich immer wieder ins Bewusstsein bringen, Angebote nicht nur für Gäste, sondern auch die eigenen Mitglieder – das ist das Konzept des TV Aldingen zum 125-jährigen Bestehen. Und trotzdem ist so ein Jubiläum auch ein Anlass zurück zu schauen und Gemeinsamkeiten mit und Unterschiede zu den Altvorderen zu entdecken.

Festschrift veröffentlicht

Zum 100-jährigen Bestehen hatten die Aktiven eine Festschrift mit der Chronik des Vereins herausgegeben, dieses Jahr galt und gilt der Fokus dem aktuellen Verein: Ein Kalender begleitet die um die 960 Mitglieder durchs Jahr.

Neues Logo für den Verein

Die Blätter stellen die sieben Abteilungen und ihre Aktivitäten vor, wer sich also in Aldingen einen Sport sucht, kann zwischen Turnen, Tischtennis, Ski, Schwimmen, Volleyball, Laufen oder Badminton wählen. Aber nicht nur die Art, ein Jubiläum zu feiern, ist neu, sondern auch das Logo. Das sollte aus der „frisch, fromm, fröhlich, frei“-Ecke herausgeholt werden.

Wieso ist Turnen so etwas Deutsches?

Das Turnen ist im Guten wie im Schlechten mehr als andere Sportarten „Deutsch“. Man sieht es an der Geschichte. Erst wurden die Turnvereine gegründet auch als Ausdruck von Jugendbewegung und Aufbruch sowie der demokratischen Selbstorganisation inmitten des autoritären Kaiserreichs.

So festlich ausstaffiert nahm der TV 2002 am 1200-Jahr-Jubiläum teil.
So festlich ausstaffiert nahm der TV 2002 am 1200-Jahr-Jubiläum teil. (Foto: Archiv TV Aldingen)

Später wurden Disziplin und Körperbeherrschung zum Sinnbild des neuen Menschen, den der Nationalsozialismus entwerfen wollte. Dann avancierten auch die Turnvereine zu Triebfedern von gesellschaftlichen Aktivitäten. Und dazwischen zwei Weltkriege, die jungen Männern das Leben kosteten.

Ab den 50er Jahren kamen Frauen dazu

Der Aldinger TV hat all diese Phasen durchlebt. Deutsche Turnfeste, hervorragende sportliche Leistungen auch beim Turnfest 1938 in Breslau, haben die schwäbischen Turner erbracht. Die historischen Bilder zeigen stolze, durchtrainierte, aber auch fröhliche junge Männer. Ab den 50er-Jahren auch Frauen.

Stattlich: Aldingens Musterriege von 1898 beim Gauturnfest in Freudenstadt.
Stattlich: Aldingens Musterriege von 1898 beim Gauturnfest in Freudenstadt. (Foto: Archiv TV Aldingen)

Kontinuität und gesellschaftliche Anpassung – der TV Aldingen macht den Eindruck eines Organismus, der mit der Zeit geht, denn Ende der 50er-Jahre kamen die neuen Sparten sukzessive zu den vorher reinen turnerischen Aktivitäten dazu. Manche verschwanden aber auch wieder wie Jazztanz oder Hockey.

Skifahren spielte große Rolle

Stark wurde vor allem auch die Skiabteilung, die letztlich auch ab 1972/73 dafür gesorgt hat, dass der Verein ein eigenes Domizil hat. Drum heißt das Vereinsheim bis heute „Skihütte“. Inzwischen wird im Sommer Rad gefahren, im Winter gibt es Skiausfahrten in die Berge.

Turnen nicht mehr auf Leistungsniveau

Immer wieder habe man sich die vergangenen fast 60 Jahre nach der Wiedergründung etwas Neues einfallen lassen, um modern zu bleiben. Geturnt wird inzwischen nicht mehr auf Leistungsniveau. Umso wichtiger das Breitensportturnen, und das schon bei den Allerkleinsten.

Auch im Jubliäumsjahr hat der Festausschuss eine schöne Mischung hinbekommen. Neue Wege gingen die Frauen mit einem Wohlfühltag für Frauen, aber ganz klassisch wird es auch einen Festabend geben (Programm siehe nebenstehenden Artikel). Bei dem wollen die TVler aber feiern und nicht arbeiten. So ist es organisiert.

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