Sommersprossen-Festival steht in den Startlöchern

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 Der Violinist Florian Donderer ist neuer Intendant der „Sommersprossen“.
Der Violinist Florian Donderer ist neuer Intendant der „Sommersprossen“. (Foto: Giorgia Bertazzi)
Schwäbische Zeitung

Der neue Intendant Florian Donderer fiebert mit dem Kulturamt und dem Freundeskreis Sommersprossen dem ersten gemeinsamen Festival unter neuer Regie entgegen. Sieben Konzerte spannen einen weiten musikalischen Bogen und kombinieren laut Pressemitteilung „frischen Wind mit bewährten Konzepten“. Vom 2. bis 9. Juli soll eine neue Ära in der Geschichte des Rottweiler Musikfestivals beginnen.

Der Violinist Florian Donderer übernimmt die Intendanz von Ingo Goritzki, der das Festival vor über 50 Jahren gemeinsam mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Johannes ins Leben gerufen hatte.

Während die ersten Konzerte ganz im Zeichen von Schubert stehen, führen die folgenden die Festivaltradition weiter, die das gemeinsame Musizieren befreundeter Künstler in den Mittelpunkt stellt. „Der Mond ist aufgegangen“ ist das Eröffnungskonzert am 2. Juli überschrieben, bei dem gleich ein neuer Konzertort erprobt wird: die Pulverfabrik im Neckartal. In der lichtdurchfluteten Kathedrale werden zwei Quartette der Extraklasse - Florian Donderers Signum Quartett und das Weltmusik-Quartett Quadro Nuevo - mit den räumlichen Gegebenheiten spielen, aber auch mit den verschiedenen Formen des Volksliedes und des Kunstliedes.

Tags darauf stellt wiederum das Signum Quartett im Sonnensaal des Kapuziners Werke von Schubert, darunter das bekannte Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“, einer modernen Form der Komposition gegenüber: unter dem Hashtag #quartweets forderte das Ensemble dazu auf, Kompositionen mit der auf Twitter maximal erlaubten Zeichenzahl zu tweeten, also zunächst mit 140, inzwischen nun mit höchstens 280 Noten. Etliche Komponisten aus aller Welt haben sich bereits an diesem Projekt beteiligt. Am 5. Juli folgt laut Mitteilung „ein absolutes Highlight“: Florian Donderer konnte die in der Klassikszene weltweit gefeierten Musiker Julian Prégardien (Tenor) und Lars Vogt (Piano) dazu gewinnen, in Rottweil Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ im Jugendstilsaal des Rottenmünsters zur Aufführung zu bringen.

Doppelkonzert am 6. Juli

Bei einem Doppelkonzert am 6. Juli wird zunächst ganz offiziell der Stab von Ingo Goritzki an Florian Donderer übergeben. „En Suite – Fliegender Wechsel“ heißt es, wenn bereits um 17 Uhr - wiederum im Jugendstilsaal - alter und neuer Intendant gemeinsam auf der Bühne stehen, zusammen mit vielen weiteren bewährten Sommersprossen-Musikern. Im Anschluss lädt der Freundeskreis Sommersprossen anlässlich seines 25jährigen Jubiläums zu einem kleinen Empfang, bevor um 21 Uhr im barocken Rahmen der kleinen Ruhe-Christi-Kirche Florian Donderer und seine Frau, die bekannte Cellistin Tanja Tetzlaff, Werke von Bach, Britten und Ravel zu Gehör bringen. Wer beide Konzerte an diesem Abend besuchen will, kann sich ein vergünstigtes Kombiticket sichern.

Weiter geht es am 7. Juli in der Kapellenkirche. „It´s All About That Bass“ feiert mit Werken vor allem des 18. Jahrhunderts die tiefen Streicher, drei Celli, ein Kontrabass, aber auch das Fagott als Bassinstrument. Zu bekannteren Namen wie Bach, Mozart und Boccherini gesellen sich nicht so häufig gehörte Komponisten wie Johann Baptist Vanhal und Georg Christoph Wagenseil. Das Festival endet am 9. Juli in der Werkstatt der Kunststiftung Erich Hauser. Einer Uraufführung des für das Konzert titelgebenden Werkes „Il Canto della notte III“ von Volker David Kirchner folgen Werke von Poulenc, Strawinsky und Penderecki.

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