Sind die heutigen Verkehrsmittel veraltet?

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 Thomas Koch war einer der Referenten.
Thomas Koch war einer der Referenten. (Foto: Céline Smith)
Schwäbische Zeitung

Bei der Intelligent Manufacturing Conference (IMC) 2019 im Kraftwerk Rottweil haben Experten vor 150 Teilnehmern darüber gesprochen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte und wie die Branche die vor ihr liegenden Herausforderungen meistern kann. Die Veranstaltung wurde vom Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller Tornos organisiert.

Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Sind die heutigen Transportmittel veraltet? Sollten wir künftig auf Kraftstoffe wie Diesel, die manche für höchst schädlich halten, verzichten? Eröffnet wurde die Konferenz mit einem Vortrag von Rolf Bulander, ehemals Mitglied der Geschäftsleitung der Robert Bosch GmbH und dort verantwortlich für den Bereich Mobility Solutions, der über die neuesten Mobilitätstrends referierte. Demnach gibt es nicht nur einen Mobilitätstrend der Zukunft, sondern mehrere, welche durch den Konsumenten beeinflusst werden.

Janna Hofmann war die zweite Expertin. Sie ist am Karlsruher Institut für Technologie beschäftigt, wo sie Unternehmen mit dem Projekt Fit4E bei der Entwicklung von Methoden und Ansätzen unterstützt. Sie betonte, welche Herausforderungen der Wandel mit sich bringt und wie Teams innerhalb eines Unternehmens die neuen Anforderungen gemeinsam bewältigen können.

Die dritte Präsentation von Siegfried Schmalzried stieß bei den Teilnehmern laut Mitteilung auf großes Interesse. Durch seinen Ansatz konnten die Teilnehmer nachvollziehen, dass der Kolbenmotor noch lange nicht Geschichte ist, so die Mitteilung. Aufgrund des Wachstums in Märkten außerhalb der EU und der USA werde der Peak bis 2030 erwartet. Bei der Steigerung der Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit durch angepasste Produktionsprozesse bestehe Verbesserungspotenzial, sagte Schmalzried. „Effizienter zu sein ist das Ziel.“

Thomas Koch war der vierte Redner. Sein Ansatz hat basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt, „dass die Dieseltechnik nicht so teuflisch ist, wie manche Leute glauben“. Koch ist Institutsleiter für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie. Aus seiner Sicht kann man das Abgasproblem technisch lösen. Der Verbrennungsmotor sei besser als sein Ruf. Und die Elektromobilität? Sie ist für ihn aktuell nicht die beste Lösung, weil sie einfach zu teuer sei.

Michael Hauser, CEO von Tornos, betonte in seinem Vortrag die „große Bedeutung des deutschen Markts für die Werkzeugmaschinenindustrie“. Ein Beispiel: Tornos habe kürzlich in Pforzheim ein Grundstück gekauft und wird demnächst mit dem Bau des neuen Customer Center beginnen. Dies sei ein deutliches Signal für den Wunsch, die eigene Präsenz in dem Land zu stärken.

Neben Diskussion, Workshops und Ausstellungen bot der Tag die Gelegenheit, sich mit Branchenvertretern und interessierten Personen zu vernetzen.

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