Referentinnen präsentieren erschreckende Zahlen

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Bürgermeister Butz und Jugendreferentin Annalena Spiertz bedanken sich bei den Referentinnen des Abends, (v.l.) Susanna Güttler,
Bürgermeister Butz und Jugendreferentin Annalena Spiertz bedanken sich bei den Referentinnen des Abends, (v.l.) Susanna Güttler, Sandra Vollmer, Anja Horn, Sandra Scheller und Carina Endress von der Jugendinitiative „Wir ernten, was wir säen“, die bei der Vorbereitung geholfen hatte. (Foto: Cäcilia Fiedler)
Cäcilia Fiedler

Impulse setzen – das ist Ziel der Nachhaltigkeitsveranstaltung „Hauptsache Konsum?“ gewesen, die Jugendreferentin Annalena Spiertz und das Jugendsprecherteam im Rahmen der Vortragsreihe der Nachhaltigkeitsregion 5G vorbereitet und organisiert hatten. Rund 60 Zuhörer konnte Bürgermeister Butz zu diesem Thema begrüßen.

Der ehemalige Jugendsprecher Marvin Hermann erläuterte, wie die Jugendlichen zu diesem Thema gekommen sind, und dass ihnen erst mit der Beschäftigung damit bewusst geworden sei, was nachhaltig bedeutet. Ein kurzer Film über das Wegwerfen von Lebensmitteln führte in das Thema ein.

Die erste Referentin des Abends, Susanna Güttler vom Forum Ernährung des Landratsamtes, betonte, dass der Verbraucher über seinen Einkauf viel erreichen kann, indem man regionale und saisonale Produkte kaufe, lieber frisch als tiefgefroren, Abfälle vermeide und fair einkaufe. Sie hatte erschreckende Zahlen dabei: So stammen 41 Prozent der Treibhausemmissionen der Nahrungsmittelherstellung aus der Fleischerzeugung. Diese Treibhausgase aus der Tierproduktion machen 14,5 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgase aus. Daher appellierte sie an ihre Zuhörer, weniger Fleisch zu essen.

Wichtige Faktoren seien auch der Wasserverbrauch, die Ressourcenverluste und die Schlachtabfälle, denn nur ein Teil der geschlachteten Tiere wird auch gegessen. Ein Drittel aller Lebensmittel landen im Müll. Hier gab sie Tipps für Essen ohne Reste und betonte, wie die anderen Referentinnen, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bedeute, „am folgenden Tag ist die Ware schlecht“. Man solle auch sogenannte Misfits, also Gemüse oder Obst, das nicht so schön gewachsen ist, akzeptieren und übrige Lebensmittel teilen.

Plastik zu vermeiden war die Motivation von Sandra Scheller, die in Zimmern ob Rottweil einen „Unverpackt“-Laden eröffnet hat. Sie appellierte an die Zuhörer, nach Alternativen zu Plastik und Plastikverpackungen zu suchen, dies spare auch Restmüll. Sandra Vollmer und Anja Horn von der Foodsharing Initiative Rottweil sammeln in Betrieben Lebensmittel ein, die sonst in der Tonne landen würden, und verteilen sie. Ihnen geht es dabei nicht darum, diese an bedürftige Personen zu verteilen, sondern an jeden – denn Ziel sei es, die Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten. Auch sie bedauerten, dass viele Lebensmittel weggeworfen werden, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Hier solle man sich auf seine Sinne verlassen, die Waren anschauen und daran riechen. Wenn man bewusster einkaufe und Reste verwerte, könne man schon viele Lebensmittelabfälle vermeiden.

Beide hatten zahlreiche Produkte dabei, die an diesem Tag gesammelt wurden, und an denen sich jeder bedienen konnte – auch der Imbiss für die Besucher stammte daraus. Diesen hatten die Helferinnen des Bürgervereins frida, welcher die Bewirtung übernommen hatte, hergerichtet. Bürgermeister Butz und Annalena Spiertz bedankten sich bei den Referentinnen mit nachhaltigen Geschenken. Bei den Besuchern blieb sicher der ein oder andere Impuls, an seinem Verhalten etwas zu ändern.

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