Nur eine Leitstelle für 2,5 Millionen Einwohner

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 Gruppenbild mit Gastgeber: Unser Foto zeigt (von links) die DCKP-Vorsitzende Dr. Ursula Engesser, Kinderarzt Hermann Weiß aus F
Gruppenbild mit Gastgeber: Unser Foto zeigt (von links) die DCKP-Vorsitzende Dr. Ursula Engesser, Kinderarzt Hermann Weiß aus Freiberg, den chinesischen Arzt Dr. Rujin Hu, Chefarzt Dr. Jan Oliver Kaufhold, Medizincontroller Christian Kaufmann sowie den Laborspezialisten Hans Georg Willburger bei ihrem Aufenthalt in China. (Foto: Christian Kaufmann)
Schwäbische Zeitung

Es ist eine gute Tradition, dass im Rahmen der Deutsch-Chinesischen Krankenhauspartnerschaft (DCKP) eine Delegation der Helios Klinik Rottweil nach China reist, um in Huangshi das Partnerkrankenhaus zu besuchen. Dieses Jahr vertraten laut einer Pressemitteilung Chefarzt Dr. Jan Kaufhold und Medizincontroller Christian Kaufmann das Rottweiler Krankenhaus bei den Kollegen in China. Mit dabei waren außerdem die Rottweiler Anästhesistin Dr. Ursula Engesser, seit mehr als zehn Jahren Vorsitzende der DCKP, Kinderarzt Hermann Weiß aus Freiberg sowie Laborspezialist Hans Georg Willburger.

Im Rahmen des wissenschaftlich-kulturellen Austausches fand in Huangshi auch ein kleiner Kongress mit verschiedenen medizinischen Themen statt. Dr. Jan Kaufhold, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums am Rottweiler Krankenhaus, berichtete über das operative Vorgehen bei Brust-Tumoren im Vergleich Rottweil zu Huangshi. Christian Kaufmann gab den Zuhörern Einblicke in das medizinische Abrechnungssystem in Deutschland, das sich komplett vom chinesischen unterscheidet. Außerdem erfuhren die Kongressteilnehmer von Dr. Ursula Engesser, wie die Rettungsmedizin in Deutschland und speziell in Rottweil funktioniert. Hermann Weiß erklärte laut Mitteilung das Modell einer Kinderarztpraxis in Deutschland, die es in dieser Form so in Huangshi nicht gibt. Wie immer fanden die Berichte aus Deutschland eine hohe Resonanz und riefen engagierte Diskussionen hervor.

Die Delegation war „überwältigt und beeindruckt“ von der Struktur des Krankenhauses mit 1400 Betten. Der Besuch zeigte auch, „wie schnell die Entwicklung in China voranschreitet, sichtbar an der Entwicklung der einzelnen Abteilungen wie Gastroenterologie und Urologie“. Speziell im Bereich der Rettungsmedizin habe sich in den letzten Jahren „extrem viel verändert“.

Inzwischen gebe es in China eine einheitliche Notrufnummer, in Huangshi allerdings nur eine Leitstelle, bei 2,5 Millionen Einwohnern. Rettungsfahrzeuge und auch ein Notarztsystem seien inzwischen installiert – „all diese Institutionen waren vor zehn Jahren hier noch nicht vorhanden“.

Dr. Ursula Engesser: „Besonders hervorzuheben ist die bemerkenswerte Gastfreundschaft der chinesischen Arzt-Kollegen und Freunde.“ Bei täglichen größeren Zusammenkünften und Essen seien lebhafte Gespräche über die kulturellen Unterschiede und Entwicklungen geführt worden. Es habe sich darüber hinaus wieder bestätigt, dass inzwischen eine tiefe Freundschaft mit den Kollegen in China entstanden sei.

Um diese Freundschaft sowie die wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung auf beiden Seiten weiterhin zu fördern und zu vertiefen, werde zusammen mit einer chinesischen Delegation im Mai nächsten Jahres in Rottweil eine Feier zum 30-jährigen Bestehen der Deutsch-Chinesischen Krankenhauspartnerschaft stattfinden, zu der alle Interessierten bereits jetzt eingeladen seien.

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