Rottweil: Der Konzern hat am Donnerstag angekündigt, im Rahmen seiner Umstrukturierung auch in Rottweil "Anpassungen" vorzunehmen und 150 Arbeitsplätze zu streichen.">

Mahle streicht 150 Stellen in Rottweil

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Auch der Mahle-Standort in Rottweil ist von Stellenstreichungen betroffen.
Auch der Mahle-Standort in Rottweil ist von Stellenstreichungen betroffen. (Foto: sbo/kw)
sbo und Corinne Otto

Damit trifft der Umbruch in der Automobilbranche den Standort hart. Das Mahle-Werk in Rottweil ist mit rund 900 Beschäftigten aktuell einer der größten Standorte des Technologiekonzerns in Europa.

Im Rahmen der Umstrukturierung hat der Mahle-Konzern in Stuttgart nun am Donnerstag die Standorte in Europa definiert, an denen laut Mitteilung "strukturelle Anpassungen" erforderlich seien. Auch der Standort Rottweil wird genannt. Auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten nach dem Umfang erklärt der Sprecher des Unternehmens, Ruben Danisch, dass in Rottweil 150 Arbeitsplätze betroffen seien. "Über die Einzelheiten der Umsetzung sprechen wir nun umgehend mit den zuständigen Arbeitnehmervertretern vor Ort", so der Sprecher.

Für die beiden deutschen Standorte in Gaildorf (Baden-Württemberg) und Freiberg (Sachsen) sehe der Konzern keine Perspektive für eine wirtschaftliche und nachhaltige Aufstellung im Wettbewerbsumfeld, weshalb eine Schließung unumgänglich werde. Von den weiteren Stellenanpassungen sind neben Rottweil unter anderem die deutschen Produktionsstandorte in Mühlacker/Vaihingen und Neustadt sowie St. Michael in Österreich betroffen.

Mit diesen Maßnahmen erweitere Mahle seine Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme, die aktuell unter den wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Krise an Dringlichkeit gewonnen hätten, begründet der Konzern den Schritt. Man wolle das Unternehmen angesichts einer nachhaltigen Transformation der Branche und einer schwächeren Entwicklung der globalen Märkte in den kommenden Jahren strukturell und technologisch neu aufstellen und damit die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichern, heißt es aus der Konzern-Zentrale.

Vor genau zwei Jahren hatte sich Sprecher Ruben Danisch im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten noch optimistisch zum "wichtigen Standort Rottweil" geäußert. Man sehe eine "nachhaltig stabile Situation für das Werk", sagte er. Es gebe keine Planungen, die Zahl der Beschäftigten wesentlich zu verändern. Jetzt sieht es anders aus. Man gehe nun "zeitnah" in die Gespräche mit den jeweils zuständigen Arbeitnehmervertretern vor Ort, heißt es.

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