Eine Luftballonaktion starteten die Frittlinger Grundschüler, um neue Lehrer zu finden.
Eine Luftballonaktion starteten die Frittlinger Grundschüler, um neue Lehrer zu finden. (Foto: cf)
Cäcilia Fiedler

Schon wieder ist die Leintalschule in Frittlingen, eine Grundschule mit rund 110 Schülern, von akutem Lehrermangel betroffen. Nachdem die Lehrerversorgung für ein gutes Jahr zufriedenstellend war, fällt eine 100-Prozent-Lehrkraft seit den Sommerferien durch Schwangerschaft aus – somit sind nur noch 77 Prozent der Pflichtstunden gedeckt. Ein solcher Ausfall wirkt sich an einer kleinen Schule besonders stark aus.

Das Schulamt kann keine Vertretung stellen – und so sind Schulleitung, Eltern und die Gemeindeverwaltung eifrig dabei, wenigstens für einige Stunden Ersatz zu bekommen. Die Telefone laufen derzeit heiß. Da auch andere Schulen Lehrkräfte suchen, ist dies nicht leicht. Das ganze dauert Zeit, da auch noch ein Verfahren beim Schulamt in Konstanz durchlaufen werden muss.

Als erste Maßnahme wurden die beiden vierten Klassen zu einer Klasse mit 32 Schülern zusammengelegt – was im Hinblick auf die anstehende Empfehlung für weiterführende Schulen alles andere als ideal ist. Auch der Schwimmunterricht für die zweite Klasse wurde gestrichen.

Die Eltern sahen in diesem Zustand eine Benachteiligung ihrer Kinder gegenüber anderer Schulen und sind schnell aktiv geworden. Zahlreich erschienen sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung und baten um Unterstützung. Die Gemeindeverwaltung sagte ihre volle Unterstützung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu. So erhielten sie Platz im Mitteilungsblatt, um auf ihr Anliegen hinzuweisen. Kommende Woche wird ein Banner am Ortseingang aufgestellt, und am Donnerstag startete eine große Luftballonaktion: 200 Luftballons mit Karten, mit der Aufschrift „Lehrer/in gesucht“, stiegen im Beisein von Eltern, Gemeinderäten, Bürgermeister und Lehrern in den Himmel.

Sowohl die Eltern als auch Bürgermeister Dominic Butz tun sich schwer zu verstehen, wie es überhaupt zu einer solchen Situation kommen konnte. Sie wollen sich gar nicht ausmalen, wie der Unterricht aussehen würde, wenn eine weitere Lehrkraft krank würde. Deshalb wird alles versucht, die Lehrerlücke zu füllen und einen verlässlichen Unterricht zu gewährleisten. So werden auch die Kanäle der sozialen Medien genutzt, um Werbung für die Leintalschule und die Gemeinde zu machen. Die Gemeinde will bei der Wohnungssuche für solche Aushilfskräfte behilflich sein. Für Bürgermeister Butz und die Initiatoren der Elterninitiative ist klar: „Wir bleiben am Ball und machen Druck, bis wir wieder eine zufriedenstellende Lehrerausstattung an unserer Leintalschule haben.“

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