Landmarkt droht weiter die Schließung

Lesedauer: 5 Min
 Ein großes Interesse herrschte an der Generalversammlung der Genossenschaft Dürbheimer Landmarkt.
Ein großes Interesse herrschte an der Generalversammlung der Genossenschaft Dürbheimer Landmarkt. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

Die Genossenschaft Dürbheimer Landmarkt (LM) hat ihre Hauptversammlung abgehalten. Hauptthema war die Weiterführung der Genossenschaft, die aber nur bestehen kann, wenn ein Mindestjahresumsatz von 540 000 Euro, das heißt ein monatlicher Umsatz von 45 000 Euro, garantiert ist. Da die Einsparpotentiale bei Personal, Einsatz von Helfern, Stromkosten etc. völlig ausgeschöpft seien, müssten Ende des Jahres positive Zeichen aus den aktuell laufenden Aktivitäten erkennbar sein, so Vorstand und Aufsichtsrat. Ansonsten müsse der Landmarkt geschlossen werden.

Einstimmig beschlossen die 70 anwesenden Genossenschaftler, dass nach der abgeschlossenen Insolvenz zum 31. Januar 2017 die Genossenschaft Dürbheimer Landmarkt weitergeführt wird. Hierbei wurde auf Paragraf 117 des Genossenschaftsgesetzes verwiesen, wonach ein ausdrücklicher Beschluss zur Fortsetzung der Genossenschaft erforderlich sei. Vorstandsmitglied Winfried Kapp gab Erläuterungen. Für die Eintragung im Genossenschaftsregister wurde die erneute Bestätigung des Satzungsbeschlusses notwendig, dass eine Nachschusspflicht der Mitglieder nicht besteht. Die Versammlung gab ihr einstimmiges Votum.

Steuerberaterin Andrea Keller von der Steuerberatungsgesellschaft WS Süd gab einen Bericht über das Geschäftsjahr 2018. Die Bilanzsumme von 76 298 Euro wurde einstimmig akzeptiert. Jedoch musste ein Jahresfehlbetrag von 23 546 Euro festgestellt werden, der laut Beschluss der Anwesenden auf das Geschäftsjahr 2019 vorgetragen wird. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen in Höhe von 13742 Euro, die im Geschäftsjahr 2019 wegfallen, könne ein besseres Ergebnis angepeilt werden. Auf die Frage eines Besuchers nach der Situation des noch verbleibenden Eigenkapitals teilte die Steuerberaterin mit, wenn dieses durch weitere Fehlbeträge verbraucht werde, müsse die Genossenschaft liquidiert und aufgelöst werden. „Deshalb auch mein Appell an alle Dürbheimer und Kauflustigen der Umgebung: Kaufen Sie beim Dürbheimer Landmarkt ein, damit der Mindestumsatz erreicht wird.“

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Lothar Dreher gab von einer umfangreichen Arbeit des Gremiums Kenntnis. Zusammen mit dem Vorstand konnten drei Veranstaltungen, Adventsmarkt, Beteiligung am Ferienhock des Musikvereins und Ferienabschluss-Fest durchgeführt werden. Die Erlöse lieferten ein schönes Polster für die Ladenkasse. Der Aufsichtsrat hat sich in vier Sitzungen über die jeweilige Lage des Landmarkts durch den Vorstand mit Winfried Kapp, Anton Keller, Norbert Meder und Christian Märtens informieren lassen.

Zur allgemeinen Situation des Landmarkts bedauerte der Vorsitzende den schwindenden beziehungsweise schwankenden Umsatz. Man hoffte, mit dem gewohnten Umsatzziel von mindestens 540 000 Euro wieder flüssiger werden zu können. Leider sei dies nicht eingetroffen. Alle zusätzlichen Einnahmen und Sparmaßnahmen sowie die Personalentlastung durch ehrenamtliche Helfer seien so ausgereizt, „dass nichts mehr möglich ist. Es hilft also nur noch, den Umsatz zu steigern“. Dreher: „Wir werden jedoch nur erfolgreich sein, wenn alle ihren aktiven Beitrag zum Bestand des Landmarktes leisten, damit der Umsatz steigt.“ Es dürfe nicht sein, dass das soziale Projekt „Bürger für Bürger“ durch den Egoismus einiger Bürger zum Scheitern verurteilt sei, waren sich Vorstand, Aufsichtsrat und die gesamte Versammlung einig.

Einstimmig erteilte die Versammlung die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die von Bürgermeister Andreas Häse herbeigeführt wurde. Bei den Wahlen wurden die Aufsichtsratsmitglieder Andreas Beck, Alexander Bühler und Petra Storz für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen