Kosten steigen auf deutlich über eine Million Euro

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 Das gemeindeeigene Gebäude Hintere Gasse 1 wird laut mehrstimmigem Beschlusses des Gemeinderates für 1,3 Millionen Euro saniert
Das gemeindeeigene Gebäude Hintere Gasse 1 wird laut mehrstimmigem Beschlusses des Gemeinderates für 1,3 Millionen Euro saniert und umgebaut. Es sollen zehn Wohnungen darin entstehen. Die Kosten werden in den Haushalt 2020 eingestellt. 60 Prozent Zuschuss der förderbaren Kosten werden zugesichert. (Foto: Alois Groß)
Herlinde Groß

Mit der Sanierung des gemeindeeigenen Gebäudes Hintere Gasse 1 hat der Denkinger Gemeinderat jetzt einen entscheidenden Beschluss herbeigeführt. Bei drei Neinstimmen wurde die Sanierung und der Umbau des Gebäudes für 1,3 Millionen Euro beschlossen – deutlich mehr Geld als ursprünglich geplant. Die Summe wird im Haushalt 2020 eingestellt. Während der Ausschreibung und Ausführung, die zügig erfolgen soll, sind die Kosten laufend auf Einsparpotenziale zu überprüfen.

Sanierung und Umbau des Gebäudes stehen auch im engen unmittelbaren Zusammenhang mit der 2021 geplanten Sanierung der Gebäude Hintere Gasse 1 und 1/1, informierte Bürgermeister Rudolf Wuhrer das Gremium. Die Gemeinde sei auf weitere gemeindliche soziale Wohnungen angewiesen. Dies gelte nicht nur für die Zuweisung von Flüchtlingen, sondern auch beispielsweise für Alleinerziehende.

Dieses große und städtebaulich wichtige Gebäude eigne sich in besonderer Weise, da durch die kompakten Wohnungen in einem Gebäude auch die Folgekosten geringer seien als bei Wohnungen, die auf mehrere Gebäude verteilt seien, lautete der Verwaltungshinweis. Zudem sei eine Neubebauung mit der gleichen Anzahl von zehn Wohnungen an dieser Stelle aus Sicht der Verwaltung nicht möglich.

Da der Gemeinderat bisher von 600 000 beziehungsweise später 800 000 Euro Baukosten ausging, wurden Bedenken über den jetzigen Betrag von 1,3 Millionen Euro geäußert. Doch bei einem Fördersatz in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Kosten sei die Angelegenheit doch noch interessanter als ein Neubau, brachte Rat Martin Schnee ein, obwohl er nach wie vor hin- und hergerissen sei. Da pro Wohnung ein Stellplatz gebraucht wird, konnten sich einige Räte nicht vorstellen, wo der Platz hierfür zur Verfügung stehe.

Planer Josef Gassner zeigte geringfügige Einsparungmöglichkeiten auf. Unter anderem vertritt er die Meinung, dass der bisherige Dachstuhl bestehen bleiben könne. Hierzu werde jedoch ein Statiker notwendig mit Kosten von 4 000 Euro. Der Gemeinderat stimmte zu, da 40 000 Euro durch den Erhalt des Dachstuhls eingespart werden könnten.

Schon vor einigen Monaten hat der Gemeinderat über die Verwaltung Weber-Ingenieure GmbH mit einer Bedarfsanalyse beauftragt, um Varianten zur Ertüchtigung des Pumpwerks Sulzen zu betrachten, damit der erforderliche Sanierungs- und Investitionsaufwand abgeschätzt werden kann. Hierbei soll auch die Erweiterung des Gewerbegebiets um sieben Hektar einfließen. Ingenieur Thomas Fink von Weber Ingenieure zeigte vor der Vorstellung von drei möglichen Varianten zuerst eine Bestandsaufnahme des Pumpwerks auf. Als Defizite nannte er einen hohen Wartungsaufwand. Für Reinigungsarbeiten stehe kein Wasseranschluss zur Verfügung, und die Gitterrostabdeckung sei nicht fachgerecht. Auch fehle ein Handwaschbecken für das Betriebspersonal. Im elf Hektar großen Gewerbegebiet Sulzen plus der Erweiterung mit sieben Hektar werde das Schmutzwasser durch das Pumpwerk in die Kläranlage Neufra geführt. Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für die Variante zwei mit Kosten von 128000 Euro brutto ohne Nebenkosten. Hierbei wird ein zusätzlicher Pumpenschacht gebaut. Die Schaltanlage mit zusätzlichem Handwaschbecken wird in Fertigteilbauweise erstellt. Dazu werden zwei Tauchmotorpumpen notwendig.

Die Maßnahme wird 2020 umgesetzt und in den Haushalt 2020 eingeplant mit der Begründung, wenn dies nicht zeitnah umgesetzt werde, würden Investitionen wie etwa Unfallverhütungsvorschriften notwendig, welche die Kosten zusätzlich in die Höhe trieben, so Wuhrer. Weber-Ingenieure wurden mit der Überarbeitung der Schmutzfrachtberechnung und der weiteren Planung, Ausschreibung und Bauleitung beauftragt.

Sarah Gröger von der Verwaltungsgemeinschaft stellte den von Kobera aufgestellten Jahresabschluss für die Wasserversorgung zum 31. Dezember 2018 vor. Bei einer Bilanzsumme von 1,266 Millionen Euro schloss das Jahresergebnis Eigenbetrieb Wasserversorgung mit 71 064 Euro Verlust. Der Wasserbedarf in Denkingen wird sowohl über Eigenwasser (2018 = 45.000 Kubikmeter) als auch durch den Hinzukauf von Fremdwasser vom Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe (2018 = 61 700 Kubikmeter) abgedeckt. Die Verwaltung schlug vor, den Jahresverlust aus dem Gewinnvortrag zu tilgen. Der Gemeinderat stimmte zu.

Aufgrund der erheblichen Aufwendungen in der Wasserversorgung wurde eine Anpassung der Frischwassergebühren vorgeschlagen. Seit 2013 beträgt der Wasserzins 2,79 Euro je Kubikmeter plus Mehrwertsteuer. Bei fünf Neinstimmen beschloss der Gemeinderat eine Erhöhung der Wassergebühren zum 1. Januar auf 3,07 Euro pro Kubikmeter. Die Grundgebühr bleibt unverändert. Den laufenden Kosten, welche in die Gebührenkalkulation eingestellt wurden, sowie den kalkulatorischen Kosten inklusive 4,25prozentiger Verzinsung wurde zugestimmt. Ebenso wird auf eine Verrechnung der Unterdeckung des Abrechnungszeitraums 2015 in Höhe von 20 405 Euro verzichtet. Da in den umliegenden Gemeinden Denkingen mit bisher 2,79 Euro bereits die höchsten Wassergebühren hätte, sprach sich Gemeinderat Zepf gegen eine Erhöhung aus.

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