Kleintierzuchtverein feiert sein 70-jähriges Bestehen

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  Bürgermeister Rudolf Wuhrer gratuliert zum Vereinsjubiläum und hat auch einen Scheck der Gemeinde mitgebracht.
Bürgermeister Rudolf Wuhrer gratuliert zum Vereinsjubiläum und hat auch einen Scheck der Gemeinde mitgebracht. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung im Züchterheim haben die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins Z 438 Denkingen das 70-jährige Bestehen des Vereins gefeiert, zwar in einem kleineren Rahmen, dafür jedoch in richtiger Festlaune.

Bürgermeister Rudolf Wuhrer überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde mit dem obligatorischen Geldgeschenk (pro Jahr zehn Euro). Sein Grußwort überschrieb Wuhrer mit „70 Jahre Erfolgsgeschichte“. Was dieser verhältnismäßig kleinere Verein alles geschaffen habe, verdiene große Anerkennung. Zusätzlich habe sich der Verein auch in die Gemeinschaft der Gemeinde eingebracht. Stets wurde auch Jugendarbeit betrieben und so für Nachwuchs gesorgt. Der Verein sei auch für viele Menschen zur Heimat geworden.

Vorsitzender Peter Burchardt blickte auf die 70 Jahre zurück. Bereits im Jahr 1921 wurde unter Lorenz Fetzer ein erster Kleintierzuchtverein gegründet, der aber nach nicht einmal zehn Jahren wieder einging. Vor 70 Jahren, am 9.März 1949, erfolgte eine Neugründung. Erster Vorsitzender wurde Johann Gaßner. Mit 14 Mitgliedern wurde man am 27. März 1952 in den Kreisverband Rottweil-Tuttlingen aufgenommen.

Klippeneckzeltlager seit 1972

Die erste Geflügelausstellung fand am 18. Januar 1953 in der „Krone“ statt. Nach Aufnahme im Landesverband der Rassekaninchenzüchter unter Vorsitz von Arthur Fetzer bekam der Verein 1962 die Tätowiernummer „Z438“ zugeteilt. Unter Jugendleiter Josef Stegbauer wurde 1969 eine Jugendgruppe ins Leben gerufen, die sehr aktiv war. So konnte 1972 das erste Klippeneckzeltlager mit 86 Kindern und Jugendlichen der Kreisverbände Tuttlingen und Rottweil durchgeführt werden. Im Abstand von zwei Jahren folgten weitere zehn Zeltlager mit bis zu 260 Teilnehmern.

Zunächst fanden die Lokalschauen in Gasthäusern und dann in der Alten Turnhalle statt. 1973 wurde unter dem Vorsitzenden Fritz Lewedey das alte Feuerwehrmagazin in der Friedhofstraße von der Gemeinde gekauft, um ein eigenes Ausstellungslokal zu schaffen. 1976 wurde das Züchterheim eingeweiht (im Volksmund auch „Rammler“ genannt). In den ersten Jahren wurde die Gaststätte von den Vereinsmitgliedern Hans, Erna und Lothar Behm umgetrieben, später verpachtet. Im Saal und Dachgeschoss fand am 13./14.11.1976 die erste Lokalschau mit 247 Tieren statt.

1985 wure im Gewann Rainäcker eine eigene Zuchtanlage realisiert mit fünf Stallgebäuden sowie einem Unterstellplatz. Unter dem Vorsitz von Kurt Mossmann (1989 bis 2003) wurden die letzten zwei Stallgebäude errichtet und im Züchterheim eine Wohnung eingebaut.

Stand anfangs der Austausch von Erfahrungen in der Züchtung und der Haltung der Tiere im Vordergrund, entwickelten sich schnell auch zahlreiche gesellige Aktivitäten wie Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen, Kameradschaftsabende, Nikolaus-, Weihnachts- und Silvesterfeiern sowie Ausflüge. Auch Vorträge und Lichtbildschauen brachten Schwung ins Vereinsleben, ebenso wie Kreisversammlungen oder Kreisjugendjungtierschauen. Auf Kreis-, Landes-und Bundesebene, ja sogar im Ausland konnten Denkinger Züchter hervorragende Erfolge erringen.

Seit 2003 steht Peter Burchardt an der Vereinsspitze. 2009 wurde die Landes-Rex-Clubschau im Züchterheim durchgeführt. Dieses wird auch für die Hauptversammlungen der Kreisverbände gerne genutzt.

Ist die Kleintierzucht auch heute noch zeitgemäß? Diese Frage beantwortete Vorsitzender Burchardt ganz klar mit „Ja“. Gemeinsame Erlebnisse, die Freude an züchterischen Erfolgen, aber auch das Verarbeiten von Rückschlägen und Niederlagen sei für alle wertvoll – denn was wäre die deutsche Gesellschaft ohne ihre Vereinslandschaft? Auch für Kinder und Jugendliche sei die Tierhaltung nach wie vor eine wertvolle Erfahrung..

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