Hausen reaktiviert seinen Jugendraum

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Viel Sperrmüll und ein Container waren das Ergebnis der Ausräumung des Jugendraums, bei der Eltern und andere Erwachsene Hand an
Viel Sperrmüll und ein Container waren das Ergebnis der Ausräumung des Jugendraums, bei der Eltern und andere Erwachsene Hand anlegten. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

In Bälde gibt es wieder einen „Jugendraum“ in Hausen ob Verena in der Silcherstraße. Einige Erwachsene und Eltern haben sich bereit erklärt, den Jugendlichen wieder auf die Beine zu helfen.

Doch zuvor müssen die alten Räume grundlegend saniert werden. Gemeinde und einige Eltern haben ihre Unterstützung bereits zugesagt. Bevor jedoch auch nur ein Pinsel in die Hand genommen werden kann, heißt es zunächst, die vorhandene buchstäbliche „Sauerei“ auszumisten und aufzuräumen. Die Jugendlichen haben in all den vergangenen Jahren „einfach versäumt“, aufzuräumen und zu putzen. Ein großer Container steht vor dem Gebäude, der mit allerlei Unrat und altem, oft auch mutwillig kaputt Gemachtem gefüllt wurde.

„Ein Neubeginn kann nur mit neuen Sachen begonnen werden“ ist Maximilian Kaiser, einer der Hauptorganisatoren der Aktion, der Meinung. Zusammen mit Gemeinderätin Ute Runge, Salih Durmaz und mit Unterstützung von Cornelia Kaiser sowie Michael und Hanna Runge waren sie stundenlang damit beschäftigt, die Räume komplett auszuräumen. Doch bereits anderntags hat sich die Müllabfuhr angekündigt, die einen Berg von Sperrmüll abholte. Einen großen Berg alter, kaputter Tische, Stühle und jede Menge Sofas und Polstermöbel haben die Helfer vor dem Haus aufgeschichtet.

Ursprünglich wollten die jetzigen Jugendlichen und Benutzer des zukünftigen neuen Jugendraumes selbst mithelfen beim Ausräumen, doch Corona machte dies zunichte. Um die Abstände zu wahren, übernahmen die Erwachsenen die Arbeiten.

Man hofft, wenn alles geputzt ist, dass die Jugendlichen zusammen mit Eltern, die ihre Mitarbeit bereits zugesagt haben, dann bei der grundlegenden Sanierung mithelfen können. Die Kosten für das Material wird die Gemeinde übernehmen.

Dank einiger Spenden können dann neue Möbel und sogar ein Kühlschrank angeschafft und aufgestellt werden. „Und was noch fehlt, werden wir sicher noch besorgen können“, ist sich das Dreierteam Kaiser, Runge und Durmaz sicher.

Bereits vor zehn Jahren wurde der Jugendraum in Hausen ob Verena geöffnet und hatte einen guten Zulauf, berichtete Maximilian Kaiser. Doch hatten die Jugendlichen keine Unterstützung im Hintergrund, wussten vermutlich auch nicht, mit Geld umzugehen, und so hatte der harte Alkohol ein Leichtes, sich einzunisten. Niemand kümmerte sich um den Abfall oder die Beseitigung der Flaschen und so weiter, bis die Gemeinde letztendlich eine Frist setzte.

Leider habe diese keine Besserung gebracht. So wurde der Jugendraum geschlossen.

Nach langer Zeit wuchs in Hanna Runge der Wunsch nach dem verloren gegangenen Jugendraum. Spontan warb sie bei den jetzigen Jugendlichen im Ort und erhielt Unterstützung. In einer Zusammenkunft auch mit Eltern, wurde die erforderliche Aktion zur Wiederbelebung beschlossen.

Maximilian Kaiser, Ute Runge und Salih Durmaz stellten sich als erwachsene Ansprechpartner zur Verfügung, um den Jugendlichen in ihrem Vorhanden beiseite zu stehen. Wenn die Räume dann geputzt, gestrichen und saniert sind, soll es eine Jugendversammlung geben.

Die ersten Regeln für den „neuen“ Hausener Jugendraum wurden jedoch bereits formuliert. So wird es dort künftig keinen „harten“ Alkohol mehr geben, Bier erst ab 16 Jahren und eine Vermietung an Dritte soll nicht mehr erlaubt werden. Das Ziel der drei Helfer ist es, dass sich die Jugendlichen in Zukunft selbst verwalten können. Man denkt hier an eine Vereinsstruktur.

„Anfangs werden wir ihnen schon zur Seite stehen, bis alles läuft“, so Maximilian Kaiser. „Später treten wir dann mehr oder weniger in den Hintergrund. Doch ein wachsames Auge wird immer über dem Jugendraum sein.“

Jugendbeteiligung soll ausgebaut werden

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