Hängebrücke: Mehrheit der Räte ist dafür

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 Noch existiert die Brücke nur als virtuelles Modell.
Noch existiert die Brücke nur als virtuelles Modell. (Foto: Stadt Rottweil)

17 Ja-Stimmen und fünf Stadträte, die mit Nein gestimmt haben – nach der Debatte über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden an der Entwicklung des Bebauungsplans für die Rottweiler Hängebrücke gab es zwei unterschiedlich lange Listen mit Namen.

SPD-Stadtrat Jürgen Mehl hatte die namentliche Abstimmung ins Rollen gebracht, nachdem er zuvor an seiner Ablehnung keine Zweifel gelassen hatte. Mehr Touristen durch die Hängebrücke und „200 000 Turmbesucher sind nicht das, was ich mir für diese Stadt wünsche“, erklärte er sein Abrücken von seinem Votum im Ausschuss mit Bedenken wegen des Natur- und Denkmalschutzes. Trotz des Auftrags von 72 Prozent der Stimmen beim Bürgerentscheid müsse er aus freier Überzeugung und für das öffentliche Wohl handeln.

Stadträte von SPD, FFR und Hermann Klein (FDP) sorgten für die fünf Stimmen gegen den nächsten Verfahrensschritt. Die Bemühungen von Oberbürgermeister Ralf Broß, CDU-Fraktionssprecher Günter Posselt und Jochen Baumann (Grüne) blieben ohne Erfolg. Zu Beginn der Debatte hatte der Antrag der Freien Wähler, im Bockshof als Landepunkt der Hängebrücke den Bereich direkt unterhalb des Treppenabgangs vom Taubenturm zu überprüfen, bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung das Gremium passiert. Die Überlegung, wo das Bauwerk am Bockshof enden soll, wird einer der Knackpunkte vor einem Satzungsbeschluss sein. Da meldete sich FDP-Stadtrat Michael Gerlich nicht zum ersten Mal, um seinen Unmut über den Tanz um den heißen Brei in Worte zu fassen. Klar sei der Wunsch der Planer, in der Mitte des Bockshofs anlanden zu können. Dazu heiße es für den Gemeinderat einmal Ja oder Nein zu sagen – als klares Signal und „nicht erst im letzten Moment“. Wenn die Menschenmassen erst mal im Bockshof seien, so Gerlich, „ist völlig egal, ob der Andockpunkt ein paar Meter weiter ist“.

Gehen wird die Stadt aber auf jeden Fall den nächsten Schritt. Bürger wie Behörden haben die Möglichkeit, früh im Verfahren ihre Bedenken und Anregungen einzubringen. Noch, das betonten Broß und Fachbereichsleiter Lothar Huber, könne der Bereich für den Einstieg am Bockshof verändert werden, ohne gravierend Zeit zu verlieren.

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