„Großer Pädagoge“ verabschiedet sich

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 Ulrich Fiedler (vorne Mitte mit Bart) wird in der Kapellenkirche feierlich in den Ruhestand verabschiedet.
Ulrich Fiedler (vorne Mitte mit Bart) wird in der Kapellenkirche feierlich in den Ruhestand verabschiedet. (Foto: Siegmeier)
sbo und Stefanie Siegmeier

34 Jahre ist Ulrich Fiedler als Lehrer am Bischöflichen Konvikt tätig gewesen – 13 Jahre davon als Direktor. Am Mittwoch wurde der 66-Jährige mit einem Festakt verabschiedet. Zudem wurde sein Nachfolger Martin Frank ins Amt eingeführt.

Ein wahres musikalisches Feuerwerk zündeten Peter Strasser an der Orgel und Volker Braun an der Trompete für den scheidenden Direktor, der sich dies bereits seit Langem gewünscht hatte. „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“, zitierte Fiedler Beethoven. Er freute sich über die gut gefüllten Reihen, in denen Kommunalpolitiker, Vertreter der Stadtverwaltung, Weggefährten und Kollegen, Konviktoren, Ehemalige und Familienangehörige Platz genommen hatten.

Schuldirektor Klaus Hilbert würdigte das gut 30-jährige Wirken Fiedlers und betonte, dass er das Haus in dieser Zeit maßgeblich mitgeprägt habe. Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr ließ Fiedlers Zeit am Bischöflichen Konvikt ebenfalls Revue passieren. „Sie waren damals der ideale Mann für die Idee des Lateinaufbauzugs. Sie standen immer dafür, dass es sich für die Schüler durchaus lohnt, diese harte Arbeit auf sich zu nehmen. Zudem waren sie als Direktor des Konvikts und gleichzeitiger Lehrtätigkeit am Albertus-Magnus-Gymnasium ein hervorragender Brückenbauer zwischen Internat und Schule“, betonte sie und bedauerte, dass der Lateinaufbauzug gleichzeitig mit Fiedlers Zeit am Bischöflichen Konvikt ende. Fiedlers Nachfolger im Amt, Martin Frank, wünschte Augustyniak-Dürr viel Erfolg für seine neue Aufgabe. Frank ist seit 28 Jahren Pädagoge am Konvikt und „hat sich immer mit großem Herzen für das Internat eingesetzt“, lobte sie.

„Sie sind ein richtiger Schulmann und ein großer Pädagoge, der seine Liebe zur Jugend mit pädagogischem Geschick immer hervorragend verbunden hat“, würdigte Landrat Wolf Rüdiger Michel den scheidenden Direktor. Oberbürgermeister Ralf Broß sagte: „Das Konvikt ist in unserer Stadt eine ganz wichtige Einrichtung, die einen hohen Stellenwert genießt. Die Außenwirkung der Einrichtung haben Sie deutlich mitgeprägt.“ Auch dem Stadtschreiber gebe das Konvikt immer eine Heimat – das sei hervorragend. Und so überreichte Broß als Überraschung nicht nur den Ehrenbrief des Schriftstellerverbands, sondern auch die gesammelten Texte der Stadtschreiber als Erstlingswerk. Frank wünschte Broß alles Gute und sagte ihm die Unterstützung der Stadt zu.

Das Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) sei der älteste Kooperationspartner des Konvikts, betonte AMG-Rektor Jochen Schwarz. Seit gut 195 Jahren gebe es diese Verbindung. „Ulrich Fiedler ist Lehrer – und was für einer. Er hat didaktische und pädagogische Maßstäbe gesetzt und hat seinen Unterricht zu jeder Zeit modern und aktuell gestaltet“, lobte Schwarz, der als Schüler selbst von Fiedler unterrichtet wurde. Struktur sei der Schlüsselbegriff bei Fiedlers Pädagogik: „Davon haben die Internatsschüler und die Schüler des Aufbauzugs immer profitiert.“

„Sie haben Spuren hinterlassen, die gesehen und von den Schülern gelebt werden“, meinte Mitarbeitervertreter Ivica Plavotic, der für den „scheidenden Kapitän des Konviktsschiffs“ viele gute Wünsche im Gepäck hatte. Fiedler habe sein Schiff stets mit Weitblick, Herzblut, Energie und Freude gesteuert – „und natürlich immer mit voller Fahrt voraus“. Nun übernehme der Erste Offizier Frank das Ruder. „Wir freuen uns, dass wir dich im neuen Schuljahr als Chef haben“, sagte er an diesen gerichtet. Zum Abschied bekam Fiedler ein von der Holzbildhauerin Andrea Wörner gestaltetes Relief mit seinem Lieblingsausblick. „Ein Stück Konvikt für daheim“, wie Plavotic betonte.

Fiedler bedankte sich für die vielen guten Wünsche und war sichtlich berührt. „So viel Wertschätzung erfahren zu dürfen, tut gut, und erleichtert mir den schweren Abschied“, sagte er und dankte allen seinen Mitarbeitern für ihr segensreiches Tun. „Ich freue mich, diese schöne und verantwortungsvolle Tätigkeit übernehmen zu dürfen“, betonte Frank und gab zu, dass er durchaus Respekt vor seiner neuen Aufgabe habe. Den Konviktoren sagte er zu, auch künftig stets ein offenes Ohr für sie zu haben: „Euer Wohlergehen ist mir das Wichtigste.“ Mit einem Empfang endete die Feier schließlich, und die Gäste hatten bei einem Imbiss ausreichend Gelegenheit, sich persönlich von Fiedler zu verabschieden.

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