Wie vielerorts prägt derzeit die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Verordnungen des Landes das Gemeindeleben in Frittlingen.

Das Leben der Einwohner zieht sich in die eigenen vier Wände zurück. Nachdem Kinderhaus und Schule geschlossen sind, müssen die Kinder zu Hause betreut werden, was manche Eltern vor große Herausforderungen stellt. Besonders, als die Mitteilung der Schulleitung erfolgte, dass kein Unterricht mehr stattfinde und die Eltern Aufgaben für die Schüler abholen sollten, waren einige ratlos, wie so schnell eine Betreuung organisiert werden könne. Sechs Kinder werden momentan in einer Notgruppe im Kinderhaus betreut, da ihre Eltern Berufe ausüben, die den Gebrauch dieser Möglichkeit erlauben. Vorerst sind die Erzieherinnen weiter im Dienst, aber wie lange noch, ist unklar. Den Eltern wird voraussichtlich der Kinderhausbeitrag für April gestundet als kleine Entschädigung.

Die Leintalhalle und das Dorfgemeinschaftshaus (Pfarrscheuer) sind geschlossen und so finden auch keine Übungsstunden im sportlichen Bereich mehr statt. Auch der Musikverein hat den Probenbetrieb für Aktive und Jugendliche vorerst bis zum 20. April eingestellt. Das Bürgerbüro im Rathaus wurde geschlossen und ist nur noch telefonisch erreichbar. Voraussichtlich werden sich auch einige Bauprojekte in der Gemeinde verzögern, so konnte der beauftragte Architekt keine Garantie dafür abgeben, dass der Dorfplatz bis zum geplanten Einweihungstermin am 30. April fertig gestellt ist.

Abgesagt wurde neben dem kommunalpolitischen Nachmittag für die Senioren mit Bürgermeister Butz auch die für den 28. März in der Leintalhalle geplante Veranstaltung mit Heinrich del Core. Sie soll am 3. Juli nachgeholt werden, die Karten behalten ihre Gültigkeit.

Zu spüren waren die Auswirkungen des Virus auch bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag, bei der vier von zehn Gemeinderäten fehlten, weil sie nach einem Skiurlaub in Österreich zu Hause bleiben mussten. So konnte aber der vorgeschlagene Abstand zwischen den Sitznachbarn problemlos eingehalten werden. In der Sitzung wurde auch die Klausurtagung des Gemeinderates, die eigentlich Ende März stattfinden sollte, abgesagt.

Bäckerei und Metzgerei sind weiterhin geöffnet, doch auch sie spüren die Auswirkungen durch Stornierung von Bestellungen für Veranstaltungen. Sie achten vermehrt auf Hygiene. Seit Dienstag haben die Gasthäuser „Felsen“ und „Paradies“ geschlossen. Die jeweiligen Wirte Waltraud Faulhaber und Adam Tassidis hatten über das Wochenende schon viele Absagen und entschlossen sich so zu dieser Maßnahme. Auch die Kirche hat alle Gottesdienste bis Ende April abgesagt, die Erstkommunion ist auf den Herbst verschoben.

Von etlichen Bürgern ist zu hören, dass es ein seltsames und fast schon beklemmendes Gefühl sei, wenn man durch die ungewohnt ruhigen Straßen gehe, in denen kaum noch Verkehr herrsche. Bei den sich rasant verändernden Ereignissen und Maßnahmen sind sie gespannt, was als nächstes folgt und welche Auswirkungen dies in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht für die Bevölkerung hat.

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