Gartenfreunde schaffen sich ihr kleines Paradies

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Lothar Dittes

„Nur wer den Garten sorglich pflegt, weiß auch, dass er ihm Früchte trägt.“ Dieses alte Sprichwort aus dem Volksmund trifft voll auf die Aldinger Gartenfreunde zu, die am Sonntag den „Tag des Gartens“ in der Gartenanlage „Nettenbergle“ organisierten.

„Petrus“ hatte ein Einsehen mit den Freizeitgärtnern und ließ nur einmal einen kräftigen Regenschauer über die Kleingartenanlage abregnen. „Der heutige Sonntag ist der Tag, an dem die Bevölkerung von Aldingen eingeladen ist. Jung und Alt haben die Möglichkeit, ein paar gemütliche Stunden in der Grünanlage zu verbringen, sich die Gartenanlage anzusehen und mit den Gartenbesitzern ins Gespräch zu kommen“, sagte Vorsitzender Helmut Geiger.

Seit 46 Jahren ist er Vorsitzender des Vereins. Dieser ist in seiner Struktur recht gemischt: So sind viele aus reinem Erholungswert auf ihrer Parzelle. Schön geschnittener Rasen, Rosenstauden und bunte Rabatte schmücken die grüne Oase, dazu gesellen sich zierlicher Gartenschmuck und Accessoires. Die Betreiber von reinen Nutzgärten werden immer weniger, die Salat, Gemüse, Tomaten oder Zwiebel anbauen. Hier hat sich die Zeit gewandelt. War dies nach dem Krieg für Selbstversorger überlebensnotwendig, steht heute der Erholungswert an erster Stelle.

Dass die Nachfrage groß ist, belegt die Tatsache, dass sich fünf Familien auf der Warteliste befinden, die einen Garten neu pachten wollen. Meist sind es ältere Personen, die altersbedingt den Garten abgeben. Jede Parzelle hat eine Grundstücksfläche von 300 Quadratmetern. Das ganze Vereinsgelände umfasst eine Fläche von 10 000 Quadratmetern. Es befindet sich im Besitz der Gemeinde Aldingen. Seit 75 Jahren besteht die Kleingartenanlage. Diese befindet sich in einem sehr gepflegten Zustand.

Auch der Klimawandel macht vor den Aldinger Kleingärtnern nicht halt. Die Sommer werden immer heißer und die Winter bleiben nass und mild. „Wir müssen uns auf die neuen klimatischen Begebenheiten einstellen. Es wird immer mehr mediterranes Gemüse und Pflanzen angebaut“, meinte Helmut Geiger. Auch was die Ordnung des Gartenbaus betrifft, ist er für eine gewisse Verwilderung, denn nur so können sich die Insekten und Bienen fortpflanzen. Er selbst hält Vorträge über dieses aktuelle Thema. „Die Bienen und Insekten haben keine Chance zum Überleben, wenn fünf Mal im Jahr gemäht wird und es keine Blumenwiese mehr gibt.“ Das letzte Jahr war ein Rekord Jahr bei der Obsternte. Die Bäume haben darunter gelitten, brachen zum Teil ab und brauchen eine Erholung. „So fällt die diesjährige Ernte nicht üppig aus“, sagte Helmut Geiger.

Eine große Küchenmannschaft sorgte sich um das leibliche Wohl der Gäste. Es gab Putenfleisch, Schweinehals mit Kartoffelsalat und Rote Würste vom Grill. Über die Mittagszeit konnte der Bedarf fast nicht gedeckt werden. Am Nachmittag gab es eine große Kuchentafel. Nicht weniger als 25 Kuchen, die für das Fest gebacken wurden, fanden reißenden Absatz. Musikalisch wurden die Gäste vom Original Banater Echo und dem Musikverein Aldingen unterhalten. Wer Interesse hatte, konnte die Anlage durch die „offene Gartentür“ besichtigen. Die Kinder konnten Dosen werfen. Karl Haller hatte seinen 30 Meter hohen Kran aufgestellt. Im Korb hochgezogen, hatte der Betrachter einen tollen Blick auf die Anlage und die Umgebung von Aldingen.

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