Gäste erleben Segelflieger hautnah

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 Familie Grüninger informiert sich über den Segelflugsport. Dabei durfte der achtjährige Moritz in das Flugzeug steigen. „Wenn i
Familie Grüninger informiert sich über den Segelflugsport. Dabei durfte der achtjährige Moritz in das Flugzeug steigen. „Wenn ich einige Jahre älter bin, möchte ich schon gerne das Fliegen lernen", sagte er; links Pilot Gerald Bucher und Helmut Barth. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

Das schöne Herbstwetter am vergangenen Sonntag haben viele Besucher – vorwiegend Familien mit Kindern – genutzt, um auf das Klippeneck zu wandern und dort bei den Segelfliegern einen informativen Tag zu erleben. Die ARGE Klippeneck veranstaltete auf dem Segelfluggelände einen Erlebnistag rund um das Segelfliegen.

Im Gegensatz zu dem bei Besuchern auch immer sehr beliebten Klippeneck-Segelflugwettbewerb, bei dem sich Piloten aus ganz Europa bei herausfordernden Flugaufgaben messen, gab es beim Erlebnistag Segelfliegen nicht den Spitzen-, sondern Breitensport zu sehen. Interessierten Besuchern bot sich die Gelegenheit, den Vereinsalltag auf dem Flugplatz zu beobachten, Segelflugzeuge hautnah zu erleben, in ein Flugzeug zu sitzen, Fragen zu stellen und sich über das Vereinsleben und die Segelflugausbildung zu informieren, die schon ab einem Alter von 14 Jahren möglich ist.

Für das leibliche Wohl während des Tages sorgten Mitglieder der ARGE in der großen Halle. Während des Erlebnistags konnten auch Mitflüge gebucht werden. Dies ist auch die beste Art, den Segelflugsport kennen zu lernen.

In zweisitzigen Flugzeugen beginnt die Ausbildung, die bereits mit 14 Jahren begonnen werden kann, informierten die Piloten Helmut Barth und Gerald Buchner. Als weitere Mindestvoraussetzungen ist ein Tauglichkeitszeugnis und ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich. Und eventuell die Einverständniserklärung der Eltern.

Die Ausbildung beginnt zuerst mit dem praktischen Teil. Die Segelflugzeuge werden mit einer Winde oder einem Schleppflugzeug in die Luft gebracht. Unter Anleitung eines ausgebildeten Fluglehrers übernimmt der Schüler nach und nach die Aufgaben des Piloten, bis er alle wichtigen Flugmanöver sicher beherrscht. Nach dem ersten Alleinflug lernt der Schüler thermische Aufwinde optimal nutzen.

Die Außenlandung, also eine kontrollierte Landung außerhalb des Flugplatzes, ist ein Bestandteil der Ausbildung. Hierzu sind mindestens 60 Starts und Landungen, davon 20 ohne Lehrer auf dem hinteren Sitz notwendig. Dann müssen mindestens 15 Flugstunden allein geflogen werden und ein Streckenflug über 50 Kilometer.

Anschließend beginnt die theoretische Ausbildung zum Erreichen der Fluglizenz. Das gesamte Equipment stellen die Vereine ihren Mitgliedern üblicherweise zur Verfügung. Für die Nutzung der Vereinsflugzeuge wird in der Regel eine geringe Gebühr verlangt.

Der Segelflug ist die umweltfreundlichste Art zu fliegen, bestätigt der Baden-Württembergische Luftfahrtverband in seiner ausgelegten Broschüre. Segelfliegen ist nahezu geräuschlos und geflogen wird mit der Kraft der Sonne. Alleine die baden-württembergischen Segelflieger legen jährlich mehrere Millionen Kilometer zurück und die Sonne ist der Treibstoff.

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