Für den Ringzug fallen zunehmend Kosten an

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 Für Gutachten und Verwaltungsangelegenheiten rund um den Ringzug fallen zunehmend Kosten an.
Für Gutachten und Verwaltungsangelegenheiten rund um den Ringzug fallen zunehmend Kosten an. (Foto: Eich)
Jasmin Cools

Auf der Alemannenbahn zwischen Rottweil und Villingen ist deutlich mehr Verkehr – das wurde bei der Abrechnung des Zweckverbands Ringzug für 2017 deutlich. Trotzdem gehen dem Landkreis 2019 Fahrgeldeinnahmen verloren.

„Das Land gräbt uns also das Wasser ab?“, fragte Dornhans Bürgermeister im Verwaltungsausschuss des Kreistags. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 finanziert das Land auf der Strecke Rottweil – Villingen mehr Fahrten. „Diese Lückenschlüsse sind erfreulich, aber das bedeutet auch, dass dem Land die Fahrgeldeinnahmen zustehen“, erklärte Landrat Wolf-Rüdiger Michel.

Dadurch gingen dem Landkreis gleichzeitig Einnahmen verloren, weswegen man für 2019 mit einem negativen Ergebnis rechnen müsse. Die Höhe des Verlustes bezifferte Michel mit rund 100 000 Euro. Hinzu komme eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Konditionen des neuen Betriebsvertrags mit dem Land. Auch hier sei eine Kostensteigerung und folglich ein deutlicher Abmangel für den Landkreis zu erwarten.

„Nachdem die Zahlen für 2017 noch recht anschaulich sind, werden wir 2019 deutlich zuschießen müssen. 2020 und 21 werden aber voraussichtlich noch teurer für uns werden“, kündigte der Landrat an. 2018 dürfe man noch mit einem positiven Jahresabschluss rechnen.

2017 hatte der Zweckverband Ringzug mit einem Ergebnis von 78166 Euro abgeschlossen. Das sei auf die zunehmenden Fahrgeldeinnahmen zu diesem Zeitpunkt zurückzuführen, erklärte Heike Kopp vom Nahverkehrsamt. Das zeige, dass der Ringzug ein wichtiger Bestandteil im Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs und zukunftsfähig sei.

Auf den Zuschuss der Stadt Rottweil, die sich laut Vereinbarung aus 2005 bis zu zehn Prozent, aber höchstens bis zu 25 500 Euro am Abmangel des Landkreises für den Ringzug beteiligt, konnte 2017 verzichtet werden. Nichtsdestotrotz seien die Ausgaben 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Insbesondere die Verwaltungskosten seien aufgrund zweier Gutachten sowie des gesteigerten Bedarfs an Rechtsberatung stark gestiegen.

Die Einnahmen 2017 betragen laut Abrechnung 1,27 Millionen Euro. 613 300 Euro davon entfallen auf Fahrgeldeinnahmen. Dem stehen Ausgaben von 1,19 Millionen Euro gegenüber. Die Verwaltungskosten schlagen dabei mit 304 000 Euro zu Buche. Das Ergebnis der Schlussabrechnung bleibt somit um 17 440 Euro hinter dem des Vorjahres zurück.

Nach langer Verzögerung sei nun eine Spitzabrechnung des Landes für 2010 bis 2015 durchgeführt worden. Im Ergebnis steht dem Zweckverband Ringzug laut Nahverkehrsamt eine Erstattung von 3,8 Millionen Euro zu. Der Landkreis Rottweil könne mit einem Anteil von 18 Prozent davon rechnen. Die Mittel sollen unter anderem für die Finanzierung von Beratungs- und Planungsleistungen beim Thema Streckenelektrifizierung verwendet werden.

Alles wird komplizierter

Nach der Vorstellung des Jahresberichtes hakten Ausschussmitglieder nach. Aufgrund der Gutachten – in der nächsten Zeit werde geprüft, ob sich der Verbund auf weitere Kreise ausweiten lasse – sei in nächster Zeit nichts einzusparen, sagte Landrat Michel. Zudem werde alles immer komplizierter. Man brauche deutlich mehr Personal in der Geschäftsstelle als noch vor 15 Jahren.

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