Die Dorfläden im Umland sind Sorgenkind und Erfolgsmodell zugleich

Lesedauer: 7 Min
Zei Frauen kaufen etwas bei Pauline Gruler
Die Aixheimer kaufen gerne in ihrem „Lädele“ und bei Pauline Gruler ein.
Frank Czilwa
Redakteur

Die große Zeit der kleinen Läden

Wer meint, früher seien Dorfläden grundsätzlich besser gelaufen, verklärt wohl die angeblich „gute alte Zeit“. Historikerin Corinna Schweininger hat 2013 eine Sonderausstellung „Tante Emma vermisst! – Dorfläden im Landkreis Tuttlingen“ organisiert und sich dafür ein wenig mit der Geschichte der Dorf- und „Tante-Emma“-Läden beschäftigt.

Die „große“ Zeit der kleinen Läden – wenn es eine solche überhaupt je gegeben hat – scheint nach ihren Forschungen um 1900 gewesen zu sein. Hintergrund war das Ende des Zunftzwangs und die Einführung der Gewerbefreiheit im Jahr 1862 in Baden und Württemberg. Nun durfte jeder einen Handel oder ein Gewerbe betreiben, ohne Mitglied einer entsprechenden Zunft zu sein.

„Ich hatte aber den Eindruck gehabt, dass die Dorfläden eigentlich schon damals nicht gut gelaufen sind“, so Corinna Schweininger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Oft haben sie nur wenige Jahre überlebt, und die Steuerlisten zeigen, dass die Umsätze gar nicht so groß waren.“

Drei kleine Läden im Umland zeigen, wie Dorfläden genau den Zeitgeist treffen können oder aufgeben müssen.

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Die große Zeit der kleinen Läden

Wer meint, früher seien Dorfläden grundsätzlich besser gelaufen, verklärt wohl die angeblich „gute alte Zeit“. Historikerin Corinna Schweininger hat 2013 eine Sonderausstellung „Tante Emma vermisst! – Dorfläden im Landkreis Tuttlingen“ organisiert und sich dafür ein wenig mit der Geschichte der Dorf- und „Tante-Emma“-Läden beschäftigt.

Die „große“ Zeit der kleinen Läden – wenn es eine solche überhaupt je gegeben hat – scheint nach ihren Forschungen um 1900 gewesen zu sein. Hintergrund war das Ende des Zunftzwangs und die Einführung der Gewerbefreiheit im Jahr 1862 in Baden und Württemberg. Nun durfte jeder einen Handel oder ein Gewerbe betreiben, ohne Mitglied einer entsprechenden Zunft zu sein.

„Ich hatte aber den Eindruck gehabt, dass die Dorfläden eigentlich schon damals nicht gut gelaufen sind“, so Corinna Schweininger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Oft haben sie nur wenige Jahre überlebt, und die Steuerlisten zeigen, dass die Umsätze gar nicht so groß waren.“

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