Das mit Abstand größte Bauprojekt in Aldingen

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 Schulleiter Bernhard Straile auf der Baustelle: Bis Februar 2020 soll die neue Mensa fertig sein.
Schulleiter Bernhard Straile auf der Baustelle: Bis Februar 2020 soll die neue Mensa fertig sein. (Foto: Ronja Straub)
Ronja Straub

Der Umbau der Gemeinschaftsschule in Aldingen ist in vollem Gange. Seit August 2018 wird an dem 9,5 Millionen-Projekt gearbeitet, die neue Mensa nimmt jetzt langsam Form an. „Es ist ein Riesenaufwand, den Bau parallel zum Schulalltag unter einen Hut zu bekommen“, sagt Schulleiter Bernhard Straile.

Aktuell ist die Maßnahme laut Bauamt Aldingen im Termin- und Kostenplan. „Es handelt sich um das aktuell und, für wahrscheinlich auch noch sehr lange Zeit, mit Abstand größte Bauprojekt der Gemeinde“, so Jens Hafner vom Bauamt.

Der aktuelle Stand: Ein neues Gebäude, in das die Mensa kommt, wird an den Altbau angebaut. „Im Februar 2020 soll die Mensa fertig sein, ab wann der Betrieb los geht, kann ich nicht sagen“, so Schulleiter Straile. Den Baulärm bekommen die Achtklässler im hinteren Teil des Altbaus, der der neuen Mensa zugewandt ist, mit. „Da ist es oft laut“, sagt Straile. „Teilweise weichen die Klassen dann in andere Zimmer aus.“

160 Plätze in der neuen Mensa

Im Gegensatz zum aktuellen Mittagstisch, bei dem das Essen in fertigen Portionen aufgewärmt wird, sollen die Schüler in der neuen Mensa das Essen individuell zusammenstellen können. Es gibt dann eine Küche und eine Ausgabe. 160 Plätze soll die neue Mensa haben. Auf die Gesamtschule gehen 650 Schüler. „Wir denken, dass die Plätze ausreichen“, sagt Straile. Und weiter: Erfahrungsgemäß nutzen eher jüngere Schüler die Mensa, und die Älteren essen außerhalb der Schule.“

Die Baustelle zeigt: Die Mensa wird ein heller Raum mit einer großen Fensterfront. „Die vielen Fenstertüren sind auch Fluchtwege. Das ist bei einer Versammlungsstätte wie dieser Vorschrift“, sagt Projektarchitekt Peter Wanke von dem Architektenbüro Broghammer Jana Wohlleber in Zimmern ob Rottweil. Im Laufe des Jahres 2021 soll der komplette Umbau fertig sein. Bis dahin muss noch einiges gemacht werden.

Der aktuelle Altbau wird ausgehöhlt und bis auf die Grundkonstruktion energetisch saniert. Nach Fertigstellung sollen aktueller Altbau und Mensa wie ein Gebäude aussehen mit einer einheitlichen Fassade aus Holzlamellen. „Ähnlich wie beim Rathaus“, sagt Straile.

Differenzierungsräume

Außerdem neu: Es wird sogenannte Differenzierungsräume zwischen zwei Klassenzimmern geben. Diese dienen dazu, die unterschiedlichen Niveaus in den Klassen auszugleichen. So können zum Beispiel bessere Schüler aus den Klassen in dem Raum daneben unterrichtet werden. Die neuen Klassenräume werden digitaler ausgestattet. „Wie das genau aussehen soll, ob mit Beamern oder Tafeln, überlegen wir noch“, sagt Bernhard Straile. Der logistisch aufwändigste Bauabschnitt beginnt dann mit den Sommerferien 2019. Im Juli zieht die Verwaltung an einem Tag und die Klassen neun und zehn an zwei Tagen in ein Übergangsquartier um. Das sind drei Container, die bis zum 28. Juni auf einem Platz neben der Sporthalle aufgestellt werden. Der Platz ist allerdings nicht geteert oder gepflastert und muss erst begradigt werden. „Die Container müssen natürlich an Strom, Wasser und auch an das Internet angeschlossen sein“, sagt Straile. Die neunten und zehnten Klassen werden erst einmal von dort unterrichtet.

Für sie beginnt der Unterricht nach den Sommerferien nicht, wie bei allen anderen, am Mittwoch, 11. September, sondern am darauffolgenden Montag. So auch für die Klassen fünf bis neun. Die Zeit wird für den Umzug genutzt.

Die Klassen drei und vier, die aktuell im Neubau im Erdgeschoss ihre Klassenzimmer haben, ziehen nach den Sommerferien in den Pavillon, ein Flachbau etwas abseits vom Schulhof. Der Flachbau wird außerdem in den Ferien gestrichen und es werden Toilettenräume eingebaut. Die dritten und vierten Klassen müssen dann nicht mehr umziehen.

Die Klassen fünf und sechs werden langfristig im aktuellen Neubau untergebracht, wo es auch Fachräume geben wird. Fünft- und Sechstklässler ziehen allerdings am Ende der Maßnahme 2021 kurzzeitig in die Container, damit der Neubau gestrichen und saniert werden kann. Die Neunt- und Zehntklässler sind dann laut Plan wieder aus den Containern in ihren Räumen im „neuen Altbau“, dem Gebäude aus Holzlamellen. Dort sind nach neuem Plan auch die Fünft- bis Achtklässler untergebracht sowie die Mensa, ein Schülercafé, Computer und die naturwissenschaftlichen Räume.

Möglichst wenig Schulausfall

Alles in allem gibt es also nur Schulausfälle zu Schulbeginn im September bei den Klassen sechs bis zehn. „Wir jonglieren mit den bestehenden Räumen so, dass so wenige Umzüge wie möglich nötig sind“, sagt Schulleiter Straile.

Seit vielen Monaten ist der Umbau ein Thema mit viel Planung für Bernhard Straile. Ob das auch mal zu viel wird? „Manchmal ist es Wahnsinn“, sagt der Balgheimer. „Aber wenn ich mit einer gewissen Gelassenheit ran gehe, klärt es sich auch.“

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