Balgheimer Wald ist in „äußerst gutem Pflegezustand“

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 Die wirtschaftlichen Prognosen für den Balgheimer Wald sind gut.
Die wirtschaftlichen Prognosen für den Balgheimer Wald sind gut. (Foto: Tobias Hase)
Schwäbische Zeitung

Im Balgheimer Wald sollen mehr Bäume gefällt werden. Hauptgrund für die geplante Erhöhung des Hiebsatzes ist der große Holzvorrat wegen eines hohen Altbestands. Der Forst war Hauptthema im Balgheimer Gemeinderat.

Die Gemeinde hat Ziele für die Waldbewirtschaftung formuliert. Der Schwerpunkt liegt auf der Holzproduktion. Nadelholzanteile sollen erhalten und möglichst erhöht werden. Seit der letzten Forsteinrichtung vor zehn Jahren habe sich das Verhältnis der Nadelhölzer zu Laubhölzern von bisher 2:1 ins Gegenteil verkehrt. Nach Möglichkeit soll der Wald weiterhin Erlös erwirtschaften. So war die Zielsetzung der Forsteinrichtung 2009 diesbezüglich „mehr als erfüllt worden“. Im Ergebnis der Jahresdurchschnitte habe der Balgheimer Wald sogar 53 000 Euro Erlös abgeworfen.

Der Hiebsatz soll laut Mitteilung von 2200 soll auf 3180 Erntefestmeter ab 2019 und für zehn Jahre angehoben werden. Hauptgrund sei der große Holzvorrat aufgrund des hohen Altbestands, der diesen Einschlag „vermutlich noch die nächsten 25 bis 30 Jahre abdecken könnte“. Parallel soll der Jungbestand erneuert werden, bei der Weißtanne weiterhin hauptsächlich über Naturverjüngung; gleichfalls sollen Pflanzungen erfolgen der relativ klimastabilen Douglasie, die nach derzeitigen Erkenntnissen kaum pilz- und schädlingsanfällig sei. Damit werde gewährleistet, dass der Nadelholzanteil weiterhin auf hohem Niveau gehalten wird und das gute Verhältnis Mischwald erhalten bleiben kann. Dies ist die Empfehlung des zuständigen Gutachters, Forsteinrichter Andreas Sturm.

Nach Auffassung des Kreisforstamts, Leo Sprich, trage die neue Planung mit dazu bei, die Ertragsstärke zu sichern und durch Einschlag im rund 120jährigen Altbestand das Risiko bei Sturm- und Käferschäden zu minimieren. Letztendlich zahle sich die vorausschauende Arbeit von Revierleiter Eberhard Geißler aus. Auch der Jägerschaft wurde neben einer guten Hege eine ausgleichende Bejagung bescheinigt.

Der Gesamtvorrat an Holz pro Hektar liegt in Balgheim mit 400 Festmetern über dem Durchschnitt des Landkreises von 350 Festmetern. Wöchentlich wachsen im Balgheimer Wald 58,5 Erntefestmeter. „Rein rechnerisch betrachtet, könnten in jeder Woche zweieinhalb beladene Langholz-Laster aus dem Gemeindewald abfahren, ohne dass der Wald abnimmt.“ Der Balgheimer Wald wurde insgesamt positiv eingestuft; er befinde sich in einem äußerst guten Pflegezustand mit sichtbaren waldbaulichen Erfolgen.

Der Gemeinderat zeigte sich überzeugt davon, dass der höhere Hiebsatz eine solide Basis für ein weiterhin gutes Betriebsergebnis sein wird und der Wald dennoch sämtlichen Funktionen insbesondere auch an Natur- und Umweltschutz sowie Erholung gerecht werden würde.

Das Forstwirtschaftsjahr 2018 für den Gemeindewald schloss hingegen erstmals seit längerer Zeit negativ ab. Der Zuschussbedarf betrage 23 310 Euro. Hauptgrund sei die schlechte Absatzsituation auf dem Holzmarkt und das in großen Mengen vorhandene Käfer-, Sturm- und Schneebruchholz. Hinzu komme, dass der deswegen von der Forstverwaltung verfügte zeitweise Einschlagstopp die geplanten 2200 auf 1366 Festmeter reduzierte, so die Mitteilung. Außerdem seien Einschlagkosten 2018 angefallen, „der Verkaufserlös hingegen konnte erst 2019 als Einnahme verbucht werden“. Dabei gehe es um rund 40 000 Euro, „womit das Jahr letztlich positiv abschließen würde“.

Der Gemeinderat nahm die Abrechnung für den Kindergarten „St. Josef“ im Rechnungsjahr 2018 zur Kenntnis. Hierbei wurden als Gesamtkosten 679 841 Euro festgestellt. Damit lägen die Kosten pro Kindergartenplatz im Jahr bei 8 219 Euro. Die katholische Kirchengemeinde „Mariä Himmelfahrt“ beteilige sich als Trägerin der Einrichtung an den zu deckenden Bruttogesamtkosten mit 4,48 Prozent. Größter Ausgabenbrocken seien Personalausgaben, welche sich ohne Hausmeisterkosten auf 610 000 Euro beliefen.

Der Stromverbrauch bei der Straßenbeleuchtung sei durch Umstellung auf LED nochmals erheblich reduziert worden, so die Pressemitteilung. Obwohl der Stromverbrauch bei der Straßenbeleuchtung durch die frühere Dimmer-Schaltung „schon recht niedrig war, konnte dieser nochmals um 57 Prozent gesenkt werden“.

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