Bürger stellen Fragen zur Rottweiler Hängebrücke

Lesedauer: 5 Min
 Fast alle der 120 Plätze im Schulungsraum der Feuerwache sind beim Informationsabend zur Hängebrücke besetzt. Ausgiebig nutzen
Fast alle der 120 Plätze im Schulungsraum der Feuerwache sind beim Informationsabend zur Hängebrücke besetzt. Ausgiebig nutzen die Bürger die Gelegenheit, Aktuelles über den Stand des Bebauungsplanverfahrens und das Projekt zu hören. (Foto: Nädele / sbo)

Wann wird endlich gebaut? Oder eben: Wozu das Ganze? Die Bandbreite der Fragen bei der Informationsveranstaltung zum aktuellen Stand in Sachen Hängebrücke war am Dienstagabend groß. Und das Interesse etwa so wie erwartet.

Es ist nun wirklich kein neues Thema mehr – der Plan, das Berner Feld mit dem Touristenmagnet Testturm per Hängebrücke über das Neckartal mit der historischen Rottweiler Innenstadt zu verbinden. Einwohnerversammlung, Bürgerentscheid und der Start in das Bebauungsplanverfahren haben in Rottweil Spuren hinterlassen – im besten Sinn, denn am Dienstagabend in der neuen Feuerwache ging es zumeist um Detailfragen. Mit den Grundzügen des Vorhabens zeigten sich die knapp 120 Interessierten bereits vertraut.

Müllthematik, Stellplatzfrage, Benutzungskosten oder Toilettenbedürfnisse treiben die Rottweiler im Zusammenhang mit der Hängebrücke zwar noch immer um, auch die Frage nach Sinn, Zweck und Nachhaltigkeit bekamen Bürgermeister Christian Ruf, Fachbereichsleiter Lothar Huber und Alexander Warsow vom Büro Blaser gestellt. Fast schon überraschend hingegen: Eine Diskussion über die verschiedenen Einstiegspunkte im Bereich der Innenstadt fiel denkbar knapp aus. Sie beschränkte sich fast auf den Hinweis von FWV-Stadtrat Karl-Heinz Weiss, der die aktuelle Debatte aus dem Gemeinderat in die Informationsveranstaltung spiegelte.

Warsow, der vom Bauherrn für das Bebauungsplanverfahren beauftragt ist, hatte ausführlich anhand visueller Vergleiche die vier untersuchten Varianten dargestellt. Die Schlussfolgerung, dass der präferierte Einstieg am Bockshof zwar nicht frei von Beeinträchtigungen für die Denkmale und die Gesamtanlage ist, aber insgesamt die denkmalverträglichste Lösung darstelle, traf auf keinen Widerspruch. Gleichwohl hatten die Zuhörer auch verstanden, dass hierzu „noch nicht alle Türen geöffnet sind“.

In seinen Ausführungen ließ Warsow nicht aus, wo im Verfahren noch die Untiefen zu finden sind. Das sind gerade etwa die Belange des Denkmalschutzes aber auch offene Anträge zu einer notwendigen Waldumwandlung und zu einer Ausnahmegenehmigung wegen des tangierten Landschaftsschutzgebiets. Bürger, Behörden und andere Träger öffentlicher Belange können noch bis 23. November Anregungen und Bedenken einbringen.

Es waren wenige Fragen, die am Dienstagabend offen blieben – geschuldet dem aktuellen Fortschritt des Verfahrens. Indes machte der Abend deutlich, dass die Planung in Sachen Hängebrücke tatsächlich schon weit entwickelt ist. Die Gutachten füllen laut Ruf bereits einen Leitz-Ordner, für die parkähnliche Gestaltung des Bereichs Steigkapelle gibt es zumindest einen vagen Entwurf, ebenso wie für die Stellplatzlösung auf dem Berner Feld mit einem Parkplatz für 110 Fahrzeuge. Es existieren Vorstellungen, wie die Ausgleichsmaßnahmen aussehen könnten. Die Lenkung der Besucherströme, Baugrund, Lärm- und Lichtimmissonen sind bedacht. Bürgermeister Ruf konnte sogar aus dem städtebaulichen Vertrag, der im Moment zwischen Bauherr und Stadt ausgehandelt wird, berichten.

Zwei Stunden verflogen so im Schulungsraum der Feuerwache schnell. Etwa die Hälfte davon nutzten die Bürger die Möglichkeit, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Auch auf die, wann es denn nun tatsächlich losgehen könnte: im Herbst des kommenden Jahres.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen