„An Denkingen kommt man nicht vorei“

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 Mit großem Interesse verfolgten die vielen Besucher in der Mehrzweckhalle den Film aus der SWR Landleben 4.0 Dokumentation „Nac
Mit großem Interesse verfolgten die vielen Besucher in der Mehrzweckhalle den Film aus der SWR Landleben 4.0 Dokumentation „Nachhaltigkeit an der Schwäbischen Alb“ von Anja Unger. (Foto: Alois Groß)
Herlinde Groß

Eine Premiere hat die Denkinger Mehrzweckhalle jüngst mit dem Preview des Films „Nachhaltigkeit an der Schwäbischen Alb“ von Anja Unger vom SWR Landleben 4.0 erlebt. Eine große Zahl von Bürgern der fünf Mitgliedsgemeinden der N!-Region 5G nahmen die Gelegenheit wahr, die Dokumentation über die Gemeinde Denkingen und die Nachhaltigkeitsregion vorab anzusehen.

Während die Besucher in der vollbesetzten Halle Kaffee und Hefezopf der Gemeinde genossen, stellten die Autorin des Films, Anja Unger, und der Geschäftsführer der produzierenden Filmfirma, Bernhard Stegmann, den Film vor und erläuterten die Arbeitsweise des SWR in der Dokumentationsreihe.

„Landleben 4.0“

Auf die Frage eines Besuchers, wie die Autorin gerade zur Ortswahl Denkingen kam, teilte Anja Unger mit: Das „Landleben 4.0“ – eine Dokumentation-Reihe des SWR – stellt Gemeinden in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vor, die zwischen gewollter Tradition und auch geplanter Urbanität ringen, zeige aber auch auf, wie mit konkreten Ideen und starken Protagonisten, die für ihre Projekte wie ihre Heimat aktiv sind, das Leben in den Dörfern erhalten bleibt. So sei man auf die Nachhaltigkeitsregion gekommen. Dazu sagte Bernhard Stegmann: „An Denkingen kann man ja nicht vorbeikommen.“

Dazu gilt, dass im Jahr 2050 das Land Baden-Württemberg den CO2-Ausstoß auf eine Tonne pro Einwohner jährlich reduziert haben will. Der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine der wesentlichsten Forderungen, wenn es um Zukunft geht.

Wie kann Nachhaltigkeit in einer ländlichen Gemeinde umgesetzt werden? Funktioniert das? – Und wie das funktioniert, zeigt der Film von Anja Unger. Das Publikum war begeistert über die Fülle der Informationen und über die vermittelten Botschaften.

Ziel: 100 Prozent regenerative Energie

In Sachen Klimaschutz arbeitet die Deißlinger Bürger-Energie-Genossenschaft darauf hin, dass der Energiehaushalt der Gemarkung bis 2050 zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen stammt.

Doch in Denkingen, Aldingen, Frittlingen, Wellendingen und Deißlingen geht es um weitaus mehr: sie arbeiten an der Zukunftsfähigkeit ihrer Gemeinden. Und da scheuen sich Bürgermeister, Gemeinderäte und auch die Bürger nicht, innovative Wege zu gehen, sei es bei der Mobilität dank Mitfahrbänkle plus App oder E-Mobil für das Ehrenamt.

Oder beim Einbeziehen der jungen Generation in die kommunale Politik. Die Gemeindededektive in Denkingen stellen dem Bürgermeister und Gemeinderäten vor, wie sie ihren Ort sehen und was sie sich als Neunjährige anders wünschen.

In der Mediathek gibt es Kultur zum Anfassen vom Babyalter bis ins hohe Alter. Das FSV-Fußballzeltlager auf dem Klippeneck ist seit über 30 Jahren vorbildlich nachhaltig. Für 1000 Teilnehmer wird gespült – kein Wegwerfgeschirr kommt zum Einsatz.

Der Umbau eines alten Bauernhauses der Familie Wangerin zum Traumhaus, das Gründerzentrum in Aldingen, die Informationen von Förster Sigmund Scheu zur Nachhaltigkeit im Forst, das Haus der kleinen Forscher in der Kinderburg, die Seniorenwohnanlage in Frittlingen, der Mini-Europagipfel „Europa on Top“ auf dem Klippeneck, mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern sowie die vielseitige Arbeit von MiKaDo, die mittlerweile von elf Gemeinden getragen wird und zu guter Letzt die persönliche Liebeserklärung für Land und Leute von Isolde Wachter aus Denkingen – all das wird im Film attraktiv und ansteckend dargestellt, was bei den vielen Besuchern dickes Lob erntete.

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