Alexander Rewunow aus Denkingen will aktiver Europäer sein und etwas verändern – Neue Serie

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 Alexander Rewunow
Alexander Rewunow (Foto: Straub)
Ronja Straub

Vom 23. bis 26. Mai bestimmen die Bürger der EU, wer künftig im Europäischen Parlament sitzt. Damit können sie ein Signal für die Zukunft von Europa setzen. Vor allem die jungen Europäer werden an dieser Zukunft mitgestalten. Welches Bild entsteht bei ihnen im Kopf, wenn sie an Europa und die EU denken? In einer Serie, die mit diesem Teil startet, erzählen Esra Yüceyurt und Ronja Straub vom Europa von jungen Menschen aus Spaichingen und Umgebung.

Europa-Sommercamp am Klippeneck

„Die EU ist nicht nur dafür da, um uns zu bestimmen, sondern wir können auch die EU bestimmen.“ Das ist das europäische Bild von Alexander Rewunow aus Denkingen.

Entstanden ist es während eines Sommercamps auf dem Klippeneck im vergangenen Jahr zum Thema Europa. Organisiert hatten das die Jugendreferate des Landkreises und die Kreisjugendpflegerin zusammen mit dem Jugendmigrationsdienst der AWO und dem Netzwerk international des Landkreises im Rahmen des Erasmus-Plus Programms „Jugend in Aktion“. Für zehn Tage waren junge Europäer von der Insel Gozo in Malta, aus Bulgarien, Ungarn, Griechenland, Spanien und Deutschland zusammengekommen, um über ihr Europa zu diskutieren.

Freundschaften fürs Leben

„Während dieser Zeit habe ich gelernt, dass wir alle aus verschiedenen Ländern kommen, aber trotzdem gemeinsame Interessen haben“, sagt der 20-jährige Schüler. „Die Länder müssen sich mehr austauschen und ihre Vielfalt nutzen.“ Bis heute habe er Kontakt zu vielen aus dem Camp. Im August reist der Denkinger nach Gozo, eine Insel bei Malta, um dort Freunde zu besuchen.

Rewunow ist froh, dass er an dem Projekt teilgenommen hat. „Ich habe gelernt, dass ich etwas verändern kann, wenn ich mich arrangiere“, so der Denkinger.

Er glaube, dass die EU viele Vorteile mit sich bringt. „Reisen bildet. Würde ich nur in meinem eigenen Land bleiben, hätte ich nicht so eine breite Meinung“, sagt er. „Ich bekomme durch den Kontakt mit Leuten aus dem Ausland neue Ideen.“

Erklärvideo: So funktioniert die Europawahl
Vom 23. bis 26. Mai 2019 findet in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Europawahl statt. Die Europawahl 2019 ist die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament.

Seit sechs Jahren ist Alexander Rewunow im Jugendreferat aktiv und hilft bei Aktionen mit. An dem Camp war er als Mitglied beteiligt. „Da wurde mir bewusst, was es für ein Luxus ist, dass wir uns frei in Europa bewegen können“, sagt Rewunow. Denn: „Die EU bedeutet für mich Freiheit. Ich kann machen, was ich will, ohne eingeschränkt zu sein“, sagt er.

Nach seiner Ausbildung zum Mechatroniker, die er im Sommer beginnt, möchte Alexander Rewunow im Ausland arbeiten. „In meinen Augen gibt es keine Barrikaden zwischen den Ländern. Die EU sorgt für eine Gemeinschaft“, sagt er. Und dass es in einer solchen Gemeinschaft auch Regeln geben muss, sei klar. „Sonst kann es nicht funktionieren.“

Möglichkeiten nutzen

Er habe gelernt, dass auch er als junger Mensch etwas tun kann und dass sich nichts ändert, wenn er zu Hause sitzt. „Ich finde, Europa muss noch jünger werden. Oft sieht man alte Politiker im Fernsehen“, sagt er. Es habe sich in den letzten Jahren durch Projekte wie Erasmus schon viel getan, aber das sei noch nicht genug. „Jugendliche brauchen die Möglichkeit, Europa kennenzulernen, so wie ich.“ Denn egal, wie alt man ist – „man hat die Freiheit, etwas zu ändern.“ Und wenn das bedeute, dass Jugendliche schon mit 16 Jahren wählen dürften, dann solle sich das ändern. Dass er selbst im Mai wählen geht, „ist ja wohl klar“.

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