96,9 Prozent für Ralf Fahrländer

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Zwei, die große Stücke auf den jeweils anderen halten. Ralf Fahrländer (links) freut sich über die Glückwünsche Reinhard Lindner
Zwei, die große Stücke auf den jeweils anderen halten. Ralf Fahrländer (links) freut sich über die Glückwünsche Reinhard Lindners. (Foto: Alois Groß)
Schwäbische Zeitung
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Aldingen hat am gestrigen Sonntag einen Generationswechsel erlebt: Die Bürger haben Ralf Fahrländer zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. Er folgt auf Reinhard Lindner, der nach 35 Jahren im Amt zurücktritt. Einziger Gegenkandidat war der Berliner Andreas Fischer, der sich für die Partei der Nein-Idee hat aufstellen lassen. Er hatte schon im Vorfeld betont, das Amt nicht anzustreben und hatte keinen Wahlkampf betrieben.

Auch wenn Ralf Fahrländer sich aufgrund mangelnder Konkurrenz sicher sein konnte, die Wahl zu gewinnen, „ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, verriet er ihm Vorfeld. „Eine Wahl ist immer eine Wahl und da darf man sich nicht zu sicher fühlen.“ Spätestens aber als gegen 18.30 Uhr die Stimmen ausgezählt waren, löste sich seine Anspannung. „Überglücklich und stolz mit Respekt und Demut stehe ich vor Ihnen und nehme die Herausforderung als Bürgermeister gerne an. Nehmt mich auf und lasst mich ein Aldinger, ein Aixheimer werden“ bat er und die Antwort folgte prompt: Die Kapellen aus Aldingen und Aixheim spielten gemeinsam für ihn auf.

34,9 Prozent Wahlbeteiligung

Ralf Fahrländer, der bisher Kämmerer Aldingens ist, ging es aber nicht nur um die Wahl als solche: „Mir ist auch die Höhe der Wahlbeteiligung wichtig.“ Mit 34,9 Prozent (2019 abgegebene Stimmen) liegt diese im Vergleich zu 2010 nur knapp unter den damaligen 36,6 Prozent.

Für Reinhard Lindner endet mit der Wahl seines Nachfolgers eine berufliche Erfolgsgeschichte, die nur wenige Beispiele in der Region kennt. Lindner, der vor 35 Jahren zum ersten Mal ins Amt gewählt wurde, hatte anfangs harte Zeiten durchzustehen. „Aldingen war damals verschuldet und wir mussten drastische Einsparungen durchziehen“, so Lindner. Dass es sich der damals jugendliche Bürgermeister fast ein bisschen mit den Vereinen verscherzt hatte, daran erinnert sich heute – wo Lindner vielen als Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der Gemeinde gilt – kaum noch jemand. Und auch wenn er zu dieser Wahl nicht angetreten war, wollten zwei Wähler wohl absolut nicht auf ihn verzichten und schrieben seinen Namen auf den Stimmzettel. Reinhard Lindner freute sich am Sonntagabend sichtlich über die Wahl seines Nachfolgers. „Ich fühle mich sehr gut und habe vollstes Vertrauen in Herrn Fahrländer.“

Die positive Entwicklung der Gemeinde, die Reinhard Lindner in den vergangenen drei Jahrzehnten vorangetrieben hat, will Ralf Fahrländer fortsetzen, „ohne eine Kopie Lindners zu sein“. Aldingen ist schuldenfrei und steht mit einer gut ausgebauten Infrastruktur da. Der neue Bürgermeister will nun an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen und Aldingen und Aixheim „zukunftsfähig halten“, wie er mehrfach betonte.

Andreas Fischer, der Kandidat der Partei der Nein-Idee, konnte 53 Stimmen (2,7 Prozent) auf sich vereinen.

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