32 Marschmelodien in zwei Minuten

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Saxophonist Simon Hermann gibt bei bei seinem exzellenten Solovortrag alles.
Saxophonist Simon Hermann gibt bei bei seinem exzellenten Solovortrag alles. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

. - Mit einem Gemeinschaftskonzert hat zwischen der Musikkameradschaft und der Musik- und Trachtenkapelle Obereschach eine wunderbare Freundschaft begonnen. Nutznießer waren erfreulich die vielen Zuhörer, die einen prächtigen Konzertabend erleben durften.

Wie brillierten die Trompeten in höchsten Tönen zu den jubilierenden Klarinetten und dem angenehmen Saxophon-Sound, zusammen mit dem tiefen Blech was Blasmusik zum Anfassen erzeugte.

Nach einigen Worten des Vorsitzenden Harald Klaiber eröffnete die Gastkapelle Obereschach mit dem Konzertmarsch „Salemonia“ von Kurt Gäble das Konzert. Kontrastreich war der folgende Programmteil unter der sicheren Stabführung von Istvan Elekes. Was die Gäste zeigten, war altherkömmliche Blasmusik, wofür sich die Besucher erkenntlich zeigten. Farbe bekennen mussten dann alle Musiker bei „Kennen Sie Strauß“ mit den bekanntesten Straußmelodien.

Das gute Zusammenspiel der verschiedenen Register zeigte sich im „A Musical Fantasy“ in den unterschiedlichen Musikstilen. Nach einer romantischen Popballade konnte sich Tobias Leiber mit seinem Saxophon-Sound in die Jazzmusik einbringen. Mit technischer Brillanz wurden die unterschiedlichen Stimmungen in den verschiedenen Filmmelodien von „Bond. James Bond“ interpretiert, bevor die Musiker das Publikum mit auf die Reise nahmen, um den Löwen Simba auf dem Weg zum Erwachsensein in „The Lion King“ zu begleiten. Als Zugabe gab es den Marsch „Berliner Luft.“

Schneidig mit der Eröffnungsfanfare „The Olympic Spirit“, wobei die Trompeten in der Szenerie dominierten, stiegen die Hausener Musikanten in ihren Teil des Abends ein. Dirigent Christoph Hohl hat ein kontrastreiches Programm zusammengestellt. „Irish Castle“ von Markus Götz versetzte die Besucher in Gedanken in eine grüne irische Landschaft mit sanften Hügeln und alten Sagen. In der dramatischen Komposition für Blasorchester mit den typisch irischen Melodien und Rhythmen fanden die Solisten des Klarinettenregisters ihre Plattform. In einem siebenminütigen virtuosen Solostück mit dem Saxophon holte Simon Hermann in „Pequena Czarda“ in ausgereifter Technik wirklich alles aus seinem Instrument heraus und gab gleichzeitig seinen Musikkameraden Gelegenheit zur wunderbaren Untermalung. Ein Blick auf die schnellen Finger von Simon Hermann sprach für sich.

Freud und Leid liegen oftmals dicht beisammen

Eingebettet in die musikalischen Klänge war die Ehrung der zehnjährigen Mitglieder Bernd Maurer, Dieter Klaus und Alexander Maurer. Im zweiten Teil ihres Programmes landeten die Musiker mit „Centuria“ einen Volltreffer mit heroisch anmutenden Klängen. In der Konzertouvertüre für symphonische Blasmusik zeigten sich die einzelnen Register in voller Bandbreite.

In nur zwei Minuten erklangen 32 Marschmelodien beim „Einzug der Plagiatoren“ von Siegfried Bethmann. Wer es schaffte, alle 32 Titel in der richtigen Reihenfolge zu benennen, wurde an die Weinlaube eingeladen. Beim Kirchenkonzert hat die Kameradschaft bereits die „Hymne to the fallen“ gespielt. Auch ins Jahreskonzert passte diese Ehrenweisung an die Gefallenen mit den nachdenklichen Tönen. Doch Freud und Leid liegen oft beisammen. Mit Begeisterung wurde das Potpourri von der Neuen Deutschen Welle vom Publikum aufgenommen.

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