Fichten sind ein Sorgenkind im Gemeindewald.
Fichten sind ein Sorgenkind im Gemeindewald. (Foto: Rolf Vennenbernd)
Winfried Rimmele

Alle zehn Jahre beschließt der Gemeinderat von Neuhausen ob Eck das „Forsteinrichtungswerk“, den Betriebsplan für den Gemeindewald. Dies wird immer mit einer Waldbegehung verbunden, bei der bestimmte Waldbilder und Arbeiten vor Ort veranschaulicht werden. Dazu haben sich Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald und einige Mitglieder des Gemeinderates ein Bild gemacht.

An vier Waldbildern erklärten Forsteinrichter Tom Drabinski sowie der zukünftige Leiter des Forstamtes Tuttlingen, Karl-Heinz Schäfer, und Forstrevierleiter Harald Müller den Zustand des Gemeindewaldes sowie die weitere Planung zur Nachhaltigkeit, Bestandspflege und die Verjüngung des Waldes.

Danach folgte ein Rückblick zum Vollzug der vergangenen zehn Jahre. Die Gesamtnutzung wurde mit 38 000 Erntefestmetern zu hundert Prozent erfüllt. 26 Prozent an außerordentlichen Nutzungen wie Sturm-, Eisbruch- und Käferholz sind in der Gesamtnutzung enthalten. Das zu Ende gehende Jahrzehnt war geprägt durch ein Waldbewirtschaftung, die den Planungen entsprach und einer guten Holzmarktlage geschuldet war. Dabrinski bezeichnete den Zustand des Gemeindewaldes noch als gut, allerdings seien 43 Prozent der Fichtenbestände bereits „labil“.

Die Wuchsleistung liege bei 4 365 Erntefestmetern pro Jahr. Der Gesamtholzvorrat liege bei 172 220 Vorratsfestmetern. Wenngleich der Nadelbaumanteil innerhalb der vergangenen zehn Jahre um vier Prozent gesunken sei, liege er immer noch bei 62 Prozent, gegenüber 38 Prozent an Laubbäumen. Die Fichte sei mit 52 Prozent die dominierende Baumart, gefolgt von der Buche mit 29 und der Tanne mit vier Prozent. Die Folgen des Klimawandels seien im Gemeindewald von Neuhausen ob Eck deutlich sichtbar. Durch die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre sei die Vitalität, insbesondere die der Fichte, geschwächt.

Im Anschluss ging Dabrinski auf die Planzahlen ein und stellte den neuen Plan vor. Danach sollen im 450 Hektar großen Gemeindewald in den kommenden zehn Jahren rund 42 000 Erntefestmeter geschlagen werden. Die Nutzungs- und Verjüngungsschwerpunkte sollen in den Beständen liegen, die von älteren Fichten dominiert werden. Auf zehn Hektar Anbaufläche sollten klimastabilere Nadelbäume wie Douglasie und Tanne angebaut werden. Auf 14,6 Hektar Waldfläche sei eine Wildschadensverhütung vorgesehen. Zur Sicherung der Nadelbaumanteile sei auf 49 Hektar Jungbestandspflege geplant. Außerdem sollen in 17 Beständen potenziell ökokontofähige Maßnahmen erfasst werden. Der Gemeinderat stimmte bei einer Enthaltung dem periodischen Betriebsplan zu.

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