Walter Subject: „Wir sind für große Bühnen geeignet“

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"Wenn der Walter spielt, wird’s sonnig“, sagt Marc Ruff, Sänger von Walter Subject – und er behielt absolut Recht. (Foto: Thomas Melcher)
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

„Wir sind Walter Subject, willkommen zum Frühshoppen“, begrüßte Marc Ruff, singender Frontmann der SZ-Gewinnerband, all die, die sich am Samstag um 12.20 Uhr im Zelt der Red Stage versammelt hatten. Walter Subject hatten sich durchgesetzt – gegen Dutzende andere Bands, die sich um das SZ-Ticket zum Southside beworben hatten. Zu recht, wie sie bewiesen.

„Um 7.30 Uhr sind wir in Reutlingen losgefahren, da wurde es gerade hell“, erzählt Marc nach dem Auftritt im SZ-Gespräch. „Normalerweise wird’s dunkel, wenn wir uns auf den Weg zu einem Konzert machen.“ Der Stimmung vor der Red Stage hat die frühe Uhrzeit nicht geschadet, und offensichtlich auch nicht der Euphorie der Band. Die fünf Jungs aus Reutlingen spielten ihren energiegeladenen Mix aus Desert Rock à la Queens of the Stone Age, nach Metallica klingende Riffs und Hymnen, die zum Mitgrölen und vor allem zum Tanzen einladen. Alles, was es neben einem starken Kaffee braucht, um gut in den zweiten Festivaltag zu starten.

Die Euphorie hielt noch eine Zeit nach dem Konzert an, auch wenn Marc danach sagte: „Das war zu kurz. Wir waren gerade warm, dann wars schon vorbei.“ Am liebsten würden sie gleich ein Video von ihrem Auftritt anschauen, um am Adrenalin festzuhalten. Begeistert sind sie dennoch, von der Chance, vom Auftritt. Marc lobt den hervorragenden Sound und die entspannte Atmosphäre hinter der Bühne, und das bei einem Festival, bei dem knapp 100 Bands minutengetaktet pünktlich an den Start gehen sollen. Noch nie hat die Band auf solch einer großen Bühne gespielt. „Heute hatte jeder von uns so viel Platz, wie sonst alle zusammen“, sagt Bassist Christoph Kluck. Und das war ein gutes Gefühl? Marc strahlt: „Ja, wir sind für große Bühnen geeignet.“

Die Jungs sind alle selbst Festivalgänger, jeder war auch schon mal auf dem Southside. Und deshalb freuen sie sich natürlich, dass sie hier spielen durften – und nach dem eigenen Konzert andere anzuschauen: The Mars Volta, Eagles of Death Metal und natürlich Jennifer Rostock. Marc hat der Sängerin mit dem losen Mundwerk ein Lied gewidmet, das die Band auch auf dem Southside gespielt hat: „Kissing Jennifer while she’s chewing a gum“. Ist das autobiografisch? Marc grinst und verweigert jede Erklärung. Er sagt nur, dass ein gemeinsamer Song mit ihr ein Wunsch wäre.

Marcs Fazit zum Southside: „Endlich mal mit Profis arbeiten.“ Er lacht dabei, doch meint das nicht nur scherzhaft, denn Walter Subject feilen weiter an ihrer Karriere. Nach ihrem Southside-Auftritt gibt es für Walter Subject zunächst eine achtwöchige Pause – nicht zum Entspannen, sondern für Kreativarbeit. „Seit acht Wochen treten wir jedes Wochenende auf, da kommt man nicht zum Songschreiben“, sagt Marc. Die Band hat bisher 15 Lieder im Repertoire, in den kommenden Wochen sollen weitere fünf dazukommen, um Auswahl zu haben. Denn im November gehen Walter Subject ins Studio und produzieren ihren ersten Langspieler, zusammen mit dem renommierten Produzenten Siggi Bemm von Woodhouse Records, der unter anderem auch mit Philip Boa und Udo Lindenberg zusammengearbeitet hat. Das Album von Walter Subject soll im Mai 2013 erscheinen. Marc nennt das den „nächsten Meilenstein“ der Band.

Vielleicht spielen Walter Subject ja auch 2013 auf dem Southside. „Das ist unser Ziel“, sagt Marc. „Dann aus eigener Kraft.“ Das käme allen Southside-Besuchern zugute, denn die Reutlinger haben in diesem Jahr den Regen vertrieben. „Es pisst sonst ja immer“, sagt Marc, und gerade mit Blick auf die vergangenen beiden Festivaljahre hat er recht. „Aber ich hab’s ja gesagt: Wenn der Walter spielt, wird’s sonnig.“

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