Angelika Hepfer (Mitte) wird von Michael Guse und Almut Grüner verabschiedet.
Angelika Hepfer (Mitte) wird von Michael Guse und Almut Grüner verabschiedet. (Foto: Winfried Rimmele)
Winfried Rimmele

Angelika Hepfer aus Neuhausen ob Eck ist in den Vorruhestand verabschiedet worden. Sie nahm am 1. April 1988 schon vor seiner Eröffnung ihre Arbeit als Hauswirtschafterin im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck auf. Als eine der ersten im Museumsteam hat sie mitgeholfen, das Museum aufzubauen. Viele ehemalige Weggefährten kamen zu ihrer Verabschiedung in den Schafstall.

Angelika Hepfer hat Spuren im Freilichtmuseum hinterlassen, die für viele Besuchergenerationen noch lange sichtbar und spürbar sein werden. Museumsleiterin Almut Grüner hob in ihrer Laudatio die zahlreichen Einsatzgebiete von Angelika Hepfer hervor. Als Bäckerin hatte sie das Backhäusle voll im Griff und genau zum passenden Zeitpunkt auch die richtige Backhitze. So hat sie in der mehr als 30-jährigen Arbeit beim museumspädagogischen Projekt „Vom Korn zum Brot“ mit mehr als 100 000 Schülern Dünnele gebacken. Auch bei Großveranstaltungen waren die Dünnele eine heiß begehrte Backware.

Als „Sauflüsterin“ hat sich Angelika Hepfer einen Namen gemacht. Als die Idee der Schweinhut im Jahr 2000 aufkam, war sie die Ideengeberin und setzte seither die Aktion, die zu einer der Hauptattraktionen in der Museumssaison aufgestiegen ist, um. Mit Geduld und Einfühlungsvermögen bereitete sie die zehn Schwäbisch-Hällischen Schweine auf ihren ersten Weg durch das Museumsdorf vor und faszinierte mit ihren Berichten bei 1240 „Schweinehut“ über die Schweinehirten, die ein hartes Leben fristeten. Als Urheberin der Veranstaltung Rauhe Kost hat Hepfer bewiesen, wie viel Gespür sie für die museumsnahen Themen hatte. Nur an diesem Tag, zum Ende der Saison, wird in vielen Museumshäusern nach historischem Vorbild gekocht.

Aber auch hinter den Kulissen stand für Angelika Hepfer das Wohl der Museumsbesucher oben an. Mit Liebe zum Detail pflegte sie Tisch- und Bettwäsche, Kleidungsstücke und viele andere Einrichtungsgegenstände, die die Häuser so aussehen lassen, als wären sie tatsächlich noch bewohnt. Unvergessen bleiben die Festdekorationen, die Hepfer aus museumseigenen Wild- und Gartenblumen gestaltete. Auch hatte sie ein Auge für Details und Dinge, die von anderen übersehen wurden. Mit ihrem Mann, Willi Hepfer, war sie auch in der Landwirtschaft aktiv. In mehreren Fernsehsendungen war das Ehepaar als homogenes Duo mit Traktor und Mähwerk zu bewundern.

Kulturwissenschaftler Christof Heppeler zeichnete ihr Wirken in Bildern nach und gab Anekdoten und Geschichten der „Alleskönnerin und Wissen und Gedächtnis des Museums“ preis. „Wir werden dich vermissen“, sprach Heppeler, im Sinne der zahlreichen Gäste.

Kulturdezernent Michael Guse dankte im Namen des Landratsamtes für die mehr als 30-jährige Arbeit im Freilichtmuseum. Für die naturverbundene Pflanzenliebhaberin Angelika Hepfer gab es Grünpflanzen und die besten Wünsche für den wohlverdienten Ruhestand. Bei Wurstsalat und Landbrot wurden noch viele Geschichtchen und Anekdoten ausgetauscht.

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