Groß war der Andrang bei Einwohnerversammlung in Neuhausen ob Eck.
Groß war der Andrang bei Einwohnerversammlung in Neuhausen ob Eck. (Foto: Winfried Rimmele)
Schwäbische Zeitung

Die Einwohnerversammlung der Gemeinde Neuhausen ob Eck ist am Montagabend in der Homburghalle auf großes Interesse gestoßen. Grund war zum einen, dass sich die rund 300 Bürger aus der Gesamtgemeinde über die Zukunft ein Bild machen wollten, zum anderen stellten sich die 34 Kandidaten für den Gemeinderat erstmals einem breiten Publikum vor.

Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald legte in seinem Power-Point-Vortrag seinen Schwerpunkt auf das Erreichte der letzten drei Jahre und auf die Herausforderungen, die in den kommenden Jahren die Bürger beschäftigen werden. Schwerpunkte der Investitionen und Bauvorhaben waren der Kreisverkehrsplatz mit dem Dorfplatz und das Sanierungsprogramm „Alte Bundesstraße“. In den letzten zehn Jahren wurden insgesamt 57 Anträge bewilligt und 1,6 Millionen Euro Fördergelder ausbezahlt. Da die Förderung höchstens 30 Prozent betrug, wurden also mindestens 5,3 Millionen Euro im Sanierungsgebiet investiert.

Die Bäckerei mit Tagescafé, die im Haus Roser untergebracht war, hatte zum Ende des vergangenen Jahres geschlossen. Die Gemeinde als Eigentümer der Einrichtung sei auf der Suche nach einem neuen Pächter. Zu der Leerstandsrichtlinie für die drei Ortsteile sagte Osswald, dass in den letzten 15 Jahren 47 Bauplätze verkauft wurden und das Durchschnittsalter der Käufer 36 Jahre betrug. Fünf kamen aus Neuhausen, einer aus einem Teilort und 41 waren Auswärtige. Bei den Leerständen konnten elf Verträge abgeschlossen werden. Bei der Erweiterung des Gewerbegebiets „Filz“ konnte eine Direktanbindung an die ehemalige Bundesstraße 311 verwirklicht und das erste Gewerbeprojekt vollendet werden.

Ein weiteres Projekt werde in den nächsten Wochen starten. Das schnelle Internet in den Ortsteilen Schwandorf und Worndorf sei nach langem Ringen und mit persönlichem Einsatz der Ortsvorsteher Günter Binder (Schwandorf) und Andreas König (Worndorf) jetzt endlich Wirklichkeit. In der mittelfristigen Planung werde die Gemeinde die Breitbandversorgung noch geschätzte zehn Millionen Euro kosten.

Der Gewerbepark Take off entwickle sich weiterhin prächtig und hat mit der Geschäftsführerin Heike Reitze zwei erfolgreiche Jahre verbracht. Ein überregionales Erfolgsmodell präsentierte Osswald mit dem „Contracting“. Mit dem Bau eines Blockheizkraftwerkes durch die Betreibergesellschaft EnBw konnten Rathaus, Homburgschule und Homburghalle zentral mit Wärme und frischer Luft versorgt werden. Durch die Wärmerückgewinnung konnte außerdem Strom gewonnen werden. „Die Maßnahmen in Höhe von über 1,2 Millionen Euro wurden von der Betreibergesellschaft getragen“, sagte Osswald.

Mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre fuhr Osswald fort. Der Bau des Regenüberlaufbeckens (RÜB) und des Regenrückhaltebeckens (RRB) (wir berichteten) habe begonnen und sei für den Hochwasserschütz sowohl für die Bürger als auch für die Kläranlage notwendig. Außerdem würden für die Feuerwehr in Worndorf zwei Fahrzeuge angeschafft und die Flurneuordnung zu Ende gebracht. Die Homburgschule wurde und wird mit den notwendigen digitalen Geräten ausgestattet, da sie zur Referenzschule für Medien ausgewählt wurde. Die Gemeinde mit ihren 3900 Einwohnern stehe dank der umsichtigen Arbeit des Gemeinderates finanziell auf guten Beinen. Entgegen manch anderer Meinung sei der Schuldenstand zwar durch die Investitionen in die Zukunft gewachsen, aber noch beherrschbar. Mit den Rücklagen sei die Gemeinde noch schuldenfrei.

Nach dem offiziellen Teil stellten sich die 34 Kandidaten für die Gemeinderatswahl vor. Moderator Alfred Schaz sorgte dafür, dass die Redezeit von zwei Minuten eingehalten wurde. Im Anschluss bestand die Möglichkeit mit den Kandidaten und den Verwaltungsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

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