Die Söhne der beiden Unfallopfer und die Paten der Gedenkstätte: Rolf-Rainer Dembowsky (von links), Marc Mälicke, Gert Pfreimer-
Die Söhne der beiden Unfallopfer und die Paten der Gedenkstätte: Rolf-Rainer Dembowsky (von links), Marc Mälicke, Gert Pfreimer-Corfield und Klaus Häufle. (Foto: Fotos:Klaus Häufle.)
Marilena Berlan

Vor 50 Jahren, am 16. Juli 1968, ist beim Todtmooser Ortsteil Glashütte eine Alouette des Heeresfliegerbataillon 10 auf dem Flug von Neuhausen ob Eck nach Marseille abgestürzt. Dabei sind Oberleutnant und Flugzeugführer, Fritz Gerhard Pfreimer, und Hauptfeldwebel, Horst Mälicke, ums Leben gekommen. Anlässlich des 50. Jahrestages hat kürzlich eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Absturzort in Todtmoos stattgefunden. An der Zeremonie nahm auch der Vorsitzende der Gemeinschaft der Heeresflieger Neuhausen ob Eck, Hauptmann a.D. Rolf-Rainer Dembowsky, teil. Er sprach ein Grußwort.

Am 16. Juli 1968, gegen 7.20 Uhr in der Früh, teilte der Plattenlegemeister Fredi Kahl in Glashütte der Polizei mit, dass rund 100 Meter von seinem Anwesen entfernt, ein Hubschrauber abgestürzt sei. Der Hubschrauber brenne und die Insassen seien tot, hieß es.

Das Hochspannungskabel war Schuld

Der zuständige Polizeiposten verständigte daraufhin seine Kollegen und den damaligen Bürgermeister von Todtmoos, Hermann Josef Dewald. An der Unfallstelle waren laut Polizeibericht schon mehrere Personen und die Feuerwehr vor Ort, um die Feuerflammen zu löschen. Beim abgestürzten Hubschrauber handelte es sich um den Typ AL II, Kennzeichen ARMY 7642. Vom Heeresflughafen Neuhausen ob Eck aus wollte der Flieger zur Instandsetzungsstelle nach Frankreich fliegen. Beim Passieren des Wehratals flogen Pfreimer und Mälicke, vermutlich wegen der tiefhängenden Wolken, zu tief und berührten dort die Hochspannungsleitung, was nach Angaben der Polizei zum Absturz führte.

Der Augenzeuge Willi Eckert will mitverfolgt haben, wie der Hubschrauber in die Tiefe stürzte. Danach hörte er eine starke Explosion und sah Flammen und starken Rauchqualm in die Höhe steigen. Der Pilot Oberleutnant Gerhard Pfreimer war bei seinem letzten Flug 27 Jahre alt. Sein Kollege, Hauptfeldwebel und Bordmechaniker Horst Mälicke, war 32 Jahre jung. Beide waren verheiratet und Väter von zwei und drei Kindern.

Das nächste Flugunglück

Am 3. Juli 1988, also vor 30 Jahren, verloren bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen neun Menschen ihre Leben, darunter vier Kameraden vom Heeresbataillon 20 des Heeresfliegerregiments Neuhausen ob Eck und fünf zivile Passagiere. „Der Juli ist damit zum Schicksalsmoment für den Standort Neuhausen ob Eck geworden“, sagte der Vorsitzende der Gemeinschaft der Heeresflieger Neuhausen ob Eck, Dembowsky, während seiner Rede.

Zwei Söhne gedenken ihrer Väter

An der Gedenkfeier nahmen auch Gert Pfreimer-Corfield, Sohn des verunglückten Fritz Pfreimer – er war sogar aus England angereist, um seinem verstorbenen Vater zu gedenken – und Marc Mälicke, Sohn von Horst Mälicke, Ministerialrätin Susanne Bruns vom Bundesministerium für Verteidigung und die Bürgermeisterin von Todtmoos, Janette Fuchs, teil.

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