Besucher sollen in die Geschichte einer Familie aus dem 19. Jahrhundert eintauchen

Lesedauer: 5 Min

Das Freilichtmuseum Neuhausen soll einen neuen Eingangsbereich bekommen. Bei einem Architekturwettbewerb sei das Vorhaben ausgeschrieben gewesen. Es soll ein modernes Gebäude entstehen, das harmonisch ins Museum integriert wird. Das Endergebnis: Ein Holzbau mit sehr viel Glas, eine helle, offene Konstruktion mit Blick aufs Dorf, beschreibt es Grüner. Die Idee dahinter: „Die Besucher sollen mit dem Gang durch das Eintrittsgebäude in die Geschichte eintauchen“, schildert die Museumsleiterin.

Im neuen Gebäude werden auch Büroräume untergebracht. Direkt vor Ort zu sein habe unter anderem den Vorteil, mehr im Kontakt mit den Besuchern zu stehen.

„Die Planungen gehen weiter und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden“, sagt Grüner. Allerdings müsse man langsam, Schritt für Schritt gehen. Der Grund: Die Detailplanungen konkurrieren, was die Finanzierung betreffe, noch mit anderen Dingen, beispielsweise der Klinikthematik im Landkreis Tuttlingen, erläutert sie.

Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck startet am Samstag, 30. März, in seine 31. Saison. Am Donnerstag wurde das Jahresprogramm vorgestellt. Eine besondere Geschichte wird in einer Sonderausstellung erzählt. Ab Juni werden Besucher in das 19. Jahrhundert zurückversetzt – an den traurigsten Tag einer Familie.

Es ist das Jahr 1847. Maria Theresia Hock erliegt auf dem Haldenhof einer schweren Krankheit. Eben dieser Schwarzwaldhof, der einst in Schonach stand, ist im Freilichtmuseum aufgebaut. Und ab dem 28. Juni wird er als „Haus des Jahres 2019“ Schauplatz einer Sonderausstellung. „Die Besucher sollen das Gefühl haben, dass sie in die Vergangenheit eintreten und in die Geschichte der Familie Hock eintauchen“, sagt Museumsleiterin Almut Grüner. Statt Schautafeln sollen die damaligen Hausbewohner „digital zum Leben erweckt werden“, erläutert sie. In kurzen Szenen werden die Familienmitglieder und Hausbewohner den „Tag danach“ schildern: „Was bedeutet der Tod für sie und wie gehen sie damit um“, erklärt die Museumsleiterin.

Besucher sollen weitere Räume erkunden können

Sie öffnet die Tür zum Haldenhof. Das Holz knarzt. Der Boden schwingt bei jedem Schritt mit. Draußen schneit es. „Ab Juni sollen den Besuchern mehr Räume als bisher zugänglich gemacht werden“, nennt Grüner eine weitere Besonderheit. Sie geht zu einer Tür, deutet in das Zimmer. Dann zieht sie den Kopf etwas ein. Die Decke ist niedrig. Vor einer Eckbank stehen ein Tisch und mehrere Stühle. An der Wand hängen Bilder. Auch eine Nebengeschichte werde zum Tragen kommen, verrät die Museumsleiterin.

Veranstaltungsorganisatorin Andrea Blumers erläutert: Auch auf den „kleineren Ebenen gibt es schöne Neuerungen“. So gebe es schon länger Bier-Seminare oder Kurse, in denen Käse selbst gemacht wird. „Jetzt starten wir ein Experiment“, sagt Blumers. Das Museum verfügt über eine eigene historische Brennerei, die „aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde“. Im vergangenen Jahr habe im Freilichtmuseum viel Obst von den eigenen Bäumen geerntet werden können, blickt sie zurück. Dieses ist bereits zum Maischen angesetzt. „Beim Schaubrennen können die Besucher nun dabei zusehen, wie aus der Maische Schnaps gemacht wird“, kündigt sie das neue Veranstaltungsformat an.

Am Sonntag, 19. Mai, kehrt dann Leben in das Museum. Denn am Internationalen Museumstag werden unter dem Motto „Belebtes Dorf“ unter anderem historische Fahrräder durch das Museumsdorf fahren und Schüler in der alten Schule unterrichtet. Das Konzept, Historisches mit Veranstaltungen zusammenzubringen, werde gut angenommen, sagt Blumers. Als Besonderheit kündigt sie daher an, dass an diesem Tag auch geheiratet wird – historisch nachgestellt.

In den Sommerferien werden Kinder wieder „selber machen, anfassen und entdecken“ dürfen. „Es ist geplant, dass an jedem Wochentag in den Ferien etwas für die Kinder geboten ist“, benennt Blumers einen weiteren Programmaspekt.

2018 waren mehr als 92 000 Besucher im Museum. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Grüner. Im Vergleich zum Vorjahr werden die Eintrittspreise im Freilichtmuseum „leicht erhöht“, wie die Museumsleiterin bestätigt. Und zwar um einen Euro. So zahlen Erwachsene nun 7,50 Euro Eintritt, statt bisher 6,50 Euro. Der Preis für die Saisonkarte liegt bei 21 Euro.

„Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahren haben weiterhin freien Eintritt“, sagt Grüner. „Das ist auch unserer sozialen Verantwortung geschuldet.“ Denn das im Herbst 2016 freigegebene Spielgelände solle, das betont Grüner, von Familien und Kindern genutzt werden.

Das Freilichtmuseum Neuhausen soll einen neuen Eingangsbereich bekommen. Bei einem Architekturwettbewerb sei das Vorhaben ausgeschrieben gewesen. Es soll ein modernes Gebäude entstehen, das harmonisch ins Museum integriert wird. Das Endergebnis: Ein Holzbau mit sehr viel Glas, eine helle, offene Konstruktion mit Blick aufs Dorf, beschreibt es Grüner. Die Idee dahinter: „Die Besucher sollen mit dem Gang durch das Eintrittsgebäude in die Geschichte eintauchen“, schildert die Museumsleiterin.

Im neuen Gebäude werden auch Büroräume untergebracht. Direkt vor Ort zu sein habe unter anderem den Vorteil, mehr im Kontakt mit den Besuchern zu stehen.

„Die Planungen gehen weiter und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden“, sagt Grüner. Allerdings müsse man langsam, Schritt für Schritt gehen. Der Grund: Die Detailplanungen konkurrieren, was die Finanzierung betreffe, noch mit anderen Dingen, beispielsweise der Klinikthematik im Landkreis Tuttlingen, erläutert sie.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen