Vier hochrangige Musiker brillieren in Mühlheim

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Im Rahmen der Reihe „Kultur in Mühlheim“ konzertierten im Vorderen Schloss (von links) Teddy Ezra (Klarinette), Prof. Roger Wood (Foto: Siegrid Bruch)

Ein exquisites Konzert haben die Zuhörer am Montagabend im Vorderen Schloss zu Mühlheim erlebt. Der Lions-Club war in der guten Stube der Gemeinde versammelt, um seinem Mitglied, dem Bratschenprofessor der staatlichen Musikhochschule Trossingen, James Creitz, zu lauschen. Und dieser hatte hochrangige Musiker zu dem Konzert mitgebracht: den Violinenprofessor Winfried Rademacher, den Klavierprofessor Roger Woodward und den Klarinettisten Teddy Ezra.

Es war ein günstiger Zufall, dass der in allen Konzertsälen der Welt auftretende Roger Woodward – ein Freund von Creitz – gerade in Trossingen weilte. Als erstes Werk präsentierten die Musiker an diesem Abend das „Kegelstatt“-Trio, das sich Mozart in seiner fröhlichsten Zeit in Wien beim Kegeln ausgedacht hatte. Welch heitere Musik war dies. Im dritten Satz, dem Rondo, gönnte Mozart sowohl der Viola, wie auch der Klarinette, wunderschöne Soli, und bedachte den Klavierpart mit virtuosen Stellen, die Woodward leicht schwebend spielte.

Statt Robert Schumanns Trio „Märchenerzählungen“ wünschte sich Woodward anschließend Schumanns „Märchenbilder“ für Viola und Klavier, weil er dieses Werk vor 15 Jahren schon mit James Creitz musiziert hatte. Den Bratschenprofessor konnten die Zuhörer dabei als vitalen und zugleich feinsinnigen Musiker erleben. Besonders der schwärmerische vierte Satz war himmlisch beseligend, er wirkte wie der Gesang eines Liebespaars, teils in Terzen, teils unisono gesungen.

Nach der Pause musizierte Roger Woodward „Estampes“ von Claude Debussy. Eine vitale und große Klangwelt breitete er vor den aufmerksamen Zuhörern aus.

Wilde Rhythmen des Balkans

Ein fast unglaubliches Werk erlebten die Gäste im Vorderen Schloss in Bela Bartóks „Contrasts“-Trio für Klarinette, Violine und Klavier. Dabei holte Winfried Rademacher eigentlich Unspielbares aus seinem Instrument. Teddy Ezra , ein gar imposanter Virtuose, war in den rasenden Klarinettenpassagen des Werks erst richtig bei sich. Und Roger Woodward spielte überlegen den Part, den Bartok einst für sich geschrieben hatte, mit, die ganze Tastatur benützenden rasenden Figuren und gewaltigen Bässen. Glutvolles, oft urwildes Leben, mit wilden Rhythmen des Balkans, erlebten die Zuhörer in Verbunkos (Tanz), Pihenö (Ruhe) und Sebes (schneller Tanz). Nach dem nicht enden wollenden Applaus wiederholten die Musiker den rasenden Schlusssatz.

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