Streitpunkt Funkmast: Prüfung eines Alternativstandorts ist in Arbeit

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 Ein Mast mit Antennen von Mobilfunkanbietern. Im Griesweg in Mühlheim will die Telekom ebenfalls einen Mobilfunkmasten errichte
Ein Mast mit Antennen von Mobilfunkanbietern. Im Griesweg in Mühlheim will die Telekom ebenfalls einen Mobilfunkmasten errichten. Das stößt auf Kritik. (Foto: Symbol: Jens Büttner/dpa)
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Das angekündigte Gespräch zwischen dem Vertreter der Telekom, Ingo Reinhardt, Mühlheims Bürgermeister Jörg Kaltenbach und Stettens Ortsvorsteher Emil Buschle hat stattgefunden. Seitens der Telekom ist ein Bemühen festzustellen, die vorgetragenen Sorgen und Anliegen aus den Reihen der Nachbarschaft und des Gemeinderates aufzunehmen, so Kaltenbach.

In dem Gespräch wurde ein möglicher Alternativstandort erarbeitet. Die Telekom darf mit Einverständnis des Eigentümers die technische Machbarkeit prüfen. Da die Kapazitäten im planerischen Bereich bei der Telekom derzeit voll ausgelastet sind, wird es rund drei Wochen dauern, bis das Prüfergebnis vorliegt. Der Eigentümer hat Bürgermeister und Ortsvorsteher zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet.

Unabhängig vom Ergebnis des Prüfauftrags über einen städtebaulich verträglicheren Standort, wird es im neuen Jahr eine Informationsveranstaltung für die interessierte Bevölkerung geben. In dieser wird über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, möglicher Gefahren durch Funkstrahlen informiert. Neben der Telekom als Telekommunikationsanbieter, ist die Verwaltung in Kontakt mit Professor Jürgen Anders von der Hochschule Furtwangen als unabhängige Landeseinrichtung für das Co-Referat. Als weitere vertrauensbildende Maßnahme hat die Telekom zugesichert, dass es vor dieser Informationsveranstaltung keinen Baubeginn am aktuell beantragten Standort am Griesweg geben wird.

Ärgerlich ist sowohl für die Telekom als auch die politischen Mandatsträger, dass der mobile Mast im Griesweg auf Grund technischer Schwierigkeiten nach wie vor nicht in Betrieb ist. Ingo Reinhardt konnte allerdings noch keinen genauen Zeitpunkt für die Inbetriebnahme nennen. In dem Gespräch machte der Telekom-Mitarbeiter bei allem Verständnis für die städtebaulichen und gesundheitlichen Bedenken allerdings auch deutlich, dass der Standort auf dem Telekomeigenen Grundstück im Griesweg aus Sicht des Unternehmens aus mehreren Gründen ideal ist: das Grundstück ist verfügbar, die notwendigen Glasfaseranschlüsse sind vorhanden und es liegt funktechnisch am richtigen Standort.

Die Verwaltung wird wieder informieren, sobald der Prüfauftrag für den Alternativstandort abgearbeitet und mit dem Eigentümer kommuniziert worden ist. Auch wird der Termin der Informationsveranstaltung im Spannungsverhältnis zwischen Mobilfunkbedarfen und den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen bekanntgegeben, sobald er feststeht. Kaltenbach und Buschle zeigten sich zufrieden mit den Gesprächsergebnissen: „Die Telekom hat die Anliegen aus der Mühlheimer Bevölkerung und den politischen Gremien ernst und aufgenommen.“ Dies heiße nicht, dass der Funkmast am ursprünglichen Standort nicht gebaut wird – laut den beiden wäre es blauäugig, das zu denken. „Vielmehr haben wir eine ergebnisoffene Prüfung eines Alternativstandorts erreicht. Zudem bieten wir unserer Bevölkerung die Möglichkeit sich im Rahmen der Informationsveranstaltung umfassend zu informieren.“

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