Stadt Mühlheim sucht Pächter für ihre Weideflächen

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Die Heidelandschaft auf Kraftstein ist ein Kleinod. Sie soll jetzt nach 18 Jahren zum ersten Mal verpachtet werden.
Die Heidelandschaft auf Kraftstein ist ein Kleinod. Sie soll jetzt nach 18 Jahren zum ersten Mal verpachtet werden. (Foto: Waibel)
Wilfried Waibel

Die Stadt Mühlheim sucht für das kommende Jahr einen Pächter für ihre Weideflächen mit einer Gesamtgröße von 84,4 Hektar, die sich in verschieden große Teilflächen aufteilen. In der jüngsten Sitzung von Gemeinderat und Ortschaftsrat Stetten waren sich beide Gremien einig, die Beweidung öffentlich auszuschreiben und zwar im Magazin „Schafzucht“, einem bundesweiten Fachblatt für Schäfer.

Im Vorfeld hat Bürgermeister Jörg Kaltenbach beim Gebietsreferenten Naturschutz beim Regierungspräsidium Freiburg, beim Landschaftserhaltungsverband, beim Revierleiter Sebastian Dreher und beim einheimischen Landwirt Thomas Berchtold Informationen eingeholt. Die Experten rieten zu einer Ausschreibung sämtlicher Flächen in einem Gesamtpaket. Besonders die große, zusammenhängende Heide auf Kraftstein sei für Schäfer interessant, so die Experten.

Seit 2001 beweidet Schäfer Erhard Graunke aus Stühlingen-Weizen die Heidefläche auf dem Kraftstein mit einer Fläche von fast 57 Hektar. Jetzt hat der Schäfer der Stadt mitgeteilt, dass er aus Altersgründen kürzer treten will und die Heide im laufenden Jahr letztmals beweiden wird. Die Heidelandschaft auf Kraftstein genießt einen weit über die Region hinaus gehenden Ruf und hat auch im Regierungsbezirk Freiburg einen besonderen Stellenwert. Der Pachtzins mit 1000 Euro bezeichnete Kaltenbach als „maßvoll“. Der Stadt Mühlheim und der Ortschaft Stetten sei es wichtig, dass in einem dauerhaften Erhalt gut gepflegter Weideflächen der über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft der wesentliche Faktor liege.

Bei der ersten Verpachtung nach 18 Jahren sollen nur solche Interessenten zum Zuge kommen, die vor allem auch artgerecht mit den Tieren umgehen. Zum Pachtpreis selbst sei zu berücksichtigen, dass 1,7 Hektar Weidefläche im Bereich der Kolbinger Straße mitbeweidet werden müssen, führte der Schultes aus. Da es hier um eine städtische Ausgleichsfläche handelt, erhält der Schäfer auf diese Teilfläche keine Zuwendungen vom Land. Weil im Vorfeld bereits mehrere Schafhalter auf die Verwaltung zugekommen sind und ein grundsätzliches Interesse an den Weideflächen bekundet haben, sei die Verwaltung, so Bürgermeister Kaltenbach auch zuversichtlich, einen geeigneten Pächter zu finden.

Im weiteren Verlauf der Sitzung im Gemeinderat erteilte das Gremium einstimmig die notwendige Befreiung in Bezug auf das nicht mögliche Einhalten des Grenzabstandes des Carports in Richtung Grundstücksgrenze und der Grabenstraße beim Neubau des Mehrfamilienhauses in der Beuroner Straße 9. Die seit einigen Jahren baufällige Immobilie am Ortsrand in Richtung Fridingen war schon lange ein optisches Ärgernis. Sie ist jetzt ganz abgerissen.

Ratsmitglieder wollen bei Farbgestaltung mitreden

Dort entstehen jetzt acht Wohneinheiten mit acht Stellplätzen (sechs überdachte und zwei freie Stellplätze). Das Gebäude werde sich in der beantragten Form „sehr gut in die Ortsdurchfahrt einfügen“ und stelle eine spürbare Aufwertung im unmittelbaren Umfeld der historischen Oberstadt dar, so der Bürgermeister. Aus den Reihen des Gemeinderats kam der Wunsch, bei der Farbgestaltung mitreden zu dürfen, was Bauherr Rolf Henning mit „Wir sind gesprächsbereit“! beantwortete.

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