Sanierung der Fußgängerbrücke beim Bahnhof Mühlheim wird forciert

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Die Fußgängerüberführung am Mühlheimer Bahnhof ist reparaturbedürftig. Sie soll ab 26. Oktober einer größeren Sanierung unterzog
Die Fußgängerüberführung am Mühlheimer Bahnhof ist reparaturbedürftig. Sie soll ab 26. Oktober einer größeren Sanierung unterzogen werden. (Foto: waibel)
Wilfried Waibel

Der Mühlheimer Gemeinderat hat sich in der jüngsten öffentlichen Sitzung in der Festhalle mit der Sanierung der Fußgängerbrücke beim Bahnhof in der Mühlheimer Vorstadt befasst und ohne Gegenstimme einen Zeitplan beschlossen.

Die Brücke als Überweg über die Gleise in die Vorstadt stammt aus dem Jahr 2004. Mittlerweile weist das Konstrukt beachtliche Schäden auf. Dazu fehlt der sonst übliche Korrosionsschutz gänzlich. Risse und Verformungen ergänzen die beträchtliche Fehlerliste, so Mario Scheible vom Tuttlinger Ingenieurbüro Breinlinger.

Die als Stahlkonstruktion mit eingelegten Stahlbetonplatten errichtete Fußgängerüberführung beim Mühlheimer Bahnhof wurde vor 16 Jahren im Rahmen der Umsetzung des Ringzug-Konzeptes erstellt. Die Planung und Bauleitung ist vom Ingenieurbüro Pietsch aus Radolfzell durchgeführt worden. Die Brücke wurde im Jahr 2004 in erster Linie gebaut, um den zahlreichen auswärtigen Schülerinnen und Schülern der Realschule Mühlheim ein sicheres Überqueren ohne Umwege zu ermöglichen. Sie wird auch von der Bevölkerung in der Vorstadt zu den Haltestellen von Bahn und Bus stark genutzt.

Bürgermeister Jörg Kaltenbach stellte fest, dass ein akuter Handlungsbedarf, wie zum Beispiel das Sperren der Brücke, laut einem Gutachten derzeit noch nicht besteht. Das Ingenieurbüro hat drei Varianten für eine Instandsetzung vorgestellt. Sie liegen im Preisspiegel zwischen 290 000 Euro und 340 000 Euro. Nach intensiver Beratung im Gemeinderat hat das Gremium im Januar des vergangenen Jahres das Ingenieurbüro Breinlinger beauftragt, auf der Basis der Instandsetzungsvariante mit geschlossenem Stahlblechbelag mit geschätzten Kosten von 340 000 Euro den Sanierungsplan zu vertiefen. Die Kostenschätzungen sind mittlerweile von 340 000 Euro auf 370 000 Euro gestiegen. Mittlerweile hat die Verwaltung aufgrund der Planungsmängel Klage gegen das seinerseits planende Büro Pietsch eingereicht. Im Dezember 2019 wurde die Klage nach mehrmaliger Neuansetzung beim Landgericht Rottweil verhandelt. Bereits viermal wurde die Urteilsverkündung wegen Erkrankung des zuständigen Richters verschoben.

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens und der weiteren finanziellen Entwicklung soll das Ingenieurbüro Breinlinger dringend die Sanierung über den Winter 2020/2021 in die Wege leiten. Der Gemeinderat stimmte ohne Gegenstimme dem von Bürgermeister Jörg Kaltenbach vorgestellten Zeitplan zu: Am 3. Juli soll die Ausschreibung erfolgen, die Submission wird am 1. September sein, die Vergabesitzung des Gemeinderats ist für 15. September vorgesehen und für den Baubeginn ist der 26. Oktober vorgesehen, ebenso die Fertigstellung für den 1. März 2021 terminiert. Mario Scheible ergänzte in der Sitzung noch, dass Teile der Reparaturarbeiten nachts durchgeführt werden müssen, um den Plan der Bahnverbindung nicht zu gefährden.

Als eine erfreuliche Mitteilung des Bürgermeisters wurde zum Schluss der öffentlichen Sitzung die Nachricht aufgenommen, dass die Wiederöffnung des Gasthauses „Hirsch“ bevorsteht. Es soll am Samstag, 4. Juli, wieder öffnen.

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